Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Friedrich von Hayek
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Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Beitragvon Friedrich von Hayek » Fr 11. Mär 2016, 00:34

Heute gab der EZB.Notenbank-Chef Mario Draghi bekannt, dass er den Leitzins auf Null gesenkt hat. Und da das nicht genügt, hat er im gleichen Atemzug auch noch dass Quantitative Easing (QE) Programm (Flutung der Märkte mit Unsummen Geldes) im Volumen von 60 Mrd. € mtl. auf 80 Mrd. € monatlich erhöht. Die Laufzeit des ursprünglichen Programms war bis September 2016 angelegt und umfaßte ein Volumen von 1,14 Bio €. Eben da kommen jetzt nochmals die 6 x 20 Mrd. € (120 Mrd. €) hinzu, also insgesamt dann 1 Bio 260 Mrd. €, Hokuspokus aus dem Nichts geschaffen.

Wir sind am Ende des Systems dieser Halunken angelangt. Die Frage ist nur noch, wann es endlich zum finalen Crash kommt, nicht mehr, ob er kommt!

Damit rückt auch die Tatsache bedrohlich näher, dass die Geschäftsbanken Negativzinsen verlangen werden. Spätestens dann wacht auch der Allerletzte auf, hoffentlich schon genügend andere bereits am kommenden Sonntag in der Wahlkabine!

Urbadener
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Re: Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Beitragvon Urbadener » Fr 11. Mär 2016, 09:58

NULL PROZENT ist kein Zins mehr, weil eine Null ohne zusätzlichen Wert keinen Wert darstellt. Null ist Null!

Null Prozent wird es relativ rasch auf alle Spareinlagen geben, wenn es noch härter kommt dürfen wir einen Strafzins bezahlen. Das heißt, jeder Sparer darf noch Geld dafür bringen, damit er sein Geld zur Bank bringt. Einfach Genial, genial einfach, so wird mit Sicherheit die Investitionsbereitschaft der Menschen gefördert. Sie werden sich einen zweiten oder dritten Fernseher kaufen und sich mindestens noch einen Zweitwagen zulegen. Das Bruttosozialprodukt muss doch gesteigert und die Inflationsrate auf mindestens 2% angehoben werden. Das wäre ein Traum für Mario Draghi.

Geht der Schuss nach hinten los, weil wenigstens die durchschnittlich intelligenten Leute ihr Geld nicht mehr auf dem Bankkonto liegen lassen, dafür in Edelmetalle oder sonstige Sachwerte investieren, dann können die Zentralbanken mit dem vielen künstlich erzeugten Geld miteinander Monopoly spielen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis das gesamte Finanzsystem von heute auf morgen in die Hölle rauscht.

Mistral
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Re: Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Beitragvon Mistral » So 13. Mär 2016, 14:50

Man darf die Welt nicht so eintönig sehen, es gibt immer noch einen Lichtblick und den beschert uns Super-Mario. Helikoptergeld heißt das Zauberwort. Was Ben Bernanke – das ist der „Heli-Ben“ der den Begriff erfunden hat – in den USA schon erfolglos umsetzen konnte, Heli-Mario probiert das bestimmt auch in Europa.

Damit ich nicht so viel schreiben muss, lasse ich die „Welt“ das erklären:

Ob Milliarden-Geldflut oder Negativ-Zinsen – Mario Draghi wagt riskanteste Experimente. Nun liebäugelt der Herr des Geldes mit Helikopter-Geld. Das hieße: Jeder Europäer bekommt Geld geschenkt.
Helikoptergeld sei ein sehr interessantes Konzept, das derzeit in akademischen Zirkeln diskutiert werde, sagt Draghi in seiner stoischen Art. "Wir müssen das beobachten."
War dies nach fast viereinhalb Jahren Amtszeit etwa das Eingeständnis, dass die bislang genutzten Instrumente unbrauchbar sind? Die Theorie vom Helikoptergeld gilt schließlich als Inbegriff der Ausweglosigkeit.
Jetzt erscheint alles möglich. Die Idee vom Helikoptergeld ist nur eine, ein groß angelegter Schuldenschnitt eine andere. Die Bürger, denen das Geld letztlich gehört, müssen sich auf neue Experimente einstellen. Dabei spüren sie schon jetzt die negativen Folgen der Minizinsen: Sparen lohnt sich nicht mehr, die langfristige Altersvorsorge wackelt, und wegen der Zinsflaute schnellen selbst die Beiträge für die private Krankenversicherung in die Höhe.
"Es zeigen sich immer deutlicher die Risiken und Nebenwirkungen der EZB-Politik", sagt Heinz-Werner Rapp, oberster Anlagestratege des unabhängigen Vermögensverwalters Feri, der seinen Sitz im mondänen Bad Homburg bei Frankfurt hat. Wie bei jedem Schmerzmittel sei der Punkt erreicht, ab dem die Medizin toxisch wird.

