Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Friedrich von Hayek
Beiträge: 391
Registriert: Do 21. Jan 2016, 17:02

Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Friedrich von Hayek » Sa 21. Sep 2019, 11:48

In diesem September, so ist aus verschiedenen Publikationen unterschiedlicher Quellen zu entnehmen, spitzt sich die Situation am amerikanischen Geldmarkt dramatisch zu. So musste die US-Notenbank seit einigen Tagen dramatisch mit erheblichen Summen dafür sorgen, dass der Geldmarkt nicht zusammenbricht. An einem Tag waren es über 120 Mrd.US$, an anderen 80 Mrd. oder weniger. Niemand weiß angeblich, über die Herkunft des Engpasses Bescheid zu wissen. Das ist genau das Besorgnis erregende daran.

https://www.goldseiten.de/artikel/artic ... redirect=1

und

https://www.goldseiten.de/artikel/artic ... redirect=1

Beim zweiten Link mahne ich zur Vorsicht! Nicht etwa, weil der Artikel von der Russland nahestenden Quelle http://www.sputniknwews.com kommt, sondern weil dem Artikel ein gern gemachter Fehler innewohnt, der gerne gemacht wird, wenn aus dem Englischen ins Deutsch übersetzt wird. Im Englischen gibt es den Begriff Milliarden nicht. Milliarden sind im Englischen "Billion". Wenn der Journalist des Artikels dieses Detail nicht kennt oder bewusst außer Acht läßt, setzt dieser voraus, dass der evtl. bereits übersetzte Bedeutungswert "Billion" noch einmal übersetzt werden muss. Daraus kann dann leicht der Fehler entstehen, dass der vermeintliche amerkikanische Wert Billion nochmal ins Europäische "Trillion" transformiert wird, was natürlich falsch wäre. Dass dies stattgefunden hat kann ich nicht ausschließen. Ich befürchte es jedoch sehr, da der Wert Trillionen in diesem Zusammenhang definitiv als eine Nummer zu groß erscheint. Doch das kann die Problemlage in keinster Weise besänftigen, denn auch eine Dimension kleiner hat das Ganze eine Relevanz, dass uns beim Aus-dem-Ruder-laufen gewaltig der Dreck um die Ohren spritzen wird.

Für den Euro rechnet man bis in spätestens 4 - 5 Jahre mit dem Aus. Es kann also auch schon sehr viel früher eintreten. Für Dr. Markus Krall (siehe Youtube) spitzt sich bereits Ende 2020 die Situtation drastisch zu in Richtung Bankenkollaps. Sind das schon die Vorboten des Kollapses? Dies nur als kleines Update, damit nachher niemand sagen kann, "das hat mir keiner gesagt" oder "wenn ich das gewusst hätte...".

Physisches Gold und Silber sind schon immer die nachhaltigsten Wertspeicher gewesen, wenn mal wieder eine (Welt-)Währung (und sei sie auch noch so bedeutend gewesen) im Geschichtsbuch verschwindet.

Mistral
Beiträge: 1468
Registriert: Mi 20. Jan 2016, 11:14

Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Mistral » Mo 23. Sep 2019, 08:25

Friedrich von Hayek hat geschrieben:So musste die US-Notenbank seit einigen Tagen dramatisch mit erheblichen Summen dafür sorgen, dass der Geldmarkt nicht zusammenbricht.

Da sehe ich das geringste Problem, die Zentralbanken drucken den Betrag der benötigt wird wie es gerade passt. Ob die dann einige Milliarden mehr oder weniger an ungedeckten Euro, Dollar oder Yen in ihren Bilanzen haben, ist in der heutigen Zeit unerheblich, weil die insgesamt angehäuften Verbindlichkeiten sowieso nicht mehr ausgeglichen werden können.

