Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Friedrich von Hayek
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Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Friedrich von Hayek » Fr 22. Jan 2016, 01:07

Die Hiobsbotschaften aus aller Welt werden zusehends ungemütlicher. China will crashen, wird aber aufgrund massiver staatlicher Interventionen daran gehindert. Dadurch kommt es zu einem "Salami-Crash" in Zeitlupe.

Die USA haben aufgrund ihrer voreiligen Notenbankpräsidentin Yellen die Leitzinsen begonnen anzuheben. Die wirtschaftlichen Umstände sind allerdings so desaströs, dass an den Märkten schon Wetten abgeschlossen werden, wann Yellen die Erhöhung wieder rückgängig machen muss.

Auch in Europa ist die Eurokrise nicht einmal ansatzweise behoben, ganz im Gegenteil. Die üblichen Verdächtigen sind heute bei Weitem viel mehr verschuldet als jemals zuvor. Näheres unter unten stehendem Link:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... anz-krise/

Mistral
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Mistral » Mo 25. Jan 2016, 10:24

Zu diesem Thema haben die DWN einen hervorragenden Artikel veröffentlicht:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... fts-krise/

Alle Zeichen stehen auf eine weltweite Wirtschafts-Krise

Ist es daher nicht verwunderlich, wenn uns andauernd erzählt wird, wie toll unsere weitere wirtschaftliche Entwicklung aussehen soll? Deutschland ist keine Insel der Glückseligkeit, sondern ein kleines Glied im globalen Wettbewerb. Keinen Menschen scheint das bei uns jedoch zu interessieren, das wird erst zur Realität wenn es richtig kracht. Bis es soweit ist, werden weiterhin Milliarden an angeblich humanitärer Hilfe verschleudert, die Sozialsysteme überlastet und der Bevölkerung neue Schulden als Wirtschafts-Stimulanz untergejubelt. Geld kostet doch zurzeit nichts!

Friedrich von Hayek
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Friedrich von Hayek » Mo 25. Jan 2016, 11:44

Unter "normalen" Umständen wäre es schon lange zu einer (größeren/schweren?)Rezession gekommen, lieber 'Mistral'. Der Grund, warum dieses im Wirtschaftsleben übliche Gesundschrumpfen seit Jahr und Tag ausbleibt, das die Geschäftswelt von nicht lebensfähigen oder gescheiterten Geschäftsmodellen bereinigt, ist der, dass die EZB jeden einzelnen Monat für 60 Milliarden € wertlose Wertpapiere vom Markt aufkauft und dadurch künstlich Mittel in den Bankensektor gepumpt werden. Die Konsequenz daraus ist, dass die Zinsen (künstlich) niedrig gehalten werden. Die EZB verspricht sich daraus eine Stimulanz für mehr wirtschaftliche Aktivität, denn Kredite werden dadurch ebenfalls günstiger gehalten.

Die negative Seite dieser Medaille auf der kurzfristig erkennbaren Schiene ist, dass Anleger und Sparer um ihre Dividenden und Zinseinkünfte gebracht werden, dass Lebensversicherungen drastische Einbußen bei den Erlebensfallsummen verkünden müssen und dass eigegangene Risiken bei der Geldanlage nicht mehr ordentlich und adäquat diskontiert werden. Als das Anlageuniversum noch einigermaßen geordnet ablief, wurden höhere Risiken mit einem enstprechend höheren Zinssatz/Dividende goutiert. Heute geht man hohe Risiken ein und bekommt nichts mehr dafür. Verkehrte Welt.

Fatal an der Entwicklung ist, dass es sich mit denkünstlichen finanziellen Stimuli der EZB analog so verhält wie mit dem Konsum von Drogen, denn die Stimuli sind Drogen für die Wirtschaft! Wenn man einmal damit angefangen hat den Geist aus der Flasche zu lassen, bekommt man ihn nicht mehr los. Und was noch viel schlimmer ist, die Dosis muss immer weiter erhöht werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Die Wirtschaft ist dann quasi, wie ein Drogenabhäniger, von einer immer weiter steigenden Dosis abhängig. In dieser Situation befinden wir uns momentan.

