Stabsgemeinde Sinzheim aktuell

MIKE
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Re: Stabsgemeinde Sinzheim aktuell

Beitragvon MIKE » Di 26. Mai 2020, 18:38

Rad ab?

Focus meint, dass Deutschlands Verkehrspolitik „ein Rad ab“ habe.
Ein Motorrad-Verbot am Sonntag soll der „neueste geplante Streich“ sein, „der sogar im Ausland für Häme „sorge, will Focus Online wissen und fordert „Die Politik muss Realitätssinn beweisen.“ (Focus Online, 26.05.2020)
Wer noch Spuren von Vernunft in seinen grauen Zellen bewahrt, kann ob der rhetorischen Fragen "ob Deutschland den Verstand verloren“ habe (Schweizer Motorrad-Portal "Moto.ch) nur den Kopf schütteln.
Nein, diese Absicht besteht nicht "vorgeblich"aus Gründen des Lärmschutzes, sondern das ist der wahre Grund. Und man kann tatsächlich nicht mehr auf die Selbstverantwortung des Bürgers setzen, sondern muss die autoritäre Durchsetzung von Zielen anstreben. Gerade so, wie es die Schweiz beispielhaft praktiziert und weshalb übrigens viele Schweizer alternativ sich auf deutschen Straßen meinen austoben zu können.
Das hat nichts mit „Nanny-Staat statt freier Fahrt“ zu tun, sondern mit Gesundheitsschutz für die Wohnbevölkerung und für die anderen Verkehrsteilnehmer.
Richtig allerdings ist, dass nicht jeder Biker mit einem illegal getunten Böller- Bike herumfährt und es auf jeden Fall besser wäre, den Belästigungen und Gefährdungen mit einer strengeren Gesetzgebung zu begegnen sowie eine konsequente Kontrolle vor Ort mit deftigen Konsequenzen bei Nichtbeachtung durchzuführen.
Für Sinzheim würde das bedeuten, dass das geschätzte Dutzend ortsansässiger Poser (Autofahrer, Motorradfahrer, Quad- und Mopedfahrer) für das Erste an zwei Wochenenden (Fr- So) identifiziert, verwarnt und bei Nichtbeachtung aus dem Verkehr gezogen würden und auch die Poser-Werkstatt am Ort ebenfalls ins Visier genommen wird, die zeitweise ebenfalls am Wochenende zum Leidwesen außerhalb der regulären Arbeitszeit den Sounds lautstark widmet.
Die Ruhe dürfte dann weitgehend auf den Ortstraßen wieder hergestellt sein und der Bürgermeister sowie seine Gemeinderäte müssten keine Angst haben, bei der nächsten Wahl Stimmen zu verlieren, wenn sie sich einmal mit diesem Thema zum Wohle ihrer Einwohner befassen würden, für das sie sich doch verwenden wollen und für das sie auch dann zuständig sind, wenngleich die Polizei und das Ordnungsamt für die Durchführung geeigneter Maßnahmen zuständig sind.

MIKE
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Re: Stabsgemeinde Sinzheim aktuell

Beitragvon MIKE » Mi 27. Mai 2020, 10:22

Sinzheimer will zweites Biogaskraftwerk in unmittelbarer Ortsrandlage bauen

Im Sinzheimer Gemeinderat erhitzen sich zusehends die Gemüter, nachdem ein „Einheimischer“ in umittelbarer südlicher Ortsrandlage ein zweites Biogaswerk bauen lassen will. Das Vorhaben ist nicht privilegiert. Der überwiegende Teil der Gärmasse soll erst einmal tonnenweise täglich mitten durch den Ort importiert werden. Außerdem soll zusätzlich umweltschädlicher Maisanbau die Rohstoffzufuhr ergänzen und das Betriebsergebnis optimieren.

Bis auf die Fraktion der Wählervereinigung GfS (Gemeinsam für Sinzheim) - allesamt ehemalige CDUler - regt sich bei den anderen Fraktionen bis jetzt kaum Widerstand. Die FVW will im Nachrichtenblatt den Bürgern sogar weis machen, dass die Gemeinde auf das Vorhaben sowieso keinen Einfluss habe, also nur sogenannte „Fachbehörden“ das Sagen hätten. Eine seltsame Vorstellung von Basisdemokratie.

Die Bevölkerung zeigt indes wenig Begeisterung, denn Antragssteller ist der Betreiber des ersten Biogaswerkes in Sinzheim - Winden, der vielfach durch rigoroses Ausbringen von Gärresten, den Sinzheimern mitunter schon tagelang buchstäblich den Atem raubte.

Bei überwiegend vorherrschendem Wind aus Südwest würden durch das zweite Biogaswerk vor allem das unweit vom geplanten Standort entfernte Sinzheimer Sportzentrum, das Schulzentrum, die „Bergbewohner“ in Vormberg und sowie die Ebenung von den Düften „profitieren“. Die derzeit kalten Nordostwinde ließen dann auch die Ortsteile Müllhofen und Halberstung über längere Zeitabschnitte am Genuss von übelriechender und nicht gerade gesunder Luft teilhaben.

