Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Mistral
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Mistral » Fr 27. Mär 2020, 19:44

In der Tat, 1923 lässt grüßen!
Wie Markus Krall richtig feststellt, die Fehler die vor fast 100 Jahren gemacht wurden, wiederholen sich 2020.
Wie die Weimarer Republik geendet hat, weiß jeder der in der Schule ein kleines bisschen aufgepasst hat.

MIKE
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon MIKE » Di 31. Mär 2020, 18:56

„Wir sind in Absurdistan gelandet. Das ist so, als wären wir alle auf der Titanic und jemand sagt: Du musst unbedingt vom roten auf den gelben Liegestuhl wechseln, weil du da sicherer liegst.“ (Andreas Popp)

Einige Thesen von ihm:
1
Die eigentliche Ökonomie in den Finanzmärkten ist so pervertiert, dass die Menschen, die dort spielen, also die Manager und Spekulanten, sich im Rahmen ihrer Jobs überhaupt nicht dafür interessieren, ob jetzt Menschen sterben oder nicht. Es geht darum, die richtigen Einstiegs- und Untergangsszenarien finden. Wenn ein Risiko diskutiert wird, dann geht es weniger um Fakten, sondern um den Glauben.
2
Wir befinden uns in einer riesigen sektenartigen Struktur, die sich Banken-und Investmentwelt nannte und die nach bestimmten Kriterien spekuliert. Es geht um Psychologie und nichts anderes.
3
Die ökonomischen Daten gibt es heutzutage nur noch im Mittelstand, aber der hat keinen DAX.Die Bad Bank ist die Realität pur. Auf alles wird gewettet.
4
Viele Unternehmen sind heute in Ländern, wo sie eigentlich nicht sein dürfen, weil sie die wirtschaftliche Stabilität nicht haben.
5
Der Zeitpunkt für einen bereinigenden Prozess der drohenden Pleiten ist gekommen, um sich dann auf eine neue Ökonomie zu konzentrieren, die tatsächlich den Bedürfnissen der Menschen dient und nicht nur den Aktienspekulanten, sondern der Volkswirtschaft und den Menschen, die darin leben.
6
Wir befinden uns in einer Situation, die man jetzt mit einer Währungsreform lösen könnte. Ein Neuanfang ist gut. Wir haben jetzt die Möglichkeit uns neu zu orientieren und endlich die Grundsatzfrage zu stellen: Was ist eigentlich Wirtschaft?
7
Wirtschaft ist nicht nur Betriebswirtschaft und Rendite und Profit, sondern hat auch irgendetwas damit zu tun, dass die Menschen zum Neispiel aus den Aktivititäten , geteilte Arbeitsfähigkeiten usw. auch ihr Leben bestreiten können. Und zwar ordentlich und vernünftig und nicht unter wahnsinnigem Druck und unter Ausbeutung und Zerstörung der Menschenseelen. Da sind wir nämlich gerade.
8
Die deutsche Deindustrialisierung ist angesichts des Überschusses an Waren nötig.
Die Industrie hat ein Interesse daran herunterzufahren. Das sind nicht die Leute, die dort arbeiten, sondern die Leute, die mit diesen Industrien Rendite machen wollen, um letztendlich die Macht des Kapitals an sich zu binden.
9
Banken haben große Probleme mit den Erosionen ihrer Gewinne. Die Banken haben keine Kunden mehr. Die Einen sind so reich, dass sie keine Kredite mehr brauchen und die Anderen sind so arm, dass sie keine Kredite bekommen, weil sie keine Sicherungen haben. Jetzt geraten die Banken ins Trudeln. Die Industrie der Bankenwirtschaft durchschaut dies und bereitet einen eigenen Abgang vor. Zur Zeit werden mit einer intelligenten Buchführung Bilanztricks durchgezogen. Wenn man sich den Zusammenbruch der Eigenkapitalquoten der Banken ansieht, dann wird es sehr schnell deutlich, dass es in Richtung Plan B geht.
10
Das hässliche „R“Wort (Rezession) geht um. Man redet dann davon, wenn zwei Negativquartale in Folge vorliegen. Das BIP sind alle Bewegungen innerhalb eines Wirtschaftsgebietes, die von A nach B und B nach A gehen. Diese Bruttosumme sagt nichts über die Effizienz aus. Hier werden alle Kosten und alles, was destruktiv ist, eingerechnet, ob Biowaffenproduktion, Rüstungsgüter, auch Flüchtlingsindustrie schafft viel Wachstum. Würde man bereinigen in sinnhafte und sinnlose Wirtschaft, dann hätten wir schon längst einen Zusammenbruch. Das BIP ist eigentlich nur noch eine Farce und sagt über das Sinnhafte einer Wirtschaft nichts aus. Wir sollten uns von diesem Begriff verabschieden.
11
Es wird nicht mehr gefragt, ob etwas segensreich ist oder nicht. Es geht nur noch um Profit und Wachstum.
12
Wir sind stark exportabhängig. Drei Negativfaktoren kommen jetzt zusammen.
1. Wachstumsschwäche in China. Exporte nach China brechen ein.
2. Komplexe Lieferketten werden unterbrochen
3. Möglicherweise gibt es Probleme mit Lieferungen aus Italien.
Die Exportabhängigkeit kann den Deutschen nun um die Ohren fliegen.
Jeder Bundesbürger produziert 5.000 EUR/p.a. an Waren und Dienstleistungen, die ins Ausland gehen. Zurück kommt wertloses Geld. Man arbeitet für Bürger in anderen Ländern und bekommt nichts dafür zurück.
13
Wir müssen erkennen, das jede Wirtschaft ausgeglichen sein muss in der Außenhandelspolitik. Wenn ich etwas verkaufe ins Ausland, dann muss ich Waren und Dienstleistungen gleichwertig zurückbekommen und darf es nicht anschreiben lassen. Geld bezahlen heißt: Man lässt etwas anschreiben.
14
Im Augenblick zerlegt sich unser System. Eine schwierige Situation für alle Menschen, die in diesem System gefangen sind.Die vielen Ballungsgebiete, die vielen Fehlstellungen. Die Konzentration Unternehmen, mit denen man die Effizienz erhöht, sind nicht effizient, sind nur betriebswirtschaftlich effizient. Keiner fragt, ob die Menschen zwei Stunden zur Arbeit fahren müssen und abends wieder zurück. Diese Kosten für die Arbeiter, die hin und her pendeln und drei bis vier Stunden unterwegs sind - würde man diese Kosten den Betrieben mit einrechnen, dann würde man relativ schnell wieder dezentralisieren und man würde die Leute vor Ort arbeiten lassen.
15
Diese Grundfragen dürfen gar nicht mehr gestellt werden.

Nach einem Zusammenbruch könnte sich eine faire, saubere Ökonomie entwickeln.

Sten
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Sten » Mi 1. Apr 2020, 11:18

MIKE hat geschrieben:Die eigentliche Ökonomie in den Finanzmärkten ist so pervertiert, dass die Menschen, die dort spielen

Ich weiß nicht ob das ein Spiel ist aber an Tagen mit geradem Datum gehen die Börsenkurse rauf und bei ungeradem Datum runter.
Oder ist das nur Zufall?
LG Sten

MIKE
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon MIKE » Do 2. Apr 2020, 19:39

Sten hat geschrieben:Oder ist das nur Zufall?

Das ist der Corona-Modus.
Aber wen interessiert denn noch, wo Europa steht.
Viel wichtiger ist die Entwicklung des Rubel.

MIKE
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon MIKE » Do 2. Apr 2020, 19:41

Sten hat geschrieben:Oder ist das nur Zufall?

Das ist der Corona-Modus.
Aber wen interessiert denn noch, wo Europa steht.
Viel wichtiger ist die Entwicklung des Rubel.

Arminius
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Arminius » Sa 4. Apr 2020, 20:25

Nein, wir stehen nicht vor einer neuen großen Finanzkrise, sondern wir stehen vor dem großen finalen Zusammenbruch!

https://www.goldseiten.de/artikel/44483 ... leben.html

Wer sich von den Quoten-Ökonomen Prof. Fratzscher vom DIW und von dem Quoten-Gewerkschafter Prof. Bofinger einlullen läßt und auf diese hört, dem ist nicht mehr zu helfen. Auf solche Loser-Kapazitäten verläßt sich unser Politbüro. Alleine dieser Umstand disqualifiziert unsere Regierung restlos.

Seien Sie schlau und nehmen Sie Prof. Malinen ernst.

Mistral
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Mistral » So 5. Apr 2020, 13:18

Arminius hat geschrieben:Seien Sie schlau und nehmen Sie Prof. Malinen ernst.

Macht der auch bei DSD oder Dschungelcamp mit? Oder kickt der beim 1. FCK?

Die meisten unserer sorglosen Mitmenschen kennen noch nicht einmal den Unterschied zwischen Ökonomie und Ökologie. Viele vermuten dahinter viel eher Onkologie. Ich muss gestehen, dass das auch nicht ganz einfach ist, spielen die Ökologen derzeit doch den ultimativen Ökonomen und dazu brauchen sie wiederum den Onkologen, weil die alten weißen Krebsgeschwüre unbedingt entfernt gehören.

Für die Leute, die nicht wissen was sie wissen sollten, veröffentliche ich hier ein Video mit vielen bunten Bildern und verständlichen Erklärungen:

Der schlimmste Crash kommt noch....... und keiner ist vorbereitet
https://youtu.be/wF52zRfuVH0

Keiner ist vorbereitet? Das bezweifle ich! Auf etwa 95% der deutschen Landsleute dürfte es jedoch zutreffen und die lachen derzeit noch über die 5% Verschwörungstheoretiker, wenn sie nicht gerade dem Klopapier hinterherlaufen. Damit lebe ich relativ entspannt und werde das auch weiterhin tun. Wer nicht (zu)hören will muss fühlen.

MIKE
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon MIKE » So 5. Apr 2020, 14:20

Mistral hat geschrieben:Keiner ist vorbereitet? Das bezweifle ich! Auf etwa 95% der deutschen Landsleute dürfte es jedoch zutreffen ....

So viele Hezkatheterplätze haben wir nicht . Vielleicht sollte mal die einzigste Chest-Pain-Ambulanz in Mittelbaden vorgewarnt werden.

Urbadener
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Urbadener » Mo 6. Apr 2020, 17:17

MIKE hat geschrieben:Vielleicht sollte mal die einzigste Chest-Pain-Ambulanz in Mittelbaden vorgewarnt werden.

Vielleicht sollten wir Mittelbadener uns mehr südlich orientieren:

https://www.bo.de/lokales/ortenau/zwei- ... -patienten

Bevor ich hier in der Region dringender Hilfe nachlaufe, nehme ich lieber eine weitere Anfahrt in kauf.

Mistral
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Mistral » Fr 10. Apr 2020, 11:35

Vielleicht müssen wir uns in absehbarer Zeit mit homöopathischen Herztropfen begnügen, das würde uns eine weite Anfahrt ersparen und zudem noch den Co2-Ausstoss vermindern. Alle Anzeichen deuten darauf hin.

Die Krise, in der die Welt jetzt steckt, wurde nicht durch das Corona-Virus verursacht, das ist nur der Impulsgeber. Die wahre Ursache der größten Finanzkrise der Geschichte sind die Zentralbanken. Seit 50 Jahren gießen sie Öl ins Feuer, indem sie fortlaufend die Kosten für Geldbeschaffung senkten. Seither beobachten wir weltweit sogar Negativverzinsung. Das Pulver der Zentralbanken ist somit verschossen.

Geld ist ein Gut und sein Preis sollte sich in direkter Abhängigkeit von Risiko sowie Angebot und Nachfrage bilden. Doch aktuell haben wir ein Scheinfinanzsystem mit falschem Geld und falschen Märkten; reale Kurse gibt es nicht. Also: Durch konstante Manipulation und Interventionen können die Zentralbanken gemeinsam mit einigen Komplizen die meisten Märkte und deren Kurse komplett manipulieren. Daher schlägt sich in den heutigen Geldbeschaffungskosten weder das Risiko noch die Nachfrage nieder. Sie sind heute allein Ausdruck arglistiger Manipulation, die den Staaten und ihren Meistern dient. Doch wie immer bei Scheinmärkten: Auch dieser wird ein Ende haben – und nicht bloß ein schlimmes, sondern ein katastrophales.

Buchstäblich jeder Staat weltweit stellt aktuell Milliarden und Billionen seiner Währung für den vergeblichen Versuch zur Verfügung, die Weltwirtschaft vor dem Einbruch zu retten. In vielen Ländern sind 50 % der Industrieproduktion oder mehr stillgelegt. Die meisten Dienstleistungsbranchen sind völlig zum Erliegen gekommen, die Arbeitslosigkeit nähert sich Ständen an, wie sie seit der 1930er Depression nicht mehr erreicht wurden. Alle Unternehmen benötigen Beihilfe – vom Großkonzern bis zum Kleinbetrieb. Die Mehrheit der Menschen verfügt nicht über genügend Ersparnisse, um davon mehr als ein paar Wochen leben zu können. Und diejenigen, die jetzt arbeitslos werden, stecken in einer verzweifelten Situation.

Aus all dem ergibt sich ein Teufelskreis aus nicht bezahlten Rechnungen einschließlich Miete, Hypotheken und Steuern. Das Problem ist aber, dass wir es nicht mit einer vorübergehenden Krise zu tun haben. Das heißt, dass es in den meisten Ländern eine permanente und schwerwiegende Ausdünnung des Bruttoinlandsprodukts geben wird. Was wir gerade jetzt erleben, ist der Beginn eines säkularen Abschwungs, der bald zu einer hyperinflationären Depression führen wird. Und dies ist seit jeher das unausweichliche Ende eines Zyklus gewesen.


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