http://www.welt.de/wirtschaft/article15 ... Bruch.html

So ist das, auf neue Experimente müssen wir uns einstellen, weil die EZB nicht mehr weiss ob sie vorwärts oder rückwärts laufen soll. Egal was kommt, am Ende zahlen wir gemeinsam die Zeche! Der Eine etwas mehr, der Andere etwas weniger, gemolken werden wir alle in absehbarer Zeit!

Bernd_Moderator
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Re: Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Beitragvon Bernd_Moderator » Mo 14. Mär 2016, 23:03

Beitrag verschoben
Ungelesener Beitragvon Friedrich von Hayek » Mo 14. Mär 2016, 23:44
Mario Draghi hat vor wenigen Tagen das EZB-QE von montalich 60 auf 80 Mrd. € erhöht. Das heißt, das illegale Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen wurde um 20 Mrd. € mtl. erhöht. Das gesamte Volumen beläuft sich 1,260 Mrd. €.

Da Draghis Aktionen trotz allem kein bisschen Inflation in Gang setzen und als Fehlschlag bezeichnet werden müssen, bleibt Super-Mario nur noch eine Chance: Er muss, wie es sein Vorgänger bei der FED Ben Bernanke einst vorschlug, Helikoptergeld abwerfen. D. h. er muss jedem Bürger im Gieskannenprinzip Geld auf sein Konto schenken, in der Hoffnung, dass jeder Bürger es ausgeben und die Inflation in Gang setzen wird.

Hierzu der sehr aufschlussreiche Artikel aus http://www.foonds.com/article/36096/

Deutschland & Co zahlen die Zeche für die Politik verrückt gewordener Zentralbanken

"Helikopter-Geld als nächster Schritt?

Die verfehlte Geldpolitik der EZB, die sich für Deutschland als immer kostspieliger erweist, was aber gerne totgeschwiegen wird, dürfte zu immer katastrophaleren Ergebnissen führen. Es wird eine Umverteilungspolitik schier unvorstellbaren Ausmaßes zugunsten der Südperipherie unternommen, deren Länder (PIGS) sich quasi zum Nulltarif weiter verschulden können und keinerlei Anreize haben, ihre Schulden abzubauen oder Reformen einzuleiten. Zudem werden dort marode Banken weiter am Leben erhalten und durchgefüttert, anstatt endlich in den Konkurs geschickt zu werden. Diese Umverteilungspolitik ist zwar prinzipiell EU-widrig, aber wen interessieren solche Kleinigkeiten noch, nachdem die EU-Verträge ohnehin das Papier nicht wert sind, auf das sie geschrieben wurden"....

Urbadener
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Re: Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Beitragvon Urbadener » Fr 18. Mär 2016, 08:02

Tolle Sache: "Statt wie bisherig 60 Milliarden pro Monat wird man jetzt 80 Milliarden € pro Monat „schöpfen“. Damit können fortan neben den Staatsschulden auch die Unternehmensschulden „übernommen“ werden. Frank Meyer schreibt dazu folgendes:

„Wenn die EZB irgendwann alle Anleihen aufgekauft hat, wird sie wohl auch bei Aktien zugreifen. Beim aktuellen Stand könnte sie den DAX in einem Jahr aufkaufen. Dann wird sie gegen frisches Geld auch alte Socken und den Inhalt von Mülltonnen aufkaufen.“

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Re: Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Beitragvon Urbadener » Mo 28. Mär 2016, 12:29

Die Waffen der EZB stumpfen immer mehr ab!

