Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Mistral
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Mistral » Sa 29. Feb 2020, 12:35

Wir haben einige weitere Probleme zu den bereits existierenden dazu bekommen.

Denn wir haben in den letzten 10 Jahren eine Illusion von Wohlstand erlebt, quasi als letzte Party eines Landes, das mit alten Industrien noch einmal die Vorzüge der Globalisierung in voller Blüte nutzen konnte.
Hinter der Fassade dieses Aufschwungs, basierend auf dem billigen Geld der EZB und dem schwachen Außenwert des Euro, verschlechterten sich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und damit unsere Fähigkeit, auch künftig wohlhabend zu sein.
Unsere Politiker setzten derweil auf Konsum statt auf Investitionen. Bei wichtigen Themen – von Bildung bis Infrastruktur – besteht ein erheblicher Investitionsrückstau, während die ungedeckten Versprechen zugunsten der immer älter werdenden Bevölkerung deutlich zugenommen haben.
Wenn wir jetzt nicht deutlich und entschieden gegensteuern, drohen uns Jahre heftiger Verteilungskonflikte, sozialer und politischer Spannungen und relativen wirtschaftlichen Niedergangs.
Das Schönreden und Optimismus verbreiten, wird ab sofort durch die brutale Realität ersetzt. Die Mehrheit hat das leider noch nicht realisiert.

Mistral
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Mistral » So 1. Mär 2020, 14:29

Derzeit hören wir von Hamsterkäufen in einigen Regionen in Europa.

Was sich bei einigen Discountern abspielt, kann sich sehr schnell in die Banken verlagern.
Warum das so kommen kann, erklärt das nachfolgende Video:
https://youtu.be/sRDhQbEif6k

Urbadener
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Urbadener » Mo 2. Mär 2020, 09:31

Jetzt passiert genau das, was die als Verschwörungstheoretiker bezeichneten Ökonomen vorhergesagt haben:

Notenbanken sollen Mittwoch koordiniert die Zinsen senken!
Der ehemalige Fed-Offizielle und derzeit für das „Bank Policy Institute“ tätige Bill Nelson hat gestern einen Blogeintrag veröffentlicht, der aktuell in der Finanzwelt für großes Aufsehen sorgt. Den Original-Blogeintrag können Sie beim Klick an dieser Stelle einsehen. Bill Nelson sagt, dass es Mittwoch früh (also Mittags in Europa) eine koordinierte Aktion der Notenbanken geben werde. Die Zinsen sollen gesenkt werden, wobei die Federal Reserve wohl mit 50 Basispunkten dabei sein soll. Neben den üblichen Verdächtigen wie vermutlich Fed, EZB, Bank of England und Bank of Japan könne womöglich auch die People´s Bank of China mitmachen, so Nelson. Auch zu beachten sind aktuelle Aussagen von Goldman Sachs, wo man erwartet, dass die Fed vielleicht noch vor ihrer offiziellen Sitzung (ab dem 16. März) die Zinsen senken werde, und zwar um 50 Basispunkte.
https://finanzmarktwelt.de/notenbanken- ... en-158893/

Der nächste Schritt wird sein: "Auch die Bank of Japan hat heute früh ganz klar gesagt, dass sie wohl etwas tun werde – Geld in den Markt pumpen lautet die Devise der Japaner, so kann man es wortwörtlich nachlesen."

Es läuft alles nach Plan!

Urbadener
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Urbadener » Mi 4. Mär 2020, 16:32