Bis September sollen durch die 60 Mrd. € monatlich insgesamt 1.400.000.000.000 € (1,4 Billionen) gepumpt werden, wobei man sich in der EZB Zentrale in Frankfurt am Main schon darüber Gedanken macht, wie dieses Schmierentheater fortgesetzt werden kann. Sonst geht es auf Ende des Jahres mit der Wirtschaft stark degressiv weiter und die Träume der Regierungstroika Merkel/Gabriel/Schäuble von einem prophezeiten Wirtschaftswachstum von phantastischen 1,7% in Deutschland in 2016 würden zerplatzen wie Seifenblasen, bevor die Herrschaften diese wertberichtigt dann wirklich in die Welt der blühenden Phantasie verscherschieben dürfen.

Obwohl man schon seit Langem festgestellt hat, dass diese fluten der Märkte mit Geld (neudeutsch:Quantitative Easing oder QE) auf der ganzen Welt nichts gebracht hat und nichts bringt, lässt man nicht davon ab, denn der "point of no return"ist längst überschritten. Die einzige und ultimative Chance die sämtliche überschuldeten Industrienationen dieser Welt noch haben, ist die, durch diese Maßnahmen eine starke Inflation in Gang zu bringen, die dann quasi als Selbstläufer die exorbitanten Schulden wegfrisst.

Aber bitte nicht zu früh freuen (!!!), denn das letzte Glied in dieser Kette sind wir Bürger, denn uns wird die dann aufkommende Inflation, so es die Regierungen via EZB erst einaml schaffen, sie in Gang zu setzen, schmerzhaft unsere Kaufkraft wegfressen.

Mistral
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Mistral » Mo 8. Feb 2016, 14:58

Der Dax rauscht heute auf die 9.000-er Marke zu und beschert den Anlegern in diesem Jahr ein Minus von runden 12%. Die 10% Plus zum Ende des letzten Jahres haben sich – für alle die nicht rechtzeitig ausgestiegen sind – innerhalb von 6 Wochen in ein Minus von 2% gewandelt. Die weiteren globalen Aktienwerte befinden sich alle ebenfalls im Minus, noch nicht ganz so dramatisch wie der Dax, darauf kann man jedoch warten, weil jetzt die zittrigen Hände die Verluste ihrer meist auf Kredit gekauften Aktien begrenzen möchten.

Was sich momentan in den Aktienmärkten abspielt, beschreibt Michael Snyder - ein Business Insider aus den USA - sehr ausführlich in diesem Bericht: http://n8waechter.info/2016/02/dot-com- ... gebrochen/

Sein Kollege Bill Holter – ein Finanzexperte aus den USA - beschreibt die derzeitige Situation in Auszügen wie folgt:

Die häufigste Frage die ich höre ist: »Wann?« Wann kollabiert das System? Wann werden wir einen Reset erleben?
Der Punkt ist, der Kollaps spielt sich direkt vor unseren Augen ab. »Wann« ist ein laufender Vorgang und Sie schauen gerade zu, wie Geschichte geschrieben wird! Aus finanzieller Sicht beobachten wir, wie sich der Kollaps entfaltet. Die Gewinne kollabieren in vielen verschiedenen Branchen. Genau wie es beim Crash 1987, in 2000 und wieder 2008 geschehen ist, beobachten wir das tägliche Gemetzel nach der Veröffentlichung von schwachen Ergebnissen oder Prognosen.

Die letzte Episode 2008 bedurfte mehr als $ 20 Billionen, um das System vor dem Infarkt zu bewahren. Seitdem haben sich Zentralbanken auf der ganzen Welt und die Staatsschulden bis zum Punkt der Insolvenz überzogen und trotzdem glauben manche, dass sie noch einmal die Kurve kriegen. Das einzig verbliebene Werkzeug ist das einzige Werkzeug, was ihnen jemals zur Verfügung gestanden hat: “das Gaspedal“ noch weiter durchzudrücken.

Die Realität ist jedoch ganz anders. Nullzinsen und jetzt Negativzinsen haben dem Bankensektor nur geschadet und tun dies auch weiter. Eine schwer angeschlagene Deutsche Bank schlägt gegen Zentralbanker um sich und sagt: »Hört mit der Lockerung auf, ihr bringt uns um!«. Sie müssen verstehen, dass die Deutsche Bank auf $ 75 Billionen an Derivaten sitzt und ihre Kreditausfallversicherungen sich rapide verteuern! Sie sagen den Zentralbanken, dass sie das einzige Werkzeug, welches ihnen zur Verfügung steht, nicht einsetzen sollen! Die größten Derivate-Spieler schreien in die Welt hinaus, dass sie mit Negativzinsen erdrückt werden, was aber einfach nur Teil des Bankrott-Vorgangs ist… uns Sie können dabei zusehen, wie sich all das entfaltet!

