Wie lange halten sich die italienischen Banken noch über Wasser?

Friedrich von Hayek
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Wie lange halten sich die italienischen Banken noch über Wasser?

Beitragvon Friedrich von Hayek » Fr 9. Nov 2018, 12:51

italiens Banken befinden sich in einem Stadium, das man mit der Notlandung einer vollbesetzten Boeing 747 nach Ausfall sämtlicher Triebwerke, des Höhen- und Seitenruders sowie dem Versagen des Ausfahrens des Fahrwerks gleich kommt. Diese "Banken-Alitalia"-Maschine befindet sich im Anflug zur Landung in einer Region, wo es gar keinen Flughafen gibt.
So kann man die zunehmenden Warnungen und Hiobsbotschaften auffassen, die in immer kürzeren Abständen hereinkommen:

08.11.2018 Quelle: Wirtschaftwoche
STAATSVERSCHULDUNG
EU-Kommission stellt Italiens Schuldenprognose in Frage
Die italienische Regierung peilt ab 2020 fallende Defizite an – jedoch zweifelt die EU-Kommission an dieser Berechnung: Laut Herbstprognose dürfte das Defizit stattdessen auf 3,1 Prozent steigen.
https://www.goldseiten.de/artikel/artic ... redirect=1

09.11.2018 Spiegel Online/Wirtschaft
Schuldenkrise in Italien
Banken pumpen frisches Geld in Italiens Rettungsfonds
Die fünf größten italienischen Geldhäuser treffen offenbar konkrete Vorkehrungen für den Ausbruch einer schweren Bankenkrise: Sie zahlen Milliarden in einen Bankenrettungsfonds.
https://www.goldseiten.de/artikel/artic ... redirect=1

Italiens Banken sind ein maßgeblicher Dominostein. Wenn der fällt steht mindestens eine europaweite Kettenreaktion bevor.

Urbadener
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Re: Wie lange halten sich die italienischen Banken noch über Wasser?

Beitragvon Urbadener » So 11. Nov 2018, 09:11

Wenn es zu einer Finanzkrise in Italien kommt, haben die Gläubiger ein Problem. Der italienische Staat und die Banken sind stark bei den eigenen Bürgern verschuldet. Was das Ausland betrifft, sind deutsche Banken in Italien weniger stark engagiert als zum Beispiel französische. Mit 300 Milliarden Euro liegt ein Drittel der sogenannten Foreign Exposure Italiens bei Frankreich. Aber es hilft uns im Ernstfall kaum, wenn Deutschland weniger Kredite nach Italien vergeben hat, dafür aber stärker in Frankreich engagiert ist. Das Problem würde uns so oder so einholen.

Das sagt ifo-Chef Clemens Fuest und ist hier nach zu lesen: https://www.t-online.de/finanzen/boerse ... real-.html

Was Fuest jedoch verschweigt, Italien steht mit etwa 450 Milliarden Euro Target2-Forderungen bei uns in der Kreide.
Egal wie es kommt, wir werden anständig zur Kasse gebeten.

Urbadener
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Re: Wie lange halten sich die italienischen Banken noch über Wasser?

Beitragvon Urbadener » Di 8. Okt 2019, 08:55

Friedrich von Hayek hat geschrieben:Italiens Banken sind ein maßgeblicher Dominostein.

Da muss es auch noch andere Dominosteine geben:

Hälfte unserer Banken rasselt durch EZB-Stresstest
An dem Stresstest nahmen 103 Geldinstitute teil. Dabei analysierte die EZB verschiedene Belastungsszenarien. Unter den Banken seien sogar elf Häuser, die in einer extremen Situation weniger als zwei Monate geschäftsfähig bleiben würden. Und auch im schwächsten Szenario gab es noch vier Geldhäuser, die weniger als sechs Monate durchhalten könnten. Die Kontrolleure wollen sich die Schwachstellen nun genauer anschauen.
https://www.bild.de/geld/wirtschaft/wir ... .bild.html

Oder auch nicht:

Stresstest der EZB Banken müssen Krisenfall nicht fürchten
Wie viele Tage können Banken ihre Geschäfte aufrechterhalten, wenn Kunden ihr Geld abziehen? Die Europäische Zentralbank kommt zu dem Ergebnis: Die meisten Banken sind für einen Krisenfall gut aufgestellt. Angaben zu einzelnen Geldhäusern bleibt der Stresstest aber schuldig.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Banken-m ... 16315.html

Zwei Pressemeldungen zum gleichen Thema am selben Tag. Was stimmt jetzt?


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