Außerdem handelt es sich bei dem Vorhaben um einen Betrieb, der eindeutig in einem Gewerbegebet angesiedelt werden müsste, was inzwischen auch bundesweit üblich ist. Bei der Ausweisung von Gewerbegebiet sieht es allerdings mau aus. Die Gemeinde hat in ihrer Hilfslosigkeit schon vor geraumer Zeit einen großen mittelständischen Betrieb zum Exodus veranlasst, verliert gerade ein erfolgreiches großes Zweiradgeschäft und kann noch nicht einmal dem letzten ortsansässigen Metzger Gelände für einen größeren Arbeitsplatz anbieten.

Bleibt die Frage, wo der Biogasbetreiber seine Gärreste vergraben möchte, auf wieviel Tage im Jahr die ohnehin schon erhebliche Luftbelastung ausgedehnt werden soll und ab wann das Trinkwasser sonderbehandelt werden muss, was dann auch alle Bewohner mit erheblichen Mehrkosten belasten.

Noch dürfen sich die Bürger nicht versammeln, was ihnen hoffentlich bei diesem Verfahren nicht zum Nachteil gereicht.
Denkbar wäre auch, dass das Biogaswerk zum Beispiel an dem Ort im nördlichen Teil des Landkreises erstellt wird, von dem der Betreiber heute schon tonnenweise Lebensmittelreste herankarren lässt.
Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Und bevor so weit ist, wird der Bürgermeister heute um 18 Uhr die Gemeinderäte wieder mit seinem Lieblingsthema bschäftigen:
TOP6: Errichtung einer Badestelle am Baggersee Leiberstung

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Re: Stabsgemeinde Sinzheim aktuell

Beitragvon Urbadener » Sa 30. Mai 2020, 06:13

Alles Bio oder was? Das frage ich mich immer wieder. Alles was unsere Landschaft verschandelt ist Bio und somit Umweltfreundlich, auch wenn die Menschheit darunter leidet.
Gerade Biogasanlagen hätten ihren Sinn, wenn darin nur organische Abfälle aus den Haushalten und der Landwirtschaft verwertet würden. Wäre dann das was nach der Verwertung übrig bleibt hochwertiger Kompost, dann hätte das Ganze einen Sinn. Dem ist jedoch nicht so, wenn man sich die gewaltigen Monokulturen, hauptsächlich Mais, anschaut. Hier wird guter Ackerboden buchstäblich vergärt und zum Lebensraum von Schwarzwild, das den sinnvollen Anbau von hochwertigen Lebensmitteln erschwert und teilweise schädigt.

Auch dieser Bereich der Energiegewinnung kann nur mit gewaltigen Subventionen und unübersehbaren Raubbau an der Natur betrieben werden. Alles Bio oder was?

MIKE
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Re: Stabsgemeinde Sinzheim aktuell

Beitragvon MIKE » Fr 12. Jun 2020, 15:00

Sinzheimer wollen eine eigene Badestelle. Schul-Schwimmunterricht bleibt defizitär.
Die Sinzheimer wollen in Zukunft regulär in eigenem Wasser baden können. Dafür beschloss der Gemeinderat mehrheitlich die Bereitstellung von rund 300.000 EUR im Hhplan 202 für eine Badestelle am Leiberstunger Baggersee.
Der am See tätige Kieswerkbetreiber soll den erforderlichen Teilabschlussbetriebsplan beantragen.
Vor dem Beschluss wies der Kämmerer der Gemeinde darauf hin, dass in den nächsten vier Jahren etwa 6.500.000 EUR im Gemeindehaushalt fehlen. Die Bürgervereinigung GfS stellte deshalb den Antrag, den Beschluss um ein Jahr zu verschieben, damit jetzt nicht wichtigere Investitionen durch die über 400.000 EUR Mehrkosten zur Ursprungsplanung dann nicht mehr realisiert werden können. Der Bürgermeister, wies darauf hin, man habe von Verwaltungsseite schon die 300.000 EUR Mehrkosten zur letzten Ermittlung im Investitionsplan 2021 an anderer Stelle eingespart. Auf diese Aussage hat sich die Mehrheit des Rates laut GfS blind eingelassen, ohne zu wissen, wo genau die 300.000 EUR bei einem Defizit von 2.000.000 EUR finanziert sind und was genau dafür eingespart wird.

Jedem sein eigenes Badewasser
Rundum Sinzheim gibt es eine Reihe von Bademöglichkeiten. Ganz in der Nähe befinden sich das Hardbergbad und das Schwimmbad Steinbach, beide in exponierter Lage, die Weitenunger Badestelle und der Erländersee sowie ebenfalls gut erreichbar das Schwimmbad in Bühl und das Freizeitzentrum Oberrhein.
Die Gemeinde mit über 12.000 Einwohnern bietet ihren Schülern nur einen sehr eingeschränkten Schwimmunterricht im Hallenbad Rheinmünster- Greffern an. Dieses Hallenbad ist derzeit von der Schließung bedroht.
Statt ein sicheres und sauberes Badevergnügen zu bevorzugen, das Schwimmenlernen der Sinzheimer Schüler durch eine Vereinbarung zum Beispiel mit Baden-Baden anzustreben und dafür wirksam Geldmittel bereitzustellen, wird das sicherlich nicht ungefährliche und unbeaufsichtigte Baden an einem noch „aktiven“ Baggersee bevorzugt.
Verstehe es, wer will.


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