Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Urbadener
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Re: Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Beitragvon Urbadener » Fr 31. Jan 2020, 09:56

Sten hat geschrieben:Unsere Wirtschaft wird wachsen sagt unser Wirtschaftsminister.

Wo er die 1,1% Wachstum hernehmen möchte, sagt er nicht der dicke Saarländer.
Das ist genauso, wie wenn ich heute hinstehe und behaupte, in diesem Jahr noch einen 6-er im Lotto zu tippen, obwohl ich überhaupt kein Lotto spiele.

Arminius
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Re: Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Beitragvon Arminius » Fr 31. Jan 2020, 10:01

@Sten
Sten hat geschrieben:Das sind doch die Länder die unser Problem sind.

Ja, das wird uns von den Mainstream-Medien versucht unterzujubeln. Jedoch mit nichten entspricht es der Wahrheit.
Unser Problem ist die Bürokratie und deren Regulierungswut/Überregulierung, die sich wie ein Krebsgeschwür metastasierend ausbreitet. Es ist der Abzockwahn und die Enthobenheit von den Niederungen der normalen, einfachen Bürger, welches das Problem darstellt. Es ist die pseudopädagogische Erziehungswahn, Gängelungswut und Bevormundungsirrsinn. Es ist der ins Absurde getriebene Sozialstaat mit nicht länger tolerierbaren und schon gar nicht mehr finanzierbaren Budgets, der lt. Aufstellung der IG Metall

https://www.deutschlandinzahlen.de/tab/ ... zialbudget
(Quelle Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

in 2018 bereits bei 996 Mrd.€ lag und inzwischen die 1 Billion € Marke "nachhaltig" überschritten haben dürfte. Und es ist, als letztes Beispiel von vielen, die kommende Altersarmut, die Verelendung breiter Bevölkerungskreise durch Vorenthalten einer menschenwürdigen Rente trotz lebenslanger Arbeitshistorie. Das ist unser Problem, das immer mehr Staaten aus der europäischen Staatengemeinschaftslüge hinaustreibt.

Nur sozialistische und grün unterlaufene Traumphantasten glauben in ihren feuchten Träumen, dass man das ungestraft bis ins Absurde steigern darf und das Volk sich das alles gefallen lassen wird, damit sich diese Tauge- und Könnennichtse ein schlankes Leben machen können. Die Besten und Sehrguten wandern aus, Wirtschaft und Industrie verlegen ihre Produktionsstätten in andere Länder. Notwehr.

MIKE
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Re: Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Beitragvon MIKE » Fr 31. Jan 2020, 11:13

Arminius hat geschrieben:Die Besten und Sehrguten wandern aus, Wirtschaft und Industrie verlegen ihre Produktionsstätten in andere Länder. Notwehr.


Jungen ehrgeizigen Menschen rate ich, sich ernsthaft mit dem Gedanken der Auswanderung zu beschäftigen. Deutschland befindet sich in der Transformation von einer sozialen Marktwirtschaft in eine links-rot-grüne versiffte Ökodiktatur und hat, um dieses Ziel zu erreichen, die allgemeine und zum Teil auch die berufliche Bildung so gestrickt, dass von den entlassenen Leehren, und Geleerten kein nennenswerter Widerstand mehr ausgehen kann. Neoliberale, Gender-Jünger-Neutrale und neurotische Ökofuzzis haben das Land im Chaos-Griff.

Diese ganze Entwicklung ist, so unglaublich es klingen mag, auch von den Konzernen so gewollt. Mittel- und Kleinbetriebe ziehen nach.
Die meisten Arbeitplatzangebote sind getürkt.

Urbadener
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Re: Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Beitragvon Urbadener » Sa 1. Feb 2020, 10:28

MIKE hat geschrieben:Jungen ehrgeizigen Menschen rate ich, sich ernsthaft mit dem Gedanken der Auswanderung zu beschäftigen

Und was machen wir mit den alten Arbeitnehmern denen der Arbeitsplatz genommen wird?