Ich habe immer gesagt, dass Derivate der Grund für den Moment sein werden, in welchem das Licht ausgeht. Wir erleben jetzt eine Volatilität und eine Talfahrt, die den Vorläufern des Lehman-Moments 2008 ähneln. Nur dieses Mal gibt es mehr Schulden, mehr Derivate und wechselseitige Verzahnungen im System.
Sie beobachten den Kollaps täglich und in Echtzeit aus erster Hand. Es ist sinnlos die Frage nach dem »Wann?« zu stellen, wenn Sie einmal verstanden haben, dass es jeden Tag Ihres Lebens bereits geschieht. Ihre einzige Aufgabe, wenn Sie einmal verstanden haben was geschieht, ist es sich vorzubereiten. Bereiten Sie sich nach Ihren besten Möglichkeiten vor, denn auch nur eine Sekunde zu spät dran zu sein, mag auch bedeuten, für immer zu spät dran zu sein!
Hier ist der gesamte Bericht: http://n8waechter.info/2016/02/bill-hol ... -augen-ab/

Sten
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Sten » Do 18. Feb 2016, 13:08

Heute auf NTV:

Schuldenberge erdrücken das System. Experte warnt vor finanzieller Eiszeit

"Wie ein Heroinsüchtiger braucht die Weltwirtschaft eine immer größere Dosis Geld", warnt der Ökonom Daniel Stelter. Die Frage ist, wie lange das gut gehen kann. Die nächste Finanz-"Dröhnung" wird möglicherweise gerade auf den Weg gebracht. EZB-Chef Mario Draghi kündigte an, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleihekäufe im März womöglich noch mal ausweiten wird.

Warum Notenbanken auf das Deflationsszenario so panisch reagieren, hat einen Grund: "Deflation ist gut für jeden, der Geld hat", sagt Stelter. "Es ist aber nicht gut für die, die Schulden haben."

Die Kombination billiges Geld und steigende Verschuldung "ist tödlich", sagt der Gründer der Denkfabrik "Beyond the Obvious". Werden immer mehr Schulden aufgetürmt und Vermögenswerte künstlich "aufgeblasen", drohe ein scharfer Einbruch, sobald die Preise ins Rutschen kommen oder die Zinsen steigen. Sehr schnell gelange man an den Punkt, an dem Verkäufe nicht mehr freiwillig erfolgen, sondern erzwungen werden. "Wenn die Schulden nicht mehr wachsen, bricht alles zusammen." Dieses Szenario versuchen die Notenbanken seit der Finanzkrise 2008 zu bekämpfen.
Ob und wann der große Crash kommt, können nur Hellseher oder Scharlatane sagen. Kleinigkeiten dürften mittlerweile aber genügen, um die Wirtschaft in die Rezession zu stoßen, prognostiziert Stelter. Selbst wenn es nicht zum Crash komme, "werden wir in Zukunft weltwirtschaftlich mit weniger Wachstum, mit Hypervolatilität und mehr Rezession umgehen müssen". Besserung ist nicht in Sicht.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Experte-w ... 22806.html

Wenn die das schon auf NTV in aller Klarheit berichten, dann sollte man sich schon seine Gedanken machen1

Urbadener
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Urbadener » Di 1. Mär 2016, 12:49

Wie gebannt schauen wir auf den Ausgang der anstehenden Landtagswahlen, dabei übersehen wir was sich außerdem auf der Welt abspielt. Ich habe gerade einen Bericht gelesen, den ein amerikanischer Autor verfasst hat und den interessieren die politischen Sauereinen bei uns recht wenig, dafür aber die maßgeblichen Verwerfungen in der Weltwirtschaft und dem Drumherum im Nahen Osten. Ob dort der Auslöser für einen 3. Weltkrieg zu finden ist, wird sich zeigen, allerdings betreffen uns die aktuellen wirtschaftlichen Begleitumstände viel direkter. Auszugsweise eine kleine interessante Analyse über die Weltwirtschaft und vor allem der europäischen Bankenlandschaft. Geht es der Deutschen Bank wirklich so schlecht, wie es in diesem Bericht gemutmaßt wird. Einige Auszüge aus diesem Bericht, wer ihn komplett lesen möchte, findet ihn hier:
http://n8waechter.info/2016/03/michael- ... res-video/