Zwei Wochen nach der beispiellosen Zinssenkung der Europäischen Zentralbank ist die Debatte – an der Öffentlichkeit vorbei, die wird mit Terroranschlägen zugemüllt - über die Sinnhaftigkeit der beschlossenen Maßnahmen in vollem Gange.
Ihrem Ziel, die Inflation in Richtung 2% zu heben, ist die Zentralbank bisher noch keinen Deut näher gekommen. Im Gegenteil, die Teuerungsrate ist im Februar auf minus 0,2% abgerutscht. Daher wird die Frage immer lauter gestellt, ob denn EZB-Präsident Mario Draghi allmählich die Munition ausgeht. Für Zentralbankgeld mag es kein Limit geben, aber das Angebot an Staats- und Unternehmensanleihen, das Draghi mit seinem Geld ankauft, ist durchaus begrenzt. Dadurch sind die Renditen von Staatspapieren unter die Nulllinie gerutscht. Wenn die EZB nun wie angekündigt auch noch Unternehmensanleihen kauft, werden auch die Renditen dieser Titel in den Keller rutschen. Es ist mir absolut schleierhaft, wie die EZB die Anleihen auswählen möchte, von denen sie noch mehr ankaufen will.

Der eher theoretische Ansatz mit dem über das sogenannte Helikoptergeld debattiert wird, ist schon etwas kurios. Draghi hat Finanzspritzen direkt von der Zentralbank an Unternehmen und Verbraucher als ein „sehr interessantes Konzept“ bezeichnet. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Otmar Issing, die die vorangegangenen Entscheidungen der EZB schon kritisiert hatten, halten die Option des Helikoptergeldes als ein waghalsiges geldpolitisches Experiment, bzw. besorgniserregend bis geradezu verheerend. Issing wörtlich: „Dies ist nichts anderes als eine Bankrotterklärung der Geldpolitik! Eine Notenbank, die Geld verschenkt, werde kaum mehr die Kontrolle über die Notenpresse wiedererlangen können.“

Die EZB-Geldpolitik ist kein Allheilmittel und kann daher die notwendigen Reformen in den einzelnen Ländern nicht ersetzen und für eine nachhaltige Konjunkturerholung sorgen. Damit ist die Notenbank auf Dauer überfordert, was sich schon jetzt an dem Umstand zeigt, dass ihre Waffen immer stumpfer werden.

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Re: Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Beitragvon Urbadener » Sa 16. Apr 2016, 13:21

Die Österreicher kommen auch schon dahinter: "Sparer sind die großen Verlierer"

Unser ureigenstes Geschäft ist es, Kredite zu geben. Doch das hat man zu Tode reguliert. Wenn heute jemand mit einer Geschäftsidee kommt und wir vertrauen ihm, dann können wir ihm trotzdem nichts geben, wenn er die Vorschriften nicht erfüllt und z.B. zu wenig Eigenkapital hat. Das ist in Wahrheit zynisch und ein wirkliches Drama. Denn die Kreditvergabe an Private und KMUs hat mit der Finanzkrise nie etwas zu tun gehabt - und trotzdem sind das jetzt die Leidtragenden.

Das kommt mir vor wie bei einem Arzt, der nach der wenig erfolgreichen Operation dem Patienten sagt, ohne OP wäre er noch schlechter dran gewesen.

http://www.krone.at/Oesterreich/Treichl ... ory-505674

Aus diesem Grund sind die Kommunen dazu auserkoren, dass üppig vorhandene Geld sinnlos zu verprassen. Geld kostet doch nichts! Geht dabei die pro Kopfverschuldung durch die Decke, ist das kein Beinbruch, der brave Bürger zahlt die Zeche! Er bekommt wohl weniger Zins für sein Spargeld, dafür zahlt er freiwillig höhere Gebühren, Abgaben und Steuern.