Markus Krall-Szenario von Zinskollaps und Kreditkontraktion früher als gedacht?
Warum wir die Theorie von Markus Krall immer wieder besprechen? Wo er doch von diversen Leitmedien als einer der „Crash-Propheten“ in die Clown-Ecke gestellt wird, da ist es doch nicht mehr angebracht sich mit seinen Aussagen zu beschäftigen?
Aber niemand hat die derzeitige Lage des Bankensystems und die mögliche Entwicklung der nächsten Quartale so konkret beschrieben und mit Daten unterlegt wie Markus Krall – und er kommt aus der Branche! Daher ist es immer wieder interessant zu sehen, ob die Lage sich so entwickelt, wie von ihm beschrieben.
Und die letzten Wochen und Monate geben seiner Theorie bisher recht. Sie besagt nämlich, dass die Zinsmarge für die Banken immer weiter abschmilzt. Einmal durch immer weitere Zinssenkungen der Notenbanken, aber gleichzeitig auch durch den immer größer werdenden Wettbewerb der Banken untereinander, die immer mehr Einlagen-Überschüsse als Kredite herausreichen müssen – und daher auch ganz ohne Notenbanken gezwungen sind ihre Zinsangebote immer tiefer anzusetzen (Prinzip Angebot und Nachfrage).
Ist das Coronavirus genau der Auslöser, der das von Markus Krall beschriebene Ereignis der Kreditkontraktion vorzieht? Denn man sah gestern, dass ein Dienstleister für Baufinanzierungen ein neues Allzeittief für Bauzinsen vermeldete – und das noch, bevor die EZB überhaupt eine eigene neue Zinssenkung verkündet hat. Tut sie dies, sinken die Zinsen für die Bankkunden ja noch weiter in den Keller, und dank dem immer größeren Wettbewerb erodieren die Zinserträge der Banken somit noch schneller. Die Fed und die australische Notenbank haben gestern die Zinsen gesenkt. Heute um 16 Uhr wird wohl die kanadische Notenbank auch nachziehen auf dem Weg nach unten? Und die EZB wird in Kürze wohl mitmachen? Das Coronavirus könnte der Auslöser sein, dass die Theorie von Markus Krall (sinkende Zinsmargen, sinkendes Eigenkapital der Banken, Kreditkontraktion) schneller eintritt als gedacht, also noch vor Ende 2020?

https://finanzmarktwelt.de/markus-krall ... io-159217/

Friedrich von Hayek
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Friedrich von Hayek » Do 5. Mär 2020, 10:26

@Urbadener
Als Ergänzung möchte ich, zur Quantifizierung des Problems für jedes einzelne Bankinstitut, hinzufügen, dass die von Dir beschriebene Einkommensmargen (Sparmarge/Transformationsmarge/ Risikomarge) nicht weniger als 80 % der Einnahmen von Banken ausmachen. Dieses Quantum zeigt, dass es ans Existenzielle geht. Die Gebühren für Bankdienstleistungen lassen sich auch nicht bis ins Unendliche erhöhen um diesen Ausfall zu kompensieren.
Dr. Markus Krall ist ein ausgewiesener Fachmann und kennt die DNA von Banken wie kaum ein anderer aus der Praxis und nicht nur aus der Theorie wie manch andere so titulierte "Sachverständige". Seine Videoclips auf Youtube sind sehr empfehlenswert und die von ihm mit ins Leben gerufene Atlas-Initiative (http://www.atlas-initiative.de) ist ebenfalls eine große gesellschaftliche Bereicherung!

Sten
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Sten » Do 5. Mär 2020, 13:13

Der Corona-Virus und seine wirtschaftlichen Folgen

https://youtu.be/jyqmttGG6Vk

Super erklärt und sogar für mich einleuchtend :mrgreen:
LG Sten

Urbadener
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Urbadener » So 8. Mär 2020, 09:08

@Sten, vielen Dank für den Link. Mit seiner Vermutung dürfte der Herr Professor nicht weit daneben liegen.

ANGESICHTS der anlaufenden Corona-Epidemie hat der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU/CSU, Carsten Linnemann, die Bundesregierung dazu aufgerufen, Notkredite in zweistelliger Milliardenhöhe für die Wirtschaft bereitzustellen. „Ich habe die große Sorge, dass die Coronakrise die Finanzkrise 2008/2009 in den Schatten stellen wird“, sagte Linnemann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben). Die Politik müsse jetzt genauso entschlossen handeln wie im Oktober 2008 mit der Garantie der Spareinlagen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) abgegeben hatten.

