Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

MIKE
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Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon MIKE » Fr 4. Okt 2019, 09:40

Geld ist doch genügend unter den Leuten, es muss nur noch ausgegeben werden.
(Mistral)

Auf jeden Fall, denn
Heftige Verluste durch Niedrigzinsen: Sparer verlieren im Schnitt 404 Euro pro Jahr.
Und das obwohl dies nicht sein dürfte:
„EZB verletzt verfassungsrechtliche Garantien“Ex-Verfassungsrichter Kirchhof: Es gibt ein Grundrecht auf Zinsen


Mittwoch, 02.10.2019, 18:34 (Zusammenfassung)
Professor Paul Kirchhof
• Die Institution der EZB verletzt die verfassungsrechtlich garantierte Substanz einer modernen Form des Privateigentums. Dabei ist die EZB mit richterlicher Unabhängigkeit allein zu dem Zweck der Geldwertstabilität ausgestattet. Nur dafür wurde sie aus dem demokratischen System, also aus der täglichen Verantwortung gegenüber dem Gesetzgeber, entlassen.

• Eine neue Art des Geld-Sozialismus? Das ist eine pointierte Formulierung. Die EZB betreibt gerade die größte Umverteilung in der Geschichte der Europäischen Union. Ihre Politik lässt Aktien steigen, während die Erwartungen des Sparers, der 60 Jahre lang die Erfahrung gemacht hat, dass er sein gespartes Geld zu seinem wirtschaftlichen Vorteil nutzen kann, wie weggeblasen sind. Das würde kein Parlament der 28 Mitgliedsstaaten wagen.
• Wenn es eine öffentliche Debatte über dieses Thema gäbe, würden die Abgeordneten auf ihre Wähler hören und dann entscheiden, jedes Kapital müsse ertragsfähig bleiben. Keine Institution hat das Recht, dem Eigentümer diese Ertragsfähigkeit zu rauben.
• Es gibt ein Recht auf die wirtschaftliche Nutzung des Eigentums. Jeder kann beispielsweise sein Haus selbst bewohnen, aber er kann es auch vermieten.
• Was macht derjenige, der seinen Lebensunterhalt in erster Linie durch Erwerb von Geld bestreitet, also der Arbeitnehmer, der mit seiner Arbeitskraft einen Lohnanspruch und später einen Sozialversicherungsanspruch erwirbt? Sein Eigentum ist Geld. Dieses Geld will er ertragreich anlegen. Das ist ein Kerninhalt der Eigentumsgarantie. Just diese Möglichkeit, einen wirtschaftlichen Nutzen aus seinem Kapital zu ziehen, Zinsen zu bekommen, ist ihm durch die Nullzinspolitik der Notenbank genommen.
• Wenn der Sparer seine Bank dafür bezahlen muss, dass sie sein Geld nutzen darf, verkehrt das die Eigentumsidee in ihr Gegenteil. Da sehe ich ein großes grundrechtliches Problem. Die Eigentumsfreiheit wird akut gefährdet für einen Großteil der Menschen, die über wenig Kapital verfügen, aber etwas Gespartes haben und dieses ertragreich anlegen wollen.
• Das Problem geht allerdings noch weiter. Eine solche Grundsatzentscheidung steht der EZB in keiner Weise zu. Sie ist der Garant für Geldwertstabilität, aber keine Umverteilungsagentur, die den Besitzer von Sachwerten reicher und den Sparer ärmer machen soll.
• Diesen Effekt kann man an den immens gestiegenen Immobilienpreisen erkennen. Die EZB organisiert hier eine Inflation. Sie druckt Geld und verteilt dieses an Personengruppen, die vorwiegend Grundstücke und Aktien kaufen. Wenn dort die Preise extrem steigen, können sich vor allem junge Familien, die in einer Großstadt leben, heute den Kauf eines Grundstücks bei einem durchschnittlichen Einkommen nicht mehr leisten. Da entstehen Verwerfungen und Verschiebungen, die tief in die Lebenskultur der einzelnen Menschen eingreifen.
• Eine solche Umverteilungspolitik kann auf Dauer nicht erfolgreich sein. Sie mag kurzfristig den Zusammenbruch von Banken oder auch einzelner Staaten verhindern, aber nur um den Preis, dass die Schulden weiter steigen und sich das Problem der Banken und Staaten immer weiter vergrößert.