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Re: Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Beitragvon Urbadener » Fr 29. Apr 2016, 09:24

"Sparer haben's selbst in der Hand" Die fünf Profiteure der Nullzinsen!
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Die-fuenf ... 80756.html

In jeder Krise gibt es Gewinner, allerdings noch mehr Verlierer und deshalb ist es wichtig, möchte man nicht zu den Verlierern gehören, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

1. Gewinner: der Staat
Seit 2009 hat Wolfgang Schäuble 100 Milliarden Euro gespart, weil die Zinsen immer weiter in den Keller gingen und er heute schon Geld dafür bekommt, wenn Anleger Staatsanleihen kaufen.

Das sind doch tolle Perspektiven, fragen sollte sich jedoch jeder normal tickende Mensch, warum die Finanzkapazitäten da noch nicht viel früher drauf gekommen sind. Mit der Nullzinspolitik würden einige Pleitekandidaten der Eurozone viel besser dastehen und wir hätten das komplette Rettungspaketegedöns nicht gebraucht. Gleiches gilt für viele deutsche Städte, Gemeinden und Stadtstaaten wie beispielsweise Berlin und Bremen, die schon mehr als Pleite sind.

2. Gewinner: der Steuerzahler
Mütterrente und Rente mit 63 – die Staatsschuldenquote ist seit 2010 von 81% auf 71% gefallen, das alles haben wir der EZB-Zinspolitik zu verdanken.

Nach dieser Logik müssen die Zinsen bald steigen, weil ja das Renteneintrittsalter wieder hochgesetzt werden soll.
Raffiniert ist auch mit der Staatschuldenquote zu argumentieren, denn die ist wirklich gefallen, weil sie im Verhältnis BIP zu den Schulden berechnet wird. Mit diesem Trick arbeitet die Eurozone schon eine geraume Zeit, kriegt man die Verschuldung nicht in den Griff, wird kurzerhand das Bruttoinlandsprodukt erhöht. So erhöhte sich im Zeitraum 2010 bis 2015 das BIP in Deutschland um runde 17,25% von 2,58 Billionen auf 3,025 Billionen Euro. Respekt, das sind satte 3% pro Jahr! Trotzdem ist die Staatsverschuldung im gleichen Zeitraum, von 2,012 Billionen Euro um 142 Milliarden Euro auf 2,154 Billionen Euro gestiegen. Das ist die tatsächliche „Schwarze Null“!

3. Gewinner: die Angestellten
Wir sind nicht nur Sparer, sondern auch Arbeitnehmer! Darum muss zur Arbeitsplatzsicherung im Euroraum die Wirtschaft brummen und der Euro mit allen Mitteln gerettet werden. Wenn in Italien, Spanien oder Griechenland die Wirtschaft trotzdem nicht auf Touren kommt, dürfen wir uns damit trösten, dass es ohne Nullzinspolitik dort noch viel schlimmer wäre.

Eine geradezu geniale Theorie! Was jetzt noch fehlt ist die Antwort darauf, was machen die Volkswirtschaften der PIGS wenn die Zinsen wieder steigen? Außerdem wurde vergessen, dass trotz NULL Prozent Zinsen, Portugal und Frankreich ebenfalls immer weiter in den Abwärtssog gerissen werden, obwohl mit kostenloser finanzieller EZB-Starthilfe ein Konjunkturprogramm nach dem anderen auf den Weg gebracht werden könnte. Darauf gibt es eine logische Antwort: „Alles was produziert wird, muss auch an den Mann gebracht werden!“ Genau an diesem Punkt hapert es im Euroraum. Entweder haben die Menschen schon alles, oder ihnen fehlt das Geld zum Konsum. In beiden Fällen nützt es wenig, wenn die Banken im Geld schwimmen, da kann Herr Draghi drucken bis zum Sankt-Nimmerleinstag.

4. Gewinner: die Immobilienbesitzer
Dank der günstigen Zinsen, können sich heute mehr Menschen eine eigene Immobilie leisten und die Hausbesitzer, die ihre Wohnung oder Haus verkaufen möchten, bekommen heute 20% bis 35% mehr als vor 5 Jahren dafür.