Für Snyder zeichnet sich der »perfekte Sturm« ab, was sich auch im Welthandel deutlich zeige. Im Gegensatz zu den Finanzmärkten sei dies die reale Wirtschaft und es sei aktuell sogar günstiger, einen Hochsee-Tanker zu mieten, als einen Ferrari, was absolut verrückt sei.

Es gäbe eine Reihe Hinweise, dass die großen Banken in ernsthaften Schwierigkeiten stecken, sagt Snyder.
»Der Kollaps der Deutschen Bank wäre ein weit größeres Ereignis, als der Kollaps der Lehman Brothers seinerzeit 2008. Wenn man nach einem neuen Lehman Brothers-Moment sucht, dann sind deren Derivate ein Problem. Sie sind wirklich mitten im Kern der Eurozone.«

Alle seien immer davon ausgegangen, dass Deutschland stark sei, die wesentliche Stütze, der Fels in der Brandung, auf den der Rest der Eurozone sich verlassen könne. Snyders Einschätzung nach, befinde die größte Bank mitten im Prozess des Auseinanderfallens. Die Deutsche Bank verliere unglaubliche Mengen an Geld, wie man am Jahresergebnis 2015 sehen könne. Es werden Mitarbeiter entlassen, die Kosten für Kreditausfallversicherungen »gehen durch die Decke«. Für Snyder ist die Deutsche Bank ein wichtiger, potenzieller Crash-Auslöser in Europa.

»Ich glaube, dass der Prozess des Auseinanderfallens bereits läuft. … Ein Fünftel der globalen Aktienmarkt-Werte sind bereits verloren. Das bedeutet, wir haben nur vier Fünftel übrig. Diesen Monat gab es einen Punkt, an dem seit Mitte 2015 satte $ 16,5 Billionen an den globalen Aktienmärkten ausgelöscht waren. Es hat also bereits im vergangenen Jahr angefangen.

Wir haben Öl kollabieren sehen. Wir haben Junk-Bonds kollabieren sehen. Wir haben Rohstoffpreise kollabieren sehen. Die $ 16,5 Billion, die ich gerade erwähnt habe, das waren nur Aktien und wenn man die ganzen anderen Verluste mit einkalkuliert, dann sind das weitere Billionen an Vermögen, die auf der ganzen Welt ausgelöscht wurden.

Was wir bisher gesehen haben, war schon außergewöhnlich, aber wir befinden uns nach wie vor mitten im Prozess. Die Menschen wollen das Ganze als ein einzeln stehendes Ereignis oder einen einzelnen Tag oder einen Monat sehen, aber es ist ein Prozess. Er hat Mitte letzten Jahres begonnen und es ist bereits eine unglaubliche Menge an Schaden angerichtet worden.
Wir befinden uns jedoch erst in den ersten Kapiteln dieses Prozesses, der seine Zeit benötigen wird, um sich zu vollends entfalten. Es wird sich noch erheblich beschleunigen.«

Urbadener
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Urbadener » Mi 23. Mär 2016, 16:50

Der Aktienkurs schafft heute wieder die Hürde über 10.000 Punkte, trotz der Freude bei den Börsianern meldet der Focus am gleichen Tag:

Großbank-Analysten warnen vor Börsenturbulenzen
Experten der Schweizer Großbank UBS warnen vor Börsenturbulenzen. Wie die Börsenexperten Michael Riesner und Marc Müller in einer technischen Analyse schreiben, bewerten sie die Aktien im S&P 500 inzwischen als zu teuer. Dieser Index listet die 500 größten Firmen der USA auf.
"Der Index ist so überkauft wie seit 2009 nicht mehr", schreiben die Analysten. Dieser Trend werde sich jedoch bald umkehren: "Wir sehen, dass der Markt anfällig ist für eine Kurswende." Das könne noch diese Woche geschehen. Im Laufe des zweiten Quartals 2016 erwarten die Analysten dann eine tiefgehende Korrektur.

http://www.focus.de/finanzen/boerse/die ... 80514.html

In der heutigen Tagespresse werden allgemein bessere Wirtschaftsaussichten verkündet, in Deutschland soll der starke Binnenmarkt das etwas schwächelnden Exportgeschäft mehr als wettmachen. Das sind doch keine schlechten Prognosen! Warum die Schweizer immer so schwarzsehen müssen?