• Wenn wir die hochverschuldeten Staaten ermutigen, sich noch weiter zu verschulden, und wir davon ausgehen, dass eine Darlehensschuld irgendwann auch zurückgezahlt werden muss, dann ist das ein eklatanter Verstoß gegen den Generationenvertrag. Dieser besagt, dass jeder, der heute aktiv arbeitet, im Alter in ähnlichen Verhältnissen leben können wird wie heute. Das garantiert die nächste Generation mit ihrer Produktivität. Aber die Kinder werden immer weniger, und die Menschen werden immer älter. Die Folge: Eine immer kleinere Zahl an Schuldnern muss eine wachsende Zahl an Gläubigern bedienen. Allein das ist schon eine Zumutung. Wenn wir unseren Kindern jetzt zusätzlich noch eine Staatsverschuldung in immenser Höhe aufbürden, weil wir über unsere Verhältnisse leben, kann sich jeder ausrechnen, dass das System irgendwann zusammenbricht.
• Unser Bundestag hat nach der Finanzkrise vor gut zehn Jahren etwas Großartiges getan. Er hat das Grundgesetz geändert und ein Neuverschuldungsverbot eingeführt. Für den Bund gilt es ab 2016 und wurde bisher auch eingehalten. Für die Länder gilt die Schuldenbremse ab 2020. Das heißt: Die Bundesrepublik Deutschland hat sich trotz der Schuldenorgien in den Nachbarstaaten und in der EU entschieden, diese Schuldenlawine zu beenden. Wir haben zwar noch die alten Schulden, aber die werden wir bedienen. Entscheidend ist, es findet keine Neuverschuldung mehr statt. Wir haben die Kraft, uns von der Droge der Schulden zu entwöhnen, an die sich alle gewöhnt haben. Diesen Schritt hat Deutschland von Verfassung wegen als unausweichliche Pflicht auch für den Haushaltsgesetzgeber festgeschrieben. Das ist eine Zäsur. Wenn es Schule machen wird, bin ich zuversichtlich, dass wir die Probleme in den Griff bekommen können.
• Bei hohen Schulden steht auch die staatliche Souveränität auf dem Spiel. Wer hochverschuldet ist, muss regelmäßig die Altschulden verlängern und neue Kreditgeber finden. Normalerweise fragt ein Kreditgeber dann zuerst, wie viel Zinsen ein Staat zu zahlen bereit ist. Jetzt gibt es aber keine Zinsen mehr, und manchmal bekommt der Schuldner sogar Geld, wenn er sich etwas leiht. Das ganze System steht auf dem Kopf. Da stellen die Kreditgeber nun andere Kriterien auf, nach denen Sie das Geld vergeben. Sie fragen dann nach der Politik des Landes. Wie steht es um das Arbeitsrecht oder das Umweltrecht?
• Der Finanzmarkt bekommt also einen Einfluss auf die Politik. Ein hochverschuldeter Staat gibt einen Teil seiner politischen Verantwortung an den Finanzmarkt ab. Das berührt die Demokratie im Kern. Der demokratische Wähler hierzulande erwartet, dass er mit der Wahl des Bundestags das Zentrum der Macht wählt. Und so wie er sich am Bundestag orientiert, müsste sich der Bundestag auch an den Wählern orientieren. Wenn der hochverschuldete Staat sich aber in wachsende Abhängigkeit vom Finanzmarkt begibt, ist die Bezugsgröße der Politik plötzlich eine ganz andere. Es ist nicht mehr der Bürger und der Wähler, sondern es ist die anonyme Größe eines Marktes, die wir politisch nicht zur Verantwortung ziehen können.
• W haben die Chance, auf die Bremse zu treten. Man muss die Neuverschuldung allerdings schnellstmöglich kappen, denn sie löst keine Probleme. Stattdessen muss die Grundgleichheit des Finanzstaats wiederhergestellt werden.
• In unserem System belässt der Staat die Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit in privater Hand. Er hat also keine eigenen Erträge und muss sich deshalb durch Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg seiner Bürger finanzieren – durch Steuern. Und dann gilt die einfache Regel: Die Summe der Steuereinnahmen bestimmt die Möglichkeit der Ausgaben. Wenn wir dieses Gleichgewicht wiederherstellen, dann haben wir zwar noch die Altschulden, aber die können wir behutsam reduzieren. So ist dieses bedrohliche Schuldenproblem sehr bald in den Griff zu bekommen. Aber wir müssen den Abhängigen klipp und klar sagen: Schluss mit der Droge!