„Die Wirtschaft muss wissen, dass die Politik für ein umfangreiches Notkreditprogramm in diesen Monaten Mittel in zweistelliger Milliardenhöhe zur Verfügung stellen wird“, forderte der Vizevorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag vor dem Koalitionsgipfel von Union und SPD an diesem Sonntag. Darüber hinaus verlangte Linnemann „Entlastung, Flexibilisierung und Freiräume“ für den Mittelstand, „um die Krise zu bewältigen und danach im internationalen Wettbewerb wieder Fuß zu fassen“. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter nannte es richtig, betroffene Unternehmen kurzfristig und unbürokratisch zu unterstützen.

„In der jetzigen Situation geht es um gezielte Soforthilfen etwa bei Ausfällen von Lieferketten oder bei Absagen von Großveranstaltungen“, sagte er den Funke-Zeitungen. „Richtig ist auch, die Regelungen zur Kurzarbeit anzupassen.“ Zugleich warnte Hofreiter die Union davor, die Corona-Lage für altbekannte Steuerforderungen zu nutzen.

Dies sei „unverantwortlich“.

Mistral
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Mistral » So 8. Mär 2020, 12:36

Nicht nur schwachen Unternehmen kann es an den Kragen gehen, auch bei Privatpersonen haben wir einen aktuellen Bestand von etwa 10% der Bevölkerung die überschuldet ist. Dazu ein interessanter Artikel aus der Zeit:

https://www.zeit.de/wirtschaft/2017-02/ ... ettansicht

Auf das was wir uns zubewegen, ist der Begriff "Minenfeld" wohl die beste Beschreibung. Ein falscher Tritt und es knallt. Bedingt durch die wirtschaftlichen Unsicherheiten, kann eine Lohnkürzung oder gar - wenn auch nur zeitlich begrenzt - ein Totalausfall der Einkünfte enormen wirtschaftlichen Schaden verursachen, den letztendlich auch ein vermeintlich starkes Land wie Deutschland nicht ohne Weiteres verkraften kann.
Mit Interesse verfolge ich die aktuelle Entwicklung in Italien, in dessen wirtschaftlichen Herzen sich gerade eine Katastrophe anbahnt. Explodiert die Mine Norditalien, werden wir von den daraus resultierenden Folgen nicht verschont bleiben.

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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Friedrich von Hayek » So 8. Mär 2020, 13:53

Bekannmachung!

Ab sofort sind die Eintrittskarten für das Event "Lesung mit Marc Friedrich und Matthias Weik" am 01. Oktober 2020 im Casino Baden-Baden, erhältlich.

Im Vorverkauf kosten sie 20 € sonst 22 €. Es ist mit straker Nachfrage zu rechnen! Deshalb, bei Interesse, sehr zeitnah um den Kartenkauf kümmern!
Könnte sein, dass es gar keinen normalen Verkauf gibt, weil schon alle Karten im Vorverkauf weggingen.

Die Karten sind ab sofort über die Thalia Buchhandlung Baden-Baden Fußgängerzone Lange Straße käuflich zu erwerben.
Ebenfalls sind Karten ab sofort an der Rezeption der Spielbank Baden-Baden erhältlich.

Der letzte Bestseller der beiden "Der größte Crash aller Zeiten" war viele Wochen in der Bestsellerliste. Die Vorhersagegenauigkeit der beiden ist frappierend. Das Buch ist praktisch ein minutiöserAblaufplan dessen, was auf uns zukommt. Der Vortrag sei jedem ans Herz gelegt, dem die Zukunft nicht egal ist. Im Anschluss können wohl noch Fragen an die beiden Ökonomen gestellt werden.

Nutzen Sie die Chance, denn nur selten bekommt man diese Gelegenheit direkt vor der Haustüre serviert. Meistens muss man sehr weit dafür durch die Republik reisen. Prädikat: Wertvoll!

Es ist eine sehr effiziente Art der Krisenvorsorge zu wissen, was auf einen zukommt, eine Vermögensvernichtung in nie dagewesenem Ausmaß.

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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Urbadener » Mo 9. Mär 2020, 05:37

Diese Woche fängt schon sehr turbulent an. Dax und Mdax starten mit jeweils Minus 0,3%, der Dow mit Minus 5% und Öl notiert 28,63 $ das Barrel, was einem Minus von 31,00$ entspricht. Vielleicht sollten wir mehr die Gegenwart im Auge haben, bis zum 1. Oktoberist es ja noch ein bisschen hin.


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