In diesem Fall haben wir einen klaren Gewinner, den Verkäufer, mit etwa 27% mehr Erlös. Wie im sonstigen Leben haben wir allerdings auch einen Verlierer, weil der Käufer einen höheren Preis bezahlen muss. Rechnen wir die Inflationsrate im gleichen Zeitraum dagegen, haben wir eine Differenz von etwa 20%, die der Immobilienmarkt kostenmäßig der normalen Wirtschaft enteilt ist. Eine solch sprunghafte Entwicklung ist in der Vergangenheit noch nie gut gegangen, weil einer Überhitzung immer eine merkliche Abkühlung folgte. Im Klartext bedeutet das, dass die Immobilienpreise bei einer erneuten Krise innerhalb einer sehr kurzen Zeit um etwa 20% und mehr auf ihren tatsächlichen Marktwert fallen können. In solchen Zeiten kommen viele Baufinanzierungen ins Wackeln, was wiederum zu Zwangsverkäufen führt und den Immobilienmarkt noch mehr schwächt.

5. Gewinner: die Aktienkäufer

Die Niedrigzinsen heizen nicht nur den Immobilienmarkt an, sondern auch die Börsen. Nur rund 15 Prozent des gesamten deutschen Geldvermögens steckt laut Bundesbank in Aktien und Investmentfonds. Das liegt sicher daran, dass Aktien nicht nur komplizierter, sondern viel riskanter sind als Tagesgeld.

No Risk – no Fun! Wer keine Ahnung von Aktien hat, sollte die Finger davon lassen. Natürlich hat der Dax seit 2010 um runde 60% zugelegt. Ob das in den nächsten 5 Jahren nochmals passieren wird, steht in den Sternen. Daher gilt auch für den Dax was für die Immobilie gilt: „Einer Überhitzung – beim Dax hauptsächlich auf Kredit – folgt immer eine Abkühlung und die kündigt sich schon sehr deutlich an.“

Bleibt noch der Investmentfond, bei dem zählt alleine der Ertrag und wird der nicht wie prognostiziert erreicht, gibt es auch für den Anleger weniger bis nichts. In manchen Fonds ist der Anleger zusätzlich am Risiko beteiligt und wenn alle Stricke reißen, muss nachgeschossen werden. Wer hier nur auf die (angebliche) Rendite achtet, der steht schneller auf den Boden der Realität als es ihm lieb ist.

Gott sei Dank gibt es die EZB, Herrn Draghi, die Euro-Banken-Wirtschaftskrise und keinen Zins auf die Ersparnisse, sonst würden wir immer noch so blöde wie zu D-Mark-Zeiten durch die Gegend laufen.

Mistral
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Re: Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Beitragvon Mistral » Mo 2. Mai 2016, 09:09

Die DWN beschäftigen sich ebenfalls mit diesem Thema.

Draghis Dilemma: Höhere Zinsen würden Europa in eine Rezession schicken.
Die EZB trägt nicht die Schuld an den niedrigen Zinsen, sagt Markus Demary vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Denn der EZB sind die Hände gebunden, weil die Politik in Europa eine entschlossene Rekapitalisierung der Banken unterlassen hat. Zwar erschweren die niedrigen Zinsen die Altersvorsorge. Doch höhere Zinsen würden unweigerlich zu einer Rezession führen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... -schicken/

Es ist immer wieder köstlich festzustellen, mit welchen Argumenten die hausgemachte Bankenkrise schöngeredet wird. Dabei wird großzügig übersehen, das über Jahrzehnte über die Verhältnisse gelebt wurde. Dazu muss man sich in Europa nur ansehen, was mit den gewaltigen EU-Subventionen angestellt wurde.

Da wurden Flughäfen gebaut, die damals und auch heute kein Mensch benötigt, dafür permanent riesige Unterhaltskosten verschlingen.

In mediterranen Gefilden wurden wahllos Gewerbegebiete angelegt, obwohl nicht genügend Industrie, Handwerk und Handel vorhanden war. Wohnungen gebaut und auf Kredit verkauft, obwohl klar war, dass für einen großen Teil der Käufer die Schuldenlast nicht zu stemmen ist.
Ich kann mich noch sehr gut an die 90-er Jahre erinnern, schon damals hat sich schon jeder der einigermaßen über den Tellerrand blicken konnte gefragt, was die Urbanisationsmaßnahmen in Spanien eigentlich bringen sollen. Mitten in der Pampa leere Gewerbeparzellen, umgeben von bereits asphaltierten Straßen die die ganze Nacht beleuchtet wurden, aber keine Bautätigkeit weit und breit. In der Peripherie von großen Städten wurde wohl gebaut, allerdings nur Kleingewerbe wie Reparaturwerkstätten, Reinigungen, Druckereien und Supermärkte.

In Italien hat die Industrie auf Pump in Gebäude und Maschinen investiert, ohne die Gewissheit zu haben, dass das produzierte Produkt reelle Chancen auf dem Markt hat. Heute wundert man sich, wo die 800.000 Milliarden Euro notleidender Kredite herkommen.

Die Fehler, die innerhalb der letzten 20 Jahre gemacht und uns als glorreicher Erfolg der EU-Wirtschaftspolitik verkauft wurden, die bezahlen wir heute und nur darum darf Kredit nichts mehr kosten. Derzeit stehen die Zinsen auf NULL, in nicht allzu ferner Zeit wird das auch der Euro stehen.

Urbadener
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Re: Der "draghischste" Notenbankchef der Welt: Super-Mario

Beitragvon Urbadener » Fr 6. Mai 2016, 08:27

Den größten Fehler beging unsere Regierung 2010 als sie auf Druck der Franzosen, das Securities Markets Programme (SMP) durchgehen ließ, welches praktisch das Verbot der Monetisierung der Staatsschulden verletzte. Damals wurden für 223 Milliarden Euro die Staatspapiere von 6 Pleiteländern (Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Irland und Zypern) gekauft. Dies war der Startschuss für weitere Entscheidungen von ausufernden geldpolitischen Beschlüssen der EZB, zur Rettung überschuldeter Banken und Staaten in Südeuropa und Irland.

Im Sommer 2012 kam dann das OMT-Programm, eine unbegrenzte Deckungszusage, die die EZB den Käufern der Staatspapiere der gefährdeten Euro-Länder gab. Dank dieser Zusage konnten sich die Krisenstaaten zu niedrigen Zinsen grenzenlos verschulden.
Weil alle Rettungsmaßnahmen nicht gegriffen haben, kam im Jahr 2015 das QE-Programm, in dessen Rahmen monatlich für 60 Milliarden Euro (insgesamt über 1,2 Billionen Euro) Wertpapiere gekauft werden sollen. Man kauft normale Staatspapiere wie auch die Papiere der europäischen Schattenhaushalte. Dazu gehören der Juncker-Fonds und vor allem auch der Rettungsfonds ESM. Neuerdings sollen sogar private Schuldtitel direkt von Großfirmen gekauft werden, um ihnen so günstigere Finanzierungsbedingungen zu verschaffen. Im Zuge dieser Maßnahme sollen die monatlichen Käufe im Rahmen des QE-Programms um 20 Milliarden Euro erhöht werden.

Der nächsten Schritte ließen nicht lange auf sich warten, die Schuldzinsen wurden auf 0% gesetzt und die Einlagenzinsen mit einem 0,4% Strafzins belegt. Damit die Banken ihr Bargeld nicht in Tresoren horten, muss der 500 Euroschein aus dem Verkehr gezogen werden.

All das ist natürlich nur zu unserem Vorteil geschehen, weil nach offiziellem Sprachgebrauch unserer Politiker und ins gleiche Horn blasende regierungstreue Pseudofachleute, nur Deutschland und dessen Bürger von diesen EZB-Entscheidungen profitieren. Dabei wird jedoch großzügig übersehen, dass sich seit 2010 unsere Target2- Forderungen auf über 600 Milliarden Euro steigerten und sich die Zinsforderungen um etwa 326 Milliarden Euro reduzierten. Die Zeche zahlen letztendlich die Sparer und nicht zu vergessen, die zukünftigen Rentner.


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