• Die EZB ist Teil der Politik. Sie ist zwar nicht staatlich, aber sehr wohl ein Hoheitsträger und ein Teil des Staatenverbunds der Europäischen Union. Das ist auch folgerichtig, denn das Währungsmonopol liegt grundsätzlich beim Staat. Aber die Aufgabe der Zentralbank ist eng begrenzt. Wir müssen die Zentralbank wegen ihrer richterlichen Unabhängigkeit, die ich anfangs betont habe, wieder auf ihre Aufgabe der Geldwertstabilität beschränken. Und zwar die Geldwertstabilität für jedermann.
• Richterliche Unabhängigkeit heißt: Die EZB ist an keine Weisungen gebunden und ist auch dem Europäischen Parlament gegenüber nicht verantwortlich. Normalerweise geht in einer Demokratie alle Staatsgewalt vom Volke aus, wird aber repräsentiert durch das Parlament. Alle Organe sind dem Parlament verantwortlich. Mit Ausnahme des Richters. Er ist an das Gesetz gebunden, aber nicht an das Parlament. Diese Besonderheit der richterlichen Unabhängigkeit wurde auf ein Verwaltungsorgan übertragen, das die Währungsstabilität garantieren soll. Im Prinzip ist das eine gute Idee. Denn ein Parlament neigt gegen Ende der Legislaturperiode gern zur Verschwendung, um den Wählerwillen zu gewinnen. Genau deswegen wurde die EZB dem Einfluss des Parlamentarismus entzogen.
• Unsere ganze Wirtschaft ist eine Geldwirtschaft. Das Geld hat einen Wert, weil wir Vertrauen in das Geld setzen. Der deutsche Staat und die Europäische Union gewährleisten dem Bürger Folgendes: Wer 100 Euro gespart hat und dieses Geld in reale Wirtschaftsgüter einlösen will, hat die Garantie, auch reale Güter im Wert von diesen 100 Euro zu erhalten. Wenn dieses Vertrauen nicht mehr gilt, dann bricht etwas Essenzielles zusammen. Und zwar nicht nur im Geldmarkt und in der Wirtschaft, sondern auch in unserer Demokratie. Deswegen: Hände weg von diesem Experiment einer Inflationspolitik.
• Die EZB ist dazu da, die Inflation zu verhindern und die Ertragsfähigkeit des Geldeigentums nicht anzugreifen. Das sind ihre beiden Verpflichtungen.
• Wir denken heute viel zu sehr an die Globalwirtschaft und haben den Menschen aus dem Blick verloren. Die Verfassung fragt aber nicht: Haben wir ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent? Die Verfassung betrachtet den einzelnen Menschen und fragt zum Beispiel, wie ist der Bürger als Besitzer einer Aktie betroffen, wie ist er als Landwirt betroffen oder wie ist er als Sparer mit seinem Sparbuch betroffen. Dieser Staat und damit auch die Staatengemeinschaft der Europäischen Union sind auch auf den einzelnen Menschen ausgerichtet und müssen sich durch ihre Wirkungen für den einzelnen Bürger rechtfertigen. Das heißt: Die EZB muss zwei Dinge gewährleisten: stabiles Geld und ertragsfähiges Geldkapital. Wenn sie beim stabilen Geld Fehler macht, darf sie nicht auch noch beim ertragsfähigen Sparbuch Fehler machen. Die Verfassung garantiert zwar nicht die Ertragsfähigkeit in einer bestimmten Summe. Das regelt der Markt. Sie sichert dem Sparer aber die Chance, durch Sparen, solange unsere Rechtsordnung diese Anlageform anbietet, im Regelfall Erträge erzielen zu können. Stellen wir uns den Eigentümer eines Kaufhauses vor, der dessen Türen offen hält, damit die Kunden hereinströmen und kaufen. Der Markt bestimmt, ob die Kunden kommen und kaufen. Der Staat garantiert, dass der Eigentümer sein Kaufhaus offen halten kann. Würde der Staat die Türen versperren, wäre das ein Verstoß gegen die Eigentumsgarantie. Nichts anderes gilt, wenn der Sparer sein Sparbuch für den Zinsertrag offen hält, eine Hoheitsgewalt aber den Zugang zu den Zinsen versperrt.
ausführlich:
https://www.focus.de/finanzen/boerse/in ... 00605.html

