Bitcoin

Friedrich von Hayek
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Bitcoin

Beitragvon Friedrich von Hayek » So 17. Dez 2017, 22:58

Nachdem sich der Bitcoin als zwielichtiges Geld- und Zahlungssystem weltweit zu etablieren scheint und durch an Schwindsucht und Hysterie erinnernde Hypes mit immer neuen astronomischen Kursrekorden in unser aller Bewusstsein gezwungen hat, bleibt man als deutscher Michel verdattert zurück und schwelgt zwischen Resignation, weil man den frühen Einstieg zum ultrareich werden bei unter 10 € verpasst hat, zwischen Abneigung, weil man das ominöse System dieser Kryptowährung nicht nachvollziehen kann (die aktuellen Stände von 16 bis 18.000 € erst recht nicht), zwischen Skepsis, Unverständnis und Misstrauen und auf der anderen Seite vor Faszination der neuen Technologie, schnellen Reichtums (Gier), Unabhängigkeit gegenüber Notenbanken und vielleicht vielem anderen mehr.
Welche Haltung nimmt man also persönlich gegenüber dem Bitcoin ein? Diese Frage kann sich nur jeder selbst beantworten. Ich möchte aber nicht versäumen einige Gedanken für eine fundierte, allumfassende Information zu dem risikobehafteten und sehr komplexen Thema beizusteuern.
Ich habe auf der Seite von "Gaeb 2020" einige gute antizipierende Argumente entdeckt:

Link: http://geab.eu/de/ein-donnernder-120ste ... lptraum-2/

Zitat: " Der Bitcoin Reserve Act 2018

Gegenüber dem Bitcoin hatte unser Team schon immer eine misstrauische Haltung. Es ist jedoch offensichtlich, dass die virtuellen Währungen Teil der Zukunft sind. Was uns zur Vorsicht mahnt, das ist der strukturell spekulative Charakter des Bitcoin. Dieser spekulative Charakter ist einerseits das, was dieses „Geld“ so attraktiv und ein Flaggschiff der Expansion der virtuellen Währungen macht, aber andererseits auch die Achillesferse, die uns antizipieren lässt, dass die staatlichen Strukturen eines Tages diese Zauberlehrlingswerkstätten mehr oder weniger brutal beenden werden.

Und glauben Sie nicht, dass sie dazu nicht die Macht haben. China hat die Handelsplattformen geschlossen und untersagt seinen Bürgern ganz einfach den Kauf von Bitcoins … trotz der Tatsache, dass zwei Drittel der Bitcoin-Miner aus China operieren. Südkorea hat gerade mehr oder weniger dasselbe gemacht[2].

Angesichts der beängstigenden Höhenflüge, die der Werts des Bitcoins macht, ohne die geringste Reaktion der westlichen Staaten zu provozieren, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Staaten in diesem Stadium Stakeholder des Spiels geworden sind … was angesichts ihrer Verschuldungen und des jetzt in diesen Staaten wirkenden Zwangs zur Beendigung ihrer geldpolitischen Lockerungspolitik nicht erstaunlich ist. Wird der Bitcoin Teil des Spektrums an Mitteln sein, die die Staaten zu ihrer Refinanzierung anwenden werden?

fig01Abbildung 1 – Kurs des Bitcoin in USD in den letzten sechs Monaten. Quelle: ABCBourse

Denn wenn große staatliche Akteure Bitcoin zu kaufen beginnen, dann wird deren Wert sicherlich steigen und die Attraktivität dieses „Geldes“, für das sich immer mehr Kleinanleger entscheiden werden, die bereit sind, ihre Sparschweine für das Versprechen einer gigantischen, leichten und schnellen Bereicherung zu schlachten, erhöhen.

Jedoch beobachten wir derzeit, wie stark die Regierungen daran arbeiten, unsere kleinen Wirtschaftswelten in ihre großen Wirtschaftswelten zu integrieren: Demonetarisierung zur Umwandlung der mit Bargeld gefüllten Sparschweine in nachweisbares und besteuerbares Geld, steuerliche und andere Anreize dafür, unser Geld permanent zu reinvestieren, unsere Immobilien zu verkaufen, usw. … Wir können nicht umhin, an den Gold Reserve Act von Roosevelt zu denken, der es 1934 erlaubt hat, das Gold der amerikanischen Bürger zur Finanzierung des New Deal zu konfiszieren[3]. Eine Bitcoin-Hype könnte der gleichen Art von Ziel dienen, so wie es der Euro-Tunnel-Hype[4] zu seiner Zeit erlaubt hat, den Tunnel unter dem Ärmelkanal auf Kosten der Kleinanleger zu finanzieren, die sich mit … nichts wiedergefunden haben.

Die anderen Akteure, die derzeit den Bitcoin überrennen, nachdem sie zuerst gezaudert haben, sind die Banken, wie wir in der Folge weiter ausführen werden. Man kann sich auch kaum vorstellen, dass diese Art von Akteuren noch länger den saftigen, vom Bitcoin generierten Gewinnen widerstehen können. Das Problem besteht darin, dass sie mitspielen wollen, um das zu machen, was sie am besten können, nämlich spekulieren, die Kurse manipulieren, mit Kursanstiegen und -rückgängen spielen … und damit genau soviel zur Entwicklung der Blase beizutragen, wie dazu, sie am Schluss platzen zu lassen.

"Trotz all unseres guten Willens, unsere Ängstlichkeiten gegenüber dem Bitcoin in Frage zu stellen, können wir Ihnen nur sagen: „Achtung! Dieser Bitcoin hat wirklich alle Zutaten zu einem faulen Zauber“. Aber wir werden im nächsten Monat dieses Ökosystem weiter erforschen und insbesondere zu erkennen versuchen, ob das Mitspielen der großen Akteure auf diesem Markt anders enden kann als mit einem Rückzug, der den Zusammenbruch provoziert…" Zitat Ende.

Was in dem Artikel überhaupt nicht erwähnt wird ist, dass die der Bitcoin zunehmend zu einem Fluchtort für kriminelle Gelder wird. Können sich die Staaten es sich leisten da weiter tolerierend zuzusehen, wenn sie an anderen Stellen mit Kanonen auf Spatzen schießen, wo es vermeintlich darum geht, die viel bemühte Terrorismusfinanzierung beim kleinen unbescholtenen Bürger zu verhindern, während das "Big Money" der wahren Terroristen in Sekundenbruchteil einmal um den Globus jettet, ohne unglaubwürdig zu sein?

Für mich ist es eine sehr obszöne Art der materialistischen Apartheid zwischen jungen, IT-affinen, gut gebildeten und wohlhabenden Menschen, die ihre Opportunitäten und Wissensvorsprünge skrupellos ausnutzen und solchen, die in der Gesellschaft nicht mehr mithalten können und wollen, warum auch immer. Die Schere zwischen Arm und Reich schnelzt durch Bitcoins adhoc enorm viel weiter auf.

Ich wünsche wertvolle neue Erkenntnisse und eine schöne letzte Adventswoche.
Ihr Friedrich von Hayek

Urbadener
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Re: Bitcoin

Beitragvon Urbadener » Mo 18. Dez 2017, 09:04

Friedrich von Hayek hat geschrieben:die aktuellen Stände von 16 bis 18.000 € erst recht nicht

Die Kryptowährung Bitcoin setzt ihren Höhenflug fort: Am Sonntag durchbrach Bitcoin erstmals die 20'000-Dollar-Marke.
So schnell kann es rauf aber auch wieder runter gehen.

Friedrich von Hayek hat geschrieben:Was in dem Artikel überhaupt nicht erwähnt wird ist, dass die der Bitcoin zunehmend zu einem Fluchtort für kriminelle Gelder wird.


Das Bargeld soll doch aus diesem Grund abgeschafft werden!! Ist der Bitcoin jetzt die neue Alternative? Dem Anschein nach könnte das passen, denn die Chicago Board Options Exchange, eine der weltweit größten Optionsbörsen, hat am 11.12.2017 den Handel mit Bitcoin-Futures eröffnet. Damit ist in der Geschichte der Bitcoins eine neue Wegmarke erreicht.

Futures zählen zu den Derivaten und sind nichts anderes als Wetten auf zukünftige Kursentwicklungen. Derivate erfüllen volkswirtschaftlich keine sinnvolle Funktion und dienen ausschließlich der Bereicherung von Spekulanten. Es waren diese Derivate, die das globale Finanzsystem bereits zweimal an den Abgrund geführt haben- 1998 und 2008.

Trotz aller Versprechen der Politik ist bis heute nichts gegen den Derivatehandel unternommen worden. Im Gegenteil: Wie man an der Einführung von Bitcoin-Futures sieht, werden sie trotz der offensichtlichen Gefahr, die sie für das globale Finanzsystem bedeuten, weiter aufgelegt.
Für den Bitcoin heißt das: Sein Wert wird von nun an im globalen Finanzcasino bestimmt.

Das globale Finanzsystem ist seit 2008 nur durch das Schaffen enormer Geldsummen durch die Zentralbanken am Leben erhalten worden. Daher
sind in den vergangenen Jahren an den Anleihen-, Aktien- und Immobilienmärkten riesige Blasen entstanden, die jederzeit zu platzen drohen. Vor allem aber ist ein historisch nie dagewesener Schuldenberg entstanden. Um ihn bedienen zu können, sind die Zinssätze immer weiter gesenkt worden – zum Teil bis in negatives Territorium.

Das aber zerstört zum einen das klassische Bankengeschäft (die Kreditvergabe), und führt zum anderen zwingend in eine nicht zu kontrollierende Inflation. Aus diesem Grund sind die Zentralbanken zurzeit bestrebt, die Zinssätze wieder anzuheben – angesichts des historischen Rekordstandes der globalen Schulden ein überaus heikles Vorhaben. In dieser schwierigen Situation kommt dem System der Bitcoin-Hype sehr gelegen: Er zieht Gelder aus anderen Märkten ab und entspannt dort die Situation leicht. Zum anderen ermöglicht er Großinvestoren, in kurzer Zeit hohe Spekulationsgewinne einzufahren und so ihre Verluste durch Zinserhöhungen auszugleichen. Noch viel wichtiger aber ist die Tatsache, dass er sie in die Lage versetzt, die Bitcoin-Blase jederzeit nach ihren Wünschen platzen zu lassen. Bereits jetzt befinden sich große Bitcoin-Mengen in der Hand sehr weniger Besitzer-ein Trend, der wegen des Eingreifens institutioneller Anleger in naher Zukunft weiter zunehmen dürfte.

Da das Spekulationsgeschäft in der Hand erfahrener Börsenprofis liegt, ziehen diese natürlich alle Register und bemühen sich gegenwärtig nach Kräften, die Gans vor dem Schlachten noch richtig zu mästen. Dazu gehört vor allem eines: Große Mengen ahnungsloser Kleinanleger in das Geschäft mit hineinzuziehen. Das scheint – vor allem mit Hilfe der Mainstream-Medien – perfekt zu gelingen, denn beim Bitcoin-Rausch handelt es sich mittlerweile um den größten Hype in der gesamten Geschichte des Finanzwesens.

Bitcoin-Fürsprecher behaupten, ihr Produkt erfülle alle Voraussetzungen für eine Währung. Leider fehlt dabei die wichtigste: Bitcoins repräsentieren nämlich keinen realen Wert. Zwar leben wir in einer Welt, in der keine Währung mehr gedeckt ist, aber alle anderen sind früher einmal in Form der Edelmetalle durch einen realen Wert gedeckt gewesen. Dass sie es heute nicht mehr sind, ist das Ergebnis des Zerfalls des Bretton-Woods-Systems, das die USA 1971 zwang, den Dollar (und damit alle an ihn gebundenen Währungen) vom Gold zu lösen. Damit wurde eine Epoche eingeleitet, die zur Explosion des Finanzsektors und damit in das derzeitige globale Finanzcasino geführt hat. Der durch nichts gedeckte Bitcoin ist somit die erste Währung, die von vornherein als Fiat-Währung zur Welt gekommen ist. Das allein zeigt: Kryptowährungen sind keine Herausforderung des bestehenden Geldsystems, sondern repräsentieren und symbolisieren ihrem Wesen nach die höchste Stufe seines Zerfalls und seiner Fäulnis.

Wie aber kann es sein, dass Krypto-Anhänger immer wieder darauf pochen, dass ihre vermeintlichen Währungen demokratisch seien und der Weltherrschaft der Banken ein Ende setzen würden? Auch das liegt in erster Linie daran, dass sie die Welt nicht in ihrer geschichtlichen Entwicklung betrachten und deshalb einem verhängnisvollen Irrglauben unterliegen: Sie meinen, dass die bestehenden Machtverhältnisse ohne politischen Kampf und nur mit Hilfe technischer Innovationen verändert werden könnten. Das aber wird schon deshalb nicht möglich sein, weil sich die herrschende Finanzelite ihren wichtigsten Trumpf, nämlich das Monopol der Geldschöpfung, das zurzeit ausschließlich bei den Geschäftsbanken und den Zentralbanken liegt, niemals kampflos aus der Hand nehmen lassen wird. Auch wenn die Blockchain-Technologie, die hinter den Kryptowährungen steht, revolutionär ist und mit Sicherheit eine Zukunft haben wird, muss man feststellen: Wem diese Technologie dient, wird nicht durch raffiniert erdachte Geldsysteme entschieden, sondern durch den Kampf um die politische Macht. Und diese liegt, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen, derzeit fest in den Händen der Finanzelite, deren Vertreter momentan mit dem Bitcoin dasselbe tun wie mit allem, was sie in die Hände bekommen: Sie unterwerfen ihn ihren eigenen Interessen.

Mistral
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Re: Bitcoin

Beitragvon Mistral » Mo 18. Dez 2017, 14:25

Über Bitcoin kann man denken was man möchte, am Ende muss jeder seine Erfahrungen selbst sammeln. Auch wenn die teuer werden können. Selbst die jüngste Geschichte zeigt doch mehr als deutlich, dass alles was mit dem schnellen Geldverdienen zusammen hing immer sehr schmerzhaft in die Hosen gegangen ist.

Den beiden Beiträgen in diesem Thread ist deshalb von meiner Seite nichts anzufügen, weil das Wesentliche gesagt ist. Allerdings möchte ich zu zwei Textpassagen etwas beitragen.

Urbadener hat geschrieben:Das scheint – vor allem mit Hilfe der Mainstream-Medien – perfekt zu gelingen, denn beim Bitcoin-Rausch handelt es sich mittlerweile um den größten Hype in der gesamten Geschichte des Finanzwesens.

Diesen Eindruck habe ich nicht. Im Gegenteil, die meisten Publikationen in der Presse sind meistens sehr zurückhaltend und warnend.

Urbadener hat geschrieben:Daher sind in den vergangenen Jahren an den Anleihen-, Aktien- und Immobilienmärkten riesige Blasen entstanden, die jederzeit zu platzen drohen.

Eine weitere Blase wurde vergessen, dazu ein Bericht auf n-tv:

Wenn Autobauer zu Banken werden - VW, BMW und Daimler spielen Kredit-Roulette

Eine der größten Gefahren für die deutsche Autoindustrie hat nichts mit Reifen und Motoren zu tun: Faule Kredite sind für sie gefährlich wie Rückrufe und Abgas-Betrug. Erinnerungen an die Finanzkrise werden wach.
Denkt man an Volkswagen, denkt man an Produktionshallen in Wolfsburg, an Arbeiter, die Räder an Autos schrauben, an Parkplätze voll neuer Golfs, die sich vor den Werkstoren in der Sonne spiegeln. Doch das Wertvollste, was Deutschlands größter Konzern besitzt, sind längst nicht mehr seine Fabriken, seine fertigen Autos oder seine Erfindungen. Es sind die Kredite, die VW an seine Kunden und Händler vergeben hat. Sie machen inzwischen rund ein Drittel des gesamten Konzernvermögens aus. Ebenso sieht es bei Daimler aus. Und beim Premium-Hersteller BMW sind es sogar mehr als 40 Prozent.
Zusammen haben die drei Autobauer inzwischen Forderungen an ihre Kunden und Händler von sagenhaften 283 Milliarden Euro auf den Büchern. Damit haben sie mehr Kredite vergeben als die Commerzbank. Denn kaum jemand bezahlt sein Auto heute noch bar. Die meisten Leute leasen oder finanzieren es. VW, BMW und Daimler sind dadurch von Auto-Giganten zu Großbanken geworden. Ihre Finanzarme sind längst ebenso wichtig wie ihre Fabrikhallen.
VM, Daimler und BMW schleppen heimlich überfällige Kredite auf der Bilanz mit - schreiben sie aber nicht ab. Weil der Großteil der Autokäufer weniger als 30 Tage im Verzug sei, müsse man das nicht, argumentieren die Konzerne. Dabei sind diese schwebenden Kreditrisiken oft um ein Vielfaches größer als die tatsächlichen Abschreibungen: Bei Daimler summierten sie sich vergangenes Jahr auf rund 2,5 Milliarden Euro. Die bestehenden Wertberichtigungen beliefen sich dagegen nur auf rund eine Milliarde Euro.
Besonders gefährlich sind plötzliche Preiscrashs - wie sie jetzt für Diesel-Autos im Zuge des Abgas-Betrugs drohen. Der ADAC rät bereits vom Dieselkauf ab. In vielen Großstädten drohen Fahrverbote. Wenn sie kommen, wird es einen massiven Preisverfall geben. Er wird vor allem VW und Daimler hart treffen, die über Jahrzehnte Millionen Diesel-Autos verkauft haben: Bricht ihr Marktwert ein, müssen sie Milliarden auf die Leasingverträge abschreiben, die sie für die Wagen vergeben haben.
Hinzu kommt, dass auch Diesel-Käufer, die ihr Auto auf Kredit finanziert haben, dann womöglich streiken und nicht mehr zahlen, obwohl sie rechtlich verpflichtet sind. Denn wer will noch Tausende Euros für Autos berappen, die plötzlich kaum noch etwas wert sind? Noch dazu, wenn VW sie mit Betrug verkauft, seinen Kunden bisher aber keinerlei finanzielle Entschädigung angeboten hat?
Trotz all dieser Risiken werden VW, Daimler und BMW die Finanzierung ihrer Autos nicht völlig anderen Banken überlassen - sie verdienen zu gut daran. Nicht an den Zinsen, die fallen kaum ins Gewicht. Vielmehr kurbeln sie mit den Krediten ihre Verkäufe an. Rund ein Drittel der mehr als zehn Millionen Autos, die VW jährlich ausliefert, finanziert Wolfsburg seinen Kunden inzwischen auch. BMW finanziert sogar jeden zweiten seiner Neuwagen, genauso wie Daimler.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/VW-BMW-u ... 83749.html

Wenn eine der risikoreichen Blasen platzt, kracht es überall und dann kann schlagartig der berüchtigte Dominoeffekt einsetzen und sämtliche Kartenhäuser die auf Luftgeld gebaut sind zum Einsturz bringen. Das ist den großen Spekulanten sehr wohl bewusst und darum werden die Gänse bis zum Schlachttag fleißig weiter gemästet.

Arminius
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Re: Bitcoin

Beitragvon Arminius » Di 19. Dez 2017, 00:22

Ich möchte mich bei allen drei Schreibern der ersten drei Beiträge für ihre wertvollen Beiträge bedanken. Ich glaube sie haben mir allesamt geholfen eine differenziert kritische Betrachtung der Gesamtproblematik vornehmen zu können. Ich habe verstanden! Das Ganze war mir eh sehr suspekt und in der Realität habe ich mir auch zu keinem Zeitpunkt Bitcoins gekauft. Das hier Gelesene hat mich in meinem Handeln bestätigt. Ich werde zu Bitcoins Abstand halten, auch wenn sie noch auf 50- oder 100.000 € oder US Dollar steigen. Es ist eine tickende Zeitbombe, die jederzeit das Finansystem mit enormen Schockwellen u. Schäden heimsuchen kann, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen kann.

Urbadener
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Re: Bitcoin

Beitragvon Urbadener » Fr 22. Dez 2017, 09:22

Bitcoin stürzen ab in Richtung 12.000 Dollar
Die Digitalwährung Bitcoin hat kurz vor Weihnachten massiv an Wert verloren. Auf diversen Handelsplattformen rutschte der Bitcoin am Freitagmorgen unter die Marke von 13.000 Dollar und bewegte sich auf 12.000 Dollar zu.
https://www.finanzen100.de/finanznachri ... 02_524424/

Nur zur Erinnerung, am 18.12. lag der Kurs bei über 20.000 Dollar.

Cornelius Scipio
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Re: Bitcoin

Beitragvon Cornelius Scipio » Fr 22. Dez 2017, 10:33

Das ist das richtige Tool oder Spielzeug für pathologische Zocker oder eh schon Reiche, die halt mal mit ihrem Taschengeld von 50.000,-- Euro spielen wollen.

Mit Seriösität hat das nichts zu tun. Jeder nach seinem Willen, solange mein Konto nicht geplündert wird.

Urbadener
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Re: Bitcoin

Beitragvon Urbadener » Mi 10. Jan 2018, 08:45

Dass alleine die Absichtserklärung oder Ankündigung, sich in einem Bereich betätigen zu wollen in dem es schon viele Marktbegleiter gibt, dazu führt, dass der Aktienkurs hoch schießt, habe ich zuletzt am Neuen Markt erlebt. Wie es weiter ging, ist bekannt.

Kodak plant Coin - Aktienkurs explodiert

Alles, was mit Digitalgeld zu tun hat, lässt Anlegerherzen gerade höher schlagen. Das jüngste Beispiel: Kodak. Der einstige Foto-Pionier kündigt eine eigene Digitalwährung samt Plattform an und der Aktienkurs schießt in die Höhe.
https://www.teleboerse.de/aktien/Kodak- ... 22659.html

Kleiner Rückblick - 24.01.2012

Ist die Kodak-Pleite eine Bedrohung für den Silberpreis?
http://www.boerse-express.com/pagesfoonds/17871

Bedrohungen gab es schon immer, wenn die heute einen Kurssprung von 120% erzeugen, dann ist das enorm. Oder?

Friedrich von Hayek
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Re: Bitcoin

Beitragvon Friedrich von Hayek » Mi 10. Jan 2018, 09:48

In Frankfurt hat die Börse mit einem Plus von 144 % bei Kodak reagiert auf die Nachricht, diese Firma wolle eine Kryptowährung für ihr Geschäft einführen.

Was mir ein großer Hemmschuh erscheint, dass eine Kryptowährung eine substanieller Ersatz für unsere heutigen Fiatwährungen werden kann, ist nach meiner Meinung die Unstetigkeit und Unberechenbarkeit in der Kursentwicklung. Sowohl die Wirtschaft als auch die Regierung ist auf eine berechenbare, sich kontinuierlich entwickelnde -egal ob progressiv oder degressiv- Währung angewiesen. Exorbitante Kursausschläge sowohl nach oben, wie auch nach unten, sind zu hasardeurhaft, um Wirtschafts- bzw. Politikprozesse als Zahlungs- oder Berechnungsgrundlage zu begleiten.

Mir erscheint die Nischenverwendung als Spekulationswährung angemessen, in die man, je nach Risikoaffinität, mit einem gewissen spekulativen Betrag investiert. Das passiert aber in aller Regel nur mit "Splittern" des Vermögens.

Es muss sich erst noch erweisen, ob eine Kryptowährung gegenüber massiven Einflußnahmen durch vorgetäuschte hohe Nachfrage oder hohes Angebot immun sein kann, woran ich sehr zweifle. Die kolportierten 21 Millionen Einheiten, die beispielsweise bei der Bitcoin Währung existieren sollen, sind ein recht bescheidenes Volumen, die technischen Voraussetzungen sehr anspruchsvoll (u.a. ein exorbitanter Stromverbrauch). Durch die Limitierung auf ein derart kleines Volumen resultieren nach meiner Logik sehr praxisfremde Notierungen. Wenn ein Bitcoin z. B. auf 15.000 US$ notiert und man hat eine Rechnung mit einer kleinen zweistelligen Summe zu bezahlen, ergibt das eine lange Zahl von 0,000...
Das ist schlecht handhabbar und für Fehler geradezu prädestiniert.

Wenn ich in einem Bitcoinstore einkaufe begegnen mir dann Preisschildchen mit 0,00009367 Bitcoin? Da war ja die Umrechnung von DM auf Euro ein Kindergeburtstag.

Urbadener
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Re: Bitcoin

Beitragvon Urbadener » Do 11. Jan 2018, 13:10

Zum Bitcoin nun der Ripple

Ripple und sein seltsamer Höhenflug
Analyse. Die Kryptowährung Ripple erlebt derzeit einen Kurshöhenflug und bedroht sogar die Leitwährung Bitcoin. Gute Gründe dafür gibt es kaum.

Der Wert eines Ripple hat sich innerhalb eines Monats verfünfzehnfacht. Kostete ein Coin Anfang Dezember noch 25 Cent, verlangen Verkäufer zwischenzeitlich 3,75 Dollar. Das ist beachtlich, zumal der Ripple in den letzten Tagen an Ethereum vorbeigezogen ist und als zweitgrößte Kryptowährung sogar die Leitwährung Bitcoin bedrängt. So wuchs die Marktkapitalisierung des Ripple auf 110 Milliarden und damit auf 20 Prozent der gesamten Szene. Der Bitcoin vereinigt nur noch 33 Prozent auf sich – der historisch niedrigste Wert seit seiner Entstehung.

Der Ripple wurde erfunden, um internationale Zahlungen innerhalb von Sekunden günstig abzuwickeln. 1.500 Transaktionen sind pro Sekunde möglich – mehr als das 200-fache des Bitcoins. Wer also Euro in Dollar tauschen will, kann das über die Ripple-Technologie tun – und das innerhalb von wenigen Sekunden und für Gebühren im Cent-Bereich. Diese Gebühren werden im Anschluss an die Überweisung vernichtet.

Betrieben wird die Technologie durch das gewinnorientierte Unternehmen Ripple Labs, das in neun Runden Risikokapital von 90 Millionen US-Dollar eingesammelt hat und unter anderem seit 2014 vom deutschen Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg beraten wird.

https://www.gruenderszene.de/allgemein/ ... tcoin-kurs

Sten
Beiträge: 957
Registriert: So 31. Jan 2016, 10:38

Re: Bitcoin

Beitragvon Sten » Di 16. Jan 2018, 16:20

Angesichts des hohen Energieverbrauchs gehen China und Südkorea verstärkt gegen Bitcoin-Mining vor. Die Regulierungsbemühungen der beiden asiatischen Staaten lassen den Kurs der digitalen Währung offenbar nun einbrechen.

Strenge Regulierungsbemühungen in den Krypto-Hochburgen China und Südkorea haben die Digitalwährung Bitcoin am Dienstag offenbar deutlich belastet. Auch andere Digitalwährungen wie Ether, Ripple – wofür es aber kein Mining gibt – und Litecoin gerieten nach den Berichten über ein Schürfverbot in China und ein mögliches Handelsverbot in Südkorea unter Druck.

Auf der Handelsplattform Bitstamp kostete ein Bitcoin rund 11.800 US-Dollar, nachdem er einige Stunden zuvor noch mit knapp 14.000 US-Dollar gehandelt wurde. In kürzester Zeit hatte die Kryptowährung um mehr 16 Prozent nachgegeben. Der Kurs der derzeit zweitwichtigsten Kryptowährung Ether verlor etwa 20 Prozent. Ripple und Litecoin sackten um knapp 20 Prozent beziehungsweise bis zu 28 Prozent ab.

https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 42298.html

Die Nerven habe ich nicht um damit zu spielen.
LG Sten


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