Viel mehr beunruhigen mich die Einschläge in unmittelbarer Nähe, die in immer kürzeren Abständen in fast allen Branchen
erfolgen. Gerade hat es Thomas Cook erwischt, dem Konzern sollen angeblich 226 Millionen Euro fehlen, die ein weiterwursteln erlaubt hätten. Es handelt sich jedoch nicht nur um diese Summe, sondern um ein Sanierungspaket in Höhe von über 1,1 Milliarden Euro. Privaten Investoren und der britischen Regierung scheint diese Summe jedoch viel zu heiß zu sein, deshalb wird der Konzern wohl zerschlagen und irgendwelchen Heuschrecken zum Fraß überlassen werden, auch wenn derzeit von einer geordneten Insolvenz gefaselt wird. Bedingt durch die Flugscham zur Klimarettung kann es aber auch gut möglich sein, dass sogar den Aasgeiern die Lust daran vergehen könnte.

Wir sollten nicht nur über den großen Teich schauen, denn bei uns sieht die wirtschaftliche Entwicklung ebenfalls nicht gut aus. Der Composite-PMI ist auf den niedrigsten Wert seit Oktober 2012 und damit tief ins Rückgangsterrain abgesackt. Die Wirtschaft hangelt sich ins vierte Quartal, und beim derzeitigen Tempo dürfte bis Ende 2019 kein Wachstum mehr dabei herauskommen. Die Daten für den Industriesektor sind einfach schrecklich. Was die Nachfrage lähmt, sind die Unsicherheit bezüglich der Handelskonflikte, der Ausblick für die Automobilindustrie und der Brexit. Dies alles hinterließ in den Auftragsbüchern der Industrieunternehmen das größte Minus seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009. Dass der Stellenaufbau praktisch zum Erliegen gekommen ist, hat dafür gesorgt, dass dem Servicesektor eine der wichtigsten Stützen weggebrochen ist. So zeigt der erste Auftragsrückgang bei den Dienstleistern seit über viereinhalb Jahren, dass sich die Nachfrage in ganz Deutschland bereits verschlechtert hat. Sagt Phil Smith von Markit, das die Daten der deutschen Einkaufsmanager erhoben hat.

Gegen das was gerade anläuft bzw. bereits im Laufen ist, kann der Einzelne nichts tun. Wichtig ist viel mehr, die eigene Situation im Griff zu haben und die schönen Tage die uns in diesem Jahr noch verbleiben ausgiebig zu genießen.

Urbadener
Beiträge: 1329
Registriert: Mo 18. Jan 2016, 06:16

Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Urbadener » Mo 23. Sep 2019, 15:20

Umfrage - Konjunktur in der Euro-Zone trübt sich unerwartet ein
https://de.investing.com/news/economic- ... in-1925321

Das ist jetzt aber mal eine Überraschung, damit konnte doch kein Mensch rechnen.
Wenn es richtig knallt, dann werden noch viel mehr Zweckoptimisten eine unerwartete Überraschung erleben.

Autozulieferer unter Druck – Experten befürchten Pleitewelle
Mit Avir Guss droht die dritte Pleite in der Autozulieferindustrie binnen kurzer Zeit. Die Probleme der Branche sind trotz Konjunkturschwäche häufig hausgemacht.
Auch wenn es sich bei den drei genannten Fällen um besonders drastische Beispiele handelt. Experten sind sicher, dass weitere Insolvenzen folgen werden. Die Eigenkapitalquoten der guten Unternehmen sind zwar deutlich höher als vor der Finanzkrise, diese Lektion haben die meisten gelernt. Aber dieses Mal kommen hohe Investitionen in die Transformation des Produktprogramms für die Elektromobilität hinzu.
https://www.handelsblatt.com/unternehme ... uQw6Ls-ap2

Die Transformation wird richtig gründlich sein und einige Spinnereien und Größenwahn klimatisch korrekt kompensieren:

Daimler schnürt Sparpaket: „Wir müssen 4,2 Milliarden Euro kompensieren“

Wir müssen mindestens die Sondereinflüsse im zweiten Quartal in Höhe von 4,2 Milliarden Euro kurzfristig kompensieren“, zitieren die „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag) aus eines Schreiben. Ein Daimler-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.
https://www.epochtimes.de/wirtschaft/un ... 11013.html

Sten
Beiträge: 957
Registriert: So 31. Jan 2016, 10:38

Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Sten » Mo 23. Sep 2019, 15:59

Habe heute gehört im Mercedes LKW - Werk in Wörth wäre die Produktion
auf ziemlich genau die Hälfte zurückgefahren worden.
Das sind ja schöbe Aussichten. Kurzarbeit darf es bei uns auch bald geben.
LG Sten

Urbadener
Beiträge: 1329
Registriert: Mo 18. Jan 2016, 06:16

Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Urbadener » Mi 25. Sep 2019, 13:17

Sten hat geschrieben:Habe heute gehört im Mercedes LKW - Werk in Wörth wäre die Produktion
auf ziemlich genau die Hälfte zurückgefahren worden.

Davon habe ich noch nichts läuten hören.
Wenn das stimmen sollte, dann würde das heißen, dass Baugewerbe und Transport ebenfalls die Bremse drücken und das wär für unsere Region mehr als bitter. Vielleicht soll die arbeitende Bevölkerung nicht beunruhigt werden und deshalb kriegen wir – wie jetzt in Rastatt – die Entscheidungen aus den Konzernzentralen scheibchenweise präsentiert.

Nach Thomas Cook in England, stellt nun auch die deutsche Tochter Insolvenzantrag. Das Timing ist schon bestechend. Ich habe gelesen, dass die Reiseveranstalter keine Vorkasse leisten, sondern ihre Auftragnehmer in zwei Raten – jeweils 50% im Oktober und den Rest im Januar – bezahlen. Darum ist eine Insolvenz im September für die Banken bestimmt lukrativ, die Konten sind bei Thomas Cook derzeit so gut gefüllt, dass die Banken ihre Forderungen größtenteils erfüllt bekommen, diejenigen die am schlimmsten in die Röhre schauen sind die Dienstleister in den Urlaubsregionen. Den letzten beißen die Hunde.

Sten
Beiträge: 957
Registriert: So 31. Jan 2016, 10:38

Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Sten » Mi 25. Sep 2019, 14:45

Jetzt geht’s ans Eingemachte: Pleitewelle rollt an
Jetzt geht es los! Die Pleitewelle breitet sich aus und mit Thomas Cook ist der erste große Zombie Pleite. Auch bei den deutschen Autozulieferern verdüstern sich die Aussichten und erste Insolvenzen und Kurzarbeit lassen nichts gutes erwarten.

Parallel ist der Einkaufsmanagerindex auf einem 123 Monats Tief und zeigt was wir prognostiziert haben: Deutschland ist in der Rezession! Gehen wir bald wegen ganz anderen Themen Freitags auf die Straße? Hier die Antworten!
https://opposition24.com/jetzt-eingemac ... le-thomas/

7000 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen: Continental streicht in kommenden Jahren bis zu 20.000 Stellen
https://www.focus.de/finanzen/boerse/70 ... 82422.html

Halloween beginnt in diesem Jahr etwas früher.
LG Sten

Mistral
Beiträge: 1468
Registriert: Mi 20. Jan 2016, 11:14

Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Mistral » Di 1. Okt 2019, 09:23

Sten hat geschrieben:Halloween beginnt in diesem Jahr etwas früher.

In Spanien hat Halloween schon begonnen:

Spanien Hunderte Hotels müssen wegen Thomas-Cook-Pleite schließen
Wegen der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook müssen in Spanien offenbar hunderte Hotels schließen. Nach Angaben der Hotel- und Touristikvereinigung sind mindestens 500 Häuser betroffen. Ohne Gegenmaßnahmen der spanischen Regierung könnte es noch schlimmer kommen. Die deutsche Thomas Cook hofft unterdessen auf Hilfe vom Staat.
https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ ... n-100.html

Wenn Hotels schließen müssen, trifft es auch deren Zulieferer und Dienstleister und nicht nur die. Es trifft auch die gemütliche Bar, die nette Boutique, den Juwelier und weitere Geschäfte, die sich gerne im Speckgürtel von Hotels ansiedeln. Die werden nichts mehr bzw. nur noch den nötigsten Bedarf einkaufen und ihre Saison-Arbeitskräfte früher nach Hause schicken. Für Spanien und weitere Urlaubsländer ist die Pleite von Thomas Cook und die damit ausgelöste allgemeine Unsicherheit eine ganz bittere Pille.

MIKE
Beiträge: 493
Registriert: Sa 30. Mär 2019, 16:36

Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon MIKE » Di 1. Okt 2019, 17:15

Alles gesagt:
Die wohl beste Zusammenfassung der letzten Woche:

"Jetzt geht’s ans Eingemachte: Pleitewelle rollt an (Thomas Cook und Co.)"
https://www.youtube.com/watch?v=mrbIajCTkUc
12:42

Eigentlich müsste man jetzt wetten. Das ist doch heute "in".
Die Frage:
Werden die Leute auf die Straße gehen? Ja/Nein

Urbadener
Beiträge: 1329
Registriert: Mo 18. Jan 2016, 06:16

Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Urbadener » Mi 2. Okt 2019, 05:06

@MIKE, in Deutschland geht kein Mensch auf die Straße, wer möchte sich schon mit der Antifa prügeln.
Jetzt gehen einige Firmen mehr als üblich in die Pleite, deren arbeitslose Mitarbeiter von unserem Sozialnetz aufgefanen werden.
Erst wenn das Sozialnetz seinen Dienst einstellen muss, wird bzw. kann es heißer werden. Aber bis dahin muss noch viel passieren.

Mistral
Beiträge: 1468
Registriert: Mi 20. Jan 2016, 11:14

Re: Der Vorabend der nächsten Finanz- oder (Welt-)Wirtschaftskrise?

Beitragvon Mistral » Fr 4. Okt 2019, 08:58

Ist doch alles gar nicht so schlimm. Derzeit geht es wirtschaftlich etwas nach unten, im nächsten Jahr geht es wieder steil nach oben. Anders lässt sich die nachstehende Meldung nicht interpretieren:

Wirtschaft kühlt ab
Wachstumsprognose
Berlin (dpa) - Die deutsche Wirtschaft schrammt nach Einschätzung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute knapp an einer größeren Rezession vorbei. "Aber wir sind nicht drin und geraten nach unserer Prognose auch nicht rein", sagte Torsten Schmidt vom Essener Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung am Mittwoch in Berlin. Trotzdem blicken die Institute skeptisch auf die Konjunktur, vor allem in der Industrie geht es bergab. Auch auf dem Arbeitsmarkt erwarten die Experten zumindest einen Dämpfer. Für 2019 erwarten die Institute wie die Bundesregierung nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte weniger als im Frühjahr. Für 2020 gehen sie von 1,1 Prozent aus - davon entfallen 0,4 Punkte auf mehr Arbeitstage im Kalender.

Im Jahr 2020 haben wir mehr Arbeitstage und das zieht die Karre schon einmal ein bisschen mehr aus dem Dreck. Außerdem haben die Pleiten von Thomas Cook und Co. auch einen positiven Aspekt. Die davon betroffenen Urlauber müssen ihren Urlaub noch einmal bezahlen und diejenigen die das nicht können, die geben ihr Geld anstatt im Urlaubland nun in der Heimat aus. Das ergibt wiederum positive Effekte für das Bruttoinlandsprodukt. Geld ist doch genügend unter den Leuten, es muss nur noch ausgegeben werden.


Zurück zu „Themen aus der Welt“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast