Die Target II Salden bei der EZB

Arminius
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Die Target II Salden bei der EZB

Beitragvon Arminius » Mo 19. Dez 2016, 19:48

Was man über die Target II Salden bei der EZB schon immer mal wissen und erklärt haben wollte!

Wer sich schon immer mal gefragt hat, was es mit den oft angeführten "Target II" Salden bei der EZB auf sich hat und gerne Näheres über deren Bewandtnis erklärt haben möchte, dem sei Prof. Hans-Werner Sinn dringend ans Herz gelegt. Er ist über jeden Verdacht erhaben, im Dienste des Berliner SED-Politbüros zu stehen. Folgen Sie bitte seinen Ausführungen, auch wenn das Interview 1:10 Std. dauert. Ab Minute 25:00 wird es hochinteressant, jedoch auch die anderen Ausführungen sind sehr wertvoll. Ich wünsche viele neue Erkenntnisse.

Der Link:
http://www.goldseiten.de/artikel/articl ... redirect=1

Erst wenn einem die ökonomischen Zusammenhänge erklärt werden, geht einem ein Licht auf, wie Deutschland untergebuttert und ausgeplündert wird, alles mit Duldung und Zustimmung der Volksverräter in Berlin. Wir haften und zahlen zwischen einem Drittel und der Hälfte der Verbindlichkeiten der EZB in Europa. Bei der Mitbestimmung sind wir aber immer auf der Loserseite. Es existiert noch nicht einmal eine Sperrminorität. Deutschland ist der Zahlesel des Kontinents und wird es auf Ewigkeit bleiben, wenn wir nicht die Reißleine ziehen und die an verschwenderischer Schwindsucht leidenden Südstaaten alleine im Euro zurücklassen. Wir brauchen einen Nord-Euro für halbwegs disziplniert haushaltende Ökonomien.

Sten
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Re: Die Target II Salden bei der EZB

Beitragvon Sten » Mo 23. Jan 2017, 17:35

Draghis Warnung an Italien: Wer aus der Eurozone austritt, muß seine Target-Schulden bezahlen!
Bums! Erstens wird hier im Grunde erstmals durch Draghi die Möglichkeit angesprochen, dass ein Land überhaupt die Eurozone verläßt – das ist schon bedeutsam genug. Und wenn ein Land das tut, müssen die offenen Rechnungen bezahlt werden. Konkret würde das bedeuten, dass Italiens Notenbank sein negatives Target2-Saldo im Volumen von 358,6 Milliarden Euro begleichen müsste. Und ob die italienische Notenbank überhaupt dazu in der Lage wäre, ist eine andere Frage, wenn man nämlich gezwungen ist, auf eine schnell abwertende Lira umzustellen, gleichzeitig aber die Schulden in Euro bestehen bleiben und bedient werden müssen! Deutschland übrigens hat einen positiven Target2-Saldo von 754,1 Milliarden Euros, und sollte Italien austreten und die italienische Notenbank in der Lage sein, ihre Verbindlichkeiten zu begleichen, würde vor allem die Bundesbank eine dicke Überweisung bekommen. Ja wenn..
http://finanzmarktwelt.de/draghis-warnu ... len-51095/

Warum warnt Draghi Italien?
Die sind doch auf dem Weg der Besserung!
Wie es Spanien, Portugal und Griechenland doch auch sind!?!
LG Sten

Sten
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Re: Die Target II Salden bei der EZB

Beitragvon Sten » Sa 4. Feb 2017, 10:18

Target 2 Irrungen und Wirrungen

Prof. Sinn hat vor geraumer Zeit damit angefangen, vor den so genannten Target 2 Salden zu warnen. Mario Draghi unterstützt dessen Sichtweise, doch es gibt auch Stimmen, die zu der Auffassung kommen, das Gerede sei nur heiße Luft und solle vor allem dazu dienen, mögliche Euro-Austrittskandidaten abzuschrecken.

Wer einigermaßen klar denken kann, wird kein Problem damit haben, zu erkennen, dass potentielle Austrittskandidaten genug volkswirtschaftlichen und finanztechnischen Sachverstand abrufen können, um das Wesen und die Wirkung dieser ominösen Salden einschätzen zu können, dass es also ziemlich bescheuert ist, anzunehmen, irgendjemand ließe sich Angst einjagen, wenn es dazu keinen wirklichen Grund gäbe.

So hat es heute ein Paul Steinhardt, auf Heiner Flassbecks Seite "Makroskop" für nützlich erachtet, seinen eigenen Senf zur Thematik abzusondern, was keineswegs zur Erhellung des Sachverhalts dienlich war.

Um zu verstehen, was Target Salden sind, kann man am einfachsten bei den Bewegungen auf dem eigenen Giro-Konto beginnen.

Stellen Sie sich also vor, Ihr Konto steht auf Null, sie überweisen