Bei Sihn in Mühlacker gehen die Lichter aus: Insolvenzverwalter erklärt Schließung des Unternehmens

Damit hatte keiner gerechnet: Für den Mühlacker Autozulieferer Sihn gibt es keine Perspektive für eine Fortführung. Am Freitag wurden die über 300 Mitarbeiter darüber informiert. Seit Sommer war Sihn zwar in der Insolvenz, doch es bestand Hoffnung, dass es irgendwie weiter geht. Rund 90 Beschäftigte der Sihn GmbH wurden sofort freigestellt. 15 werden aufgrund von Eigenkündigungen oder Aufhebungsverträgen ausscheiden. Die übrigen gut 200 Mitarbeiter bleiben für die Dauer der Ausproduktion der laufenden Aufträge noch im Unternehmen, teilte die IG Metall gestern mit.
„Das katastrophale Missmanagement der früheren Geschäftsleitung unter Geschäftsführer Dr. Ing. Andreas Baum schreckte potenzielle Investoren ebenso ab wie die derzeit negativen Perspektiven für Zulieferer der Automobilindustrie“, sagte Gewerkschaftssekretär Arno Rastetter. Ein entscheidender Negativfaktor sei auch die Teilverlagerung der Fertigung nach Bulgarien gewesen.

https://www.pz-news.de/wirtschaft_artik ... 06029.html

Wer immer noch an Einzelfälle glaubt, der sollte den Artikel in der PZ vollständig lesen, denn in dem steht noch folgendes:

Für die Region um Mühlacker sei dies nach der Ankündigung des möglichen Arbeitsplatzabbaus bei Mahle Behr ein weiterer Schlag in Sachen Arbeitsplatzvernichtung in der Metallindustrie,

Friedrich von Hayek
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Re: Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Beitragvon Friedrich von Hayek » Sa 1. Feb 2020, 22:12

Ich habe mir viele Gedanken dazu gemacht zum Verlassen meines Vaterlandes. Doch wo ist es besser auf der Welt? Als Neuankömmling und speziell als Deutscher, fängt man nochmals von ganz unten an. Will ich das? Nein. Nach reiflicher Überlegung und nach Gesprächen mit Familienmitgliedern und Freunden bin ich zum Schluss gekommen, dass auswandern keine Lösung ist. Es kommt einem kampflosen Aufgeben und einem Preisgeben der Heimat gleich. Man macht es den einfallenden Invasoren damit noch leichter das Land noch schneller zu übernehmen. Nein, man muss hier bleiben, aufstehen und kämpfen. Unsere Vorfahren haben heldenhaft unser Land verteidigt, sind auch in verbrecherische Kriege gezogen, aber sie haben niemals die Heimat im Stich gelassen. Und ich werde das auch nicht tun. Lieber gehe ich hier ehrenhaft zu Grunde, als mein Leben lang mit der Gewissheit zu leben, im entscheidenden Moment als feiger Schlappschwanz davongelaufen zu sein, womöglich aus trivialen pekuniären Gedanken.

Sicher sind die Aussichten nicht gerade rosig. Aber liegt es da nicht an mir und Meinsegleichen, nach einem regimechange diesen wunderbaren Dampfer wieder flott zu kriegen? Gleichgültigkeit und Flucht ist im Leben niemals eine Lösung und nur was für Loser.

Deutschland ist mein Leben, sein Anfang und sein Ende, bis zum letzten Atemzug!

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Re: Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Beitragvon Sten » So 9. Feb 2020, 21:01

Daimler weitet seinen Sparkurs aus.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Daimler- ... 65088.html

Die Salamitaktik wird dieses Jahr bestimmen.
Die meisten Malocher merken das erst wenn ihr Jobweg ist.
LG Sten

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Re: Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Beitragvon MIKE » Mo 10. Feb 2020, 07:33

Sten hat geschrieben:Die meisten Malocher merken das erst, wenn ihr Job weg ist.

Wen interessiert es dann, dass 15.000 Jobs bei Daimler Benz aufgekündigt werden sollen?
Diese konzertierte Aktion in der Industrie mutet wie ein verspäteter Morgenthauplan an.
Jobs gibt es noch genug, in der Industrie allerdings wenige für qualifizierte Arbeit und um so mehr für unqualifizierte Kräfte.

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Re: Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Beitragvon Urbadener » Mo 10. Feb 2020, 08:18

Sten hat geschrieben:Die Salamitaktik wird dieses Jahr bestimmen.

Laut Handelsblatt, möchte die Marke mit dem Stern ihre Modellpalette straffen. Auf der Strecke werden wohl S-Klasse Cabrio und S-Klasse Coupè bleiben. Der CLS und der viertürige GT AMG sollen auf ein Elektro-Coupè zusammen gelegt werden. Der in Rastatt produzierten B-Klasse droht in ihrer derzeitigen Form das Aus, sie soll zu einem Crossover unter anderem Namen gebaut werden.

Straffen bedeutet immer verkleinern, egal ob in einem Schnitt oder scheibchenweise in der Salamitaktik.

MIKE hat geschrieben:Jobs gibt es noch genug, in der Industrie allerdings wenige für qualifizierte Arbeit und um so mehr für unqualifizierte Kräfte.

Das ist heute schon der Fall, so wird schon seit längerer Zeit die Logistik in Großkonzernen outgesourct. Die Speditionen, die diese Dienstleistung übernehmen, haben natürlich ganz andere Tarifverträge und beschäftigen daher die dringend benötigten ausländischen Fachkräfte. Die Personalfluktuation in diesem Bereich ist gewaltig. Macht aber nichts, für permanenten Nachschub wird gesorgt.

Sten
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Re: Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Beitragvon Sten » So 16. Feb 2020, 18:42

Daimler soll die Mitarbeiterprämie um 90% eingestampft haben.

https://youtu.be/p0Ykk2vdulk

Da gibt es in diesem Jahr lange Gesichter auch in unserer Region.
LG Sten

Mistral
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Re: Baden-Württemberg – Nimbus Musterländle ade?

Beitragvon Mistral » Di 25. Feb 2020, 08:13

Heidelberger Druckmaschinen: Wie sich ein Weltmarktführer selbst zerbröselt

Jetzt geht es statt um Visionen für die Zukunft nur noch um die Sicherung der Zukunft. Wassenberg, seit September 2019 als CFO im Dienst, muss die Bilanz richten. Mehrfach musste das Unternehmen seine Prognose nach unten korrigieren. Wer den jüngsten Quartalsbericht durchblättert, sucht vergeblich nach einem Grund für Optimismus.

Das Ergebnis nach Steuern sackte im dritten Quartal des zeitlich versetzen Fiskaljahres von minus zwei auf minus zehn Millionen Euro ab. Auch für das Gesamtjahr wird ein Nachsteuerverlust erwartet. Die Aktie kostet mittlerweile weniger als einen Euro, ist zum Pennystock geworden. Die Ratingagentur Moody’s senkte jüngst den Ausblick und spricht von „substantiellen Risiken“.

Die Eigenkapitalquote betrug 13,6 Prozent, für einen kapitalintensiven Maschinenbauer ein magerer Wert. Die Nettofinanzverschuldung, also die Finanzverbindlichkeiten abzüglich der flüssigen Mittel, lag Ende des dritten Quartals bei 389 Millionen Euro. Das ist mehr als das Eigenkapital (328 Millionen Euro). Der operative Mittelzufluss (Cashflow) betrug minus 51 Millionen Euro. Heidelberger verbrennt also Geld und kann somit die notwendigen Sachinvestitionen aus dem Cashflow nicht finanzieren.

https://app.handelsblatt.com/unternehme ... 9bqLjU-ap4

Ein Beispiel dafür, was man unter einem Zombie-Unternehmen versteht. Einst Weltmarktführer: „Heideldruck ist traditionell ein Maschinenbauer, der mit seinen Maschinen den Ruf genoss, perfekte und ewig haltbare Qualität zu liefern. Die Maschinen wurden nicht vertrieben, sie wurden verteilt“, heute ein Sanierungsfall. Warum? Der Grund für die prekäre Lage ist vielmehr eine Mischung aus jahrelangen Machtkämpfen und Führungsversagen im Vorstand wie im Aufsichtsrat. Die Folge: Mangels Einigkeit fehlt es seit Jahren an einer klaren Strategie. Diese Gemengelage trifft auf eine schrumpfende Nachfrage – eine brandgefährliche Kombination.


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