Mistral
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Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Mistral » Sa 5. Okt 2019, 19:28

Kirchhof ist Phantast, der die Realität nicht mehr begreifen kann. Die Büchse der Pandora wurde mit dem Krieg in Jugoslawien und endgültig mit der Eurorettung geöffnet. Seit diesen Vorfällen gelten keine Gesetze und Verträge mehr. Weder unser Grundgesetz, noch die Verträge die unsere Währung betreffen. Wir leben in einen rechtsfreien Raum, der von den Richtlinienkompetenzen einzelner Personen und Interessen bestimmt wird. Das sollten wir nun wirklich zur Kenntnis nehmen, denn es gibt kein negatives betanken eines Fahrzeugs oder einer Heizungsanlage, es gibt auch keinen negativen Einkauf von Nahrungsmitteln und Getränken. Das würde nämlich bedeuten, dass wir Treibstoff an der Tankstelle abliefern, oder Heizöl vom Tank im Keller in den Tanklastzug pumpen und nicht umgekehrt. Wir gehen ja auch einer Beschäftigung nach um Geld zu verdienen und nicht um Geld dafür zu bringen. Warum soll das auf einen Streich nicht mehr für Ersparnisse gelten?

Geld ist statistisch gesehen noch genügend unter den Leuten. Es stellt sich nur die Frage, wer das viele irrsinnig in den Markt geblasene Geld hat? Der normale Konsument hat nur ein Bruchteil davon und ist augenscheinlich sehr glücklich damit. Wahrscheinlich genauso glücklich, wie es der Hotelier, der Busunternehmer, der Gewerbetreibende und Dienstleister noch vor wenigen Wochen in den mediterranen Urlaubsländern noch war.Wer diesem Traum immer noch glaubt, der sollte die folgenden Zeilen in aller Ruhe lesen.

[ Hotels fürchten um ihre Existenz

Riesenverluste nach Thomas-Cook-PleiteAthen/Schwerin (dpa) - Hotels in beliebten Urlaubsdestinationen ziehen nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook eine erste Bilanz - und sie sieht vielerorts verheerend aus. Allein der griechische Hotelverband (HHF) rechnet kurzfristig mit Kosten von rund 500 Millionen Euro. Spanien geht von mindestens 200 Millionen Euro aus, davon allein 100 Millionen Euro auf der Urlaubsinsel Mallorca.Die Kosten entstehen nicht nur durch mögliche Ausfälle bei der Begleichung aktuell offener Rechnungen seitens Thomas Cook, heißt es in Griechenland. Hinzu kämen fehlende Urlauber - denn viele Gäste reisen im Oktober gar nicht mehr an - sowie die Kosten für den allgemeinen Betrieb. "An den Hotels hängen das Personal, die Zulieferer und über die Steuern auch die Staatskasse", sagte HHF-Präsident Grigoris Tasios. In der Türkei würden manche Unterkünfte wegen der Pleite in jedem Fall früher schließen als geplant, heißt es seitens des dortigen Hotelverbandes. Mecklenburg-Vorpommern hat unterdessen ein Maßnahmepaket für existenziell betroffene Hotels geschnürt. Es enthält unter anderem Bürgschaften und Darlehen, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) gestern in Schwerin[


In Griechenland hieß es schon am Tag der Pleite, die Insolvenz von Thomas Cook sei für die Branche ein "Erdbeben der Stärke 7", wobei man auf den Tsunami noch warte. Aber auch in Deutschland sind die Erschütterungen schon spürbar:

Condor-Ruheständler bekommen vorerst keine Betriebsrente mehr, sie schauen derzeit in die Röhre: Bis zur Eröffnung des Schutzschirmverfahrens, mit dem der Ferienflieger sich retten will, werden keine Betriebsrenten ausgezahlt. Für viele Ex-Mitarbeiter ist das ein ernstes Problem.

https://www.hessenschau.de/wirtschaft/z ... e-100.html

Urbadener
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Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Urbadener » Mi 9. Okt 2019, 08:35

Sten hat geschrieben:Habe heute gehört im Mercedes LKW - Werk in Wörth wäre die Produktion
auf ziemlich genau die Hälfte zurückgefahren worden.

Gestern habe ich in unserer Rastatter Heimatzeitung gelesen, dass die Nachfrage von Nutzfahrzeugen mit dem Stern "schwächeln" würde. Deshalb hätte es in Gaggenau im Bereich schwere Getriebe seit dem Sommer bereits einzelne Betriebsruhetage gegeben und Ende Oktober würden die Verträge von 60 Leiharbeitern auslaufen und nicht mehr verlängert.
Der Blick würde jetzt nach Wörth gerichtet, denn es kommt darauf an: "Wie läuft dort das alte Jahr aus und das neue Jahr an."

Die Rahmenbedingungen hätten sich verschlechtert. "Über die letzten zwei Jahre hat man alles Mögliche getan, um die Weltkonjunktur abzuwürgen", stellt der Betriebsratvorsitzende, Gewerkschaftsfunktionär und wahrscheinlich stramme Genosse vom Werk Gaggenau fest. Glückwunsch dazu, endlich fallen auch bei den Edelsozialisten die Klappen.

Friedrich von Hayek
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Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Friedrich von Hayek » Mi 9. Okt 2019, 11:16

Schon seit einigen Monaten werden bei Mercedes Benz im LKW Bereich den Mitarbeitern Angebote gemacht früher aufzuhören mit den entsprechenden hoch dotierten Abfindungen. Das Management weiß ganz genau was ansteht. Alleine schon, dass die Werkserweiterung in Rastatt gesoppt und verschoben wurde ist ein deutlicher Warnhinweis!

Einhergehend damit werden die Steuereinnahmen schnell rapide sinken und die Ausgaben der Kommunen deutlich gestutzt. Die fetten Jahre sind vorbei. Andere Länder bauten sich in guten Jahren Staatsfonds in zigfacher Milliardenhöhe auf, bei uns hat es noch nicht einmal für eine lapidare kleine Steuererleichterung gereicht. Deutschland presst seine Bürger aus bis auf's Blut.

Sten
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Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Sten » Mi 9. Okt 2019, 18:48

Kann dir nur zustimmen @Friedrich von Hayek.
Der Benzler der mir das von Wörth gesagt hat ist kein Schwätzer.
LG Sten

MIKE
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Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon MIKE » Mi 9. Okt 2019, 21:56

Wer einbüßt ist nicht der Konzern sondern der Arbeiter, der anders als viele Andere in einem privilegierten Arbeitsverhältnis stand.
Das ist doch typisch für unsere Gesellschaft, oder?
Die Folgen sind für den Angestellten bei Daimler relativ gering.
Er bekommt in der Regel ein respektables Arbeitszeugnis, eine Abfindung und ggfs. staatliche Hilfe, hat die Möglichkeit, dorthin zu ziehen, wo es neue Arbeitsplätze gibt und kann sich gegebenenfalls sogar noch auf Kosten des Steuerzahlers fortbilden.
Frisch auf zu einem neuem Verständnis von Mobilität - und eine Chance fürs Handwerk, das händeringend nach Fachkräften sucht.

Urbadener
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Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Urbadener » Fr 11. Okt 2019, 04:50

Der Focus schreibt:

Jobs in Gefahr Die große Streichliste: Deutschlands Großkonzerne bauen über 100.000 Stellen ab

Daimler – Seit Mai ist Ola Källenius neuer Chef beimStuttgarterAutobauer. Eine seiner ersten Amtshandlung war, Gerüchte über einen Personalabbau im Unternehmen zu schüren. Das wäre angesichts der Krise der Autoindustrie nicht verwunderlich, allerdings gibt es bis jetzt keine genauen Pläne. Meldungen, wonach bis zu 10.000 Stellen in den kommenden Jahren wegfallen könnten, dementierte Daimler. Bekannt ist bisher lediglich, dass die Verträge von 690 Zeitarbeitern im Stammwerk nicht verlängert werden.
https://www.focus.de/finanzen/boerse/jo ... 25410.html

Wir werden eine gewaltige Transformation erleben, die auch an uns nicht spurlos vorüber gehen wird.

Urbadener
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Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Urbadener » Do 17. Okt 2019, 08:53

Welch ein Glück, nicht nur in Industrie und Dienstleistung müssen Stellen abgebaut werden, der Kelch geht auch an unseren Heimatzeitungen nicht spurlos vorbei.

Verdi kritisiert geplanten Stellenabbau bei Stuttgarter Zeitungen

Der angekündigte Stellenabbau in der Südwestdeutschen Medienholding SWMH ("Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten", "Süddeutsche Zeitung") nimmt konkrete Formen an. Die Gewerkschaft Verdi berichtet von geplanten 50 Stellen, die allein in der Gemeinschaftsredaktion der Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Zeitung abgebaut werden sollen.