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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Urbadener » Fr 25. Mär 2016, 21:15

Wunder gibt es immer wieder, ein besonderes Wunder ist, dass die - im obigen Beitrag - von mir verlinkte Seite nicht mehr aufrufbar ist. Großes Indianerehrenwort, ich habe damit nichts zu tun :mrgreen:

Den wichtigsten Absatz habe ich kopiert und das war wohl richtig!

Bitte macht es ebenfalls so, wenn ihr Links hier setzt, kopiert den maßgeblichen Text. Einerseits sieht jeder Leser ob es sich für ihn lohnt den kompletten Bericht zu lesen und andererseits, wenn die Veröffentlichung übers Ziel geschossen ist, haben die Pressefritzen keine Schmerzen den Artikel unter den Tisch fallen zu lassen.

Sten
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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Sten » Sa 16. Apr 2016, 10:11

Wirtschaftskollaps: Der nächste Prozessschritt wurde eingeläutet – Regierungen im Panikmodus
Mir ist bewusst, dass wohl 99% der Deutschen keinerlei Anzeichen am Horizont erkennen, dass die nächste Stufe im Prozess des Zusammenbruchs eingeleitet worden ist. Ja, noch einmal: Ein Prozess, kein singuläres Großereignis. Der weltweite Zusammenbruch der Wirtschaft, der in der zweiten Hälfte des letzten Jahres seinen Anfang genommen hat, hat sich weiter verschärft. Nicht nur in Europa oder Asien. Auch in Nordamerika und Südamerika.

Das Wirtschaftschaos bricht buchstäblich überall aus und die Staatenlenker beginnen in Panik zu verfallen. Sie hatten zwar sieben Jahre seit der letzten Rezession Zeit, aber sie haben anstatt die Banken an die Kandare zu nehmen, weiter nur ihren Strippenziehern im Hintergrund Gesetze erlassen und die Ausbeutung der Bevölkerungen befeuert. Statt Regulierung sind die Banken noch größer und damit noch gefährlicher geworden. Statt Regionalisierung wurde weiter am Zentralisierungsrad gedreht. Jeder der jetzt noch glaubt, dass irgendein Wunder eintreten wird und wir mit einem blauen Auge davon kommen werden, sollte nochmals in sich gehen. Und sich fragen, wie diese astronomischen Schuldenstände (ohne Einbezug der Bevölkerungen) je reduziert werden können.

http://www.konjunktion.info/2016/04/wir ... anikmodus/
LG Sten

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Re: Steht Europa/die Welt vor einer neuen großen Finanzkrise?

Beitragvon Mistral » Mi 20. Apr 2016, 08:45

Sinkender Ölpreis erhöht die Kriegsgefahr

Am Wochenende trafen sich in Doha die Vertreter von 18 Ölförderländern der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), um über eine Begrenzung der Fördermengen zu sprechen. Eine solche Begrenzung hätte einen Anstieg des Ölpreises bedeutet, der seit Mitte 2014 mehr als zwei Drittel seines Wertes verloren hat. Doch die Konferenz wurde ergebnislos vertagt und damit der Ölpreis erneut unter Druck gesetzt.

Der gegenwärtig niedrige Ölpreis von knapp unter 40 US-Dollar/Barrel beschert vielen Staaten enorme Verluste. Venezuela nahm 2013 noch 42 Mrd. US-Dollar für seine Ölexporte ein, 2015 nur noch 12 Mrd. US-Dollar. Nigeria, Angola und Aserbaidschan haben angekündigt, dass sie in naher Zukunft auf Notfallkredite zurückgreifen müssen. Russland hat seinen Reservefonds wegen des niedrigen Ölpreises im Jahr 2015 halbiert und wird ihn bei bleibendem Preisniveau bis Ende 2016 aufgebraucht haben.

In den USA haben sich seit der Jahrtausendwende mehrere hundert Firmen trotz aller bekannten Umweltprobleme der Erdölförderung mittels Fracking verschrieben. Die Finanzindustrie erkannte schnell gute Verdienstmöglichkeiten, da sich abzeichnete, dass die USA von Erdölimporten unabhängig und über das Fracking sogar zu einem der globalen Marktführer beim Erdöl werden könnten. Es folgte eine Art neuer Goldrausch, in dem die Finanzindustrie bis Anfang 2015 mehr als 200 Mrd. US-Dollar an Krediten in den Fracking-Sektor pumpte. Seit Mitte 2014 zeigt sich jedoch die entscheidende wirtschaftliche Schwachstelle des Fracking: Trotz aller Versuche, die Produktionskosten zu senken, wird es mit dem Rückgang des Ölpreises immer weniger profitabel. Da der Preisverfall seit mittlerweile mehr als eineinhalb Jahren anhält und keine grundlegende Umkehr in Sicht ist, scheuen viele Banken vor weiteren Krediten an die Fracking-Industrie zurück und verlangen die Rückzahlung alter Kredite. Diese Entwicklung hat bereits 50 Unternehmen in den Bankrott getrieben. Weitere 150 Unternehmen sind entweder nicht in der Lage laufende Kredite zu bedienen oder werden bei gleichbleibendem Ölpreis bis Ende 2016 in Konkurs gehen.

Das ist den Spekulanten am Markt nicht entgangen, und so tun viele das, was sie bereits ab 2006 in der Subprime-Hypothekenkrise getan haben: Sie spekulieren auf einen Absturz des Marktes und schließen Kreditausfallversicherungen auf diese Firmen und auf den Fracking-Markt als Ganzes ab. Genau beziffern lässt sich das Volumen dieser Versicherungen nicht, da es sich großenteils um OTC (Over-the-counter) Geschäfte handelt, die in den Bilanzen der Finanzunternehmen nicht auftauchen. Man kann aber mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Betrag im einstelligen Billionenbereich liegt und damit im Ernstfall zu einer Gefahr für das globale Finanzsystem werden wird.

Die Finanzindustrie steht für den Fall, dass der Ölpreis nicht in absehbarer Zukunft wieder in die Höhe geht, in ihrer Gesamtheit vor einer ähnlichen Situation wie 2007 / 2008 – mit einem Unterschied: Gegen den Zusammenbruch des Häusermarktes in den USA gab es kein Mittel, gegen den weiteren Rückgang des Ölpreises schon.

Kaum war die Konferenz von Doha beendet, wurde bekannt, dass internationale Söldner, ausländische Kämpfer und islamistische Terror-Milizen in Syrien in Kürze eine Großoffensive starten wollen. Die USA reagierten prompt und erklärten umgehend, den Milizen im Fall des Bruchs der Waffenruhe Waffen liefern zu wollen. Es mag ein zufälliges Zusammentreffen der Ereignisse gewesen sein, deckt sich aber in auffälliger Weise mit der Interessenlage der US-Finanzindustrie: Eine Ausweitung des Syrienkonfliktes, die zu einem flächendeckenden Brand in der Region und zur Zerstörung von Ölquellen im Nahen Osten führen würde, wäre der perfekte Turbo für den Ölpreis und würde die Fracking-Industrie umgehend wieder
konkurrenzfähig machen. Da eine andere Ursache für einen erneuten und kräftigen Anstieg des Ölpreises nicht in Sicht ist, kann man derzeit mit Fug und Recht behaupten, dass die Kriegsgefahr, und zwar nicht nur die eines Krieges im Nahen Osten, sondern auch die eines sich daran entzündenden globalen Krieges, derzeit mit jedem Dollar, um den der Ölpreis sinkt, zunimmt. Die Schuld daran teilen sich gewissenlose Spekulanten an den Finanzmärkten mit all den Politikern, die seit 2008 nichts unternommen haben, um ein Treiben zu beenden, das trotz aller gegenteiligen Behauptungen von Jahr zu Jahr weiter ausufert und das im Falle eines durch den Ölpreis ausgelösten Krieges zu einer Gefahr für die Zukunft der gesamten Menschheit werden könnte.


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