Am Dienstag veröffentlichte auch die SWMH eine Pressemitteilung zur regionalen Strategie des Medienhauses. Geplant sei demnach eine stärkere Zusammenarbeit der regionalen Verlage, sowohl redaktionell als auch im Werbemarkt. Tatsächlich sollen dabei auch neue Gemeinschaftsredaktionen gegründet werden. Welche das konkret sein sollten, wurde nicht spezifiziert. Auch sei vorgesehen, dass die Regionalseiten, die bislang die einzelnen Titel der Gruppe auch selbstständig erstellt hatten, stärker als bisher von Stuttgart aus gesteuert werden sollten. Gleichzeitig sollten die regionalen Medienhäuser ihrerseits die Mantelredaktion in Stuttgart stärker mit regionalen Inhalten beliefern. Diese Umstellung sei bis Anfang 2021 geplant. Das Unternehmen rechne mit einem Arbeitsplatzabbau in zweistelliger Höhe bis Ende 2021.

https://www.zvw.de/inhalt.stuttgart-ver ... 07ec7.html

Weniger Abonnenten – die entscheiden mit den Füßen – bedeutet auch weniger Inserenten bzw. günstigere Preise für Inserate und das schlägt sich im Umsatz nieder. Stern, Spiegel und andere sozialistische Kampfblätter sind schon lange im Abwärtsstrudel, jetzt geht es den kleinen Konserven verbreiteten Schmierenblättchen auch an den Kragen

Köstlich ist außerdem die Tatsache, dass sich die Ursache über die Wirkung beschwert. Die Staatsterrorfinanzierer von verdi jammern, obwohl die doch die Antifanten bezahlen, die außer Krawall veranstalten zu unserem Gemeinwesen überhaupt nichts beitragen. Alles rächt sich irgendwann einmal.

Mistral
Beiträge: 1468
Registriert: Mi 20. Jan 2016, 11:14

Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Mistral » Mi 23. Okt 2019, 07:27

Der Masterplan für die nächste Krise steht

Der weltgrößte Vermögensverwalter und hochkarätige Notenbanker haben sich Gedanken gemacht, wie die nächste Konjunkturkrise bekämpft werden kann. Anleger sollten genau aufpassen.
Ausgangspunkt der Betrachtungen ist die Feststellung, dass die Notenbanken voraussichtlich nicht mehr genügend geldpolitischen Spielraum besitzen, um den nächsten Abschwung wirkungsvoll zu bekämpfen.
BlackRock schlägt deshalb eine gemeinsame Krisenbekämpfung durch Notenbanken und Regierungen in der nächsten Krise vor. Dazu sollten Regierungen und Notenbanken eine "sanfte Form" der Kooperation eingehen und die Realwirtschaft gemeinsam direkt stimulieren. Diesen Ansatz bezeichnet BlackRock als "going direct". "Going direct bedeutet, dass die Notenbanken Wege finden, Zentralbankgeld direkt in die Hände öffentlicher und privater Ausgeber zu geben", heißt es in der BlackRock-Studie. Konkret schlägt BlackRock eine Finanzierung von Staats- bzw. Konsumausgaben durch die Notenpresse vor.
In der Eurozone ist eine direkte Finanzierung von Staatsausgaben durch die Notenpresse verboten. BlackRock hat sich aber auch bereits Gedanken gemacht, wie "Going direct" in Europa funktionieren könnte. Konkret schlägt BlackRock vor, dass die EZB über ihre gezielten längerfristigen Kreditpakete (TLTRO) zinslose Kredite mit unendlicher Laufzeit an die Banken ausgibt, die diese in gleicher Form an jeden erwachsenen Bürger weiterreichen würden. Bürger der Eurozone könnten also beispielsweise einen Kredit über 1.000 Euro pro Person erhalten, den sie nie zurückzahlen müssten und für den sie auch keine Zinsen bezahlen müssten.

https://www.godmode-trader.de/artikel/d ... ht,7810283

„Die Notenbanken werden zur Bekämpfung kommender Krisen wohl zu noch deutlich extremeren Maßnahmen greifen müssen, als dies bisher der Fall war. Dafür sorgen rekordhohe Staatsverschuldungen und rekordniedrige Zinsen rund um den Globus.“

Die Notenbanken werden's schon richten, die Notenbanken machen's schon gut.
Die Notenbanken machen alles, was sonst keiner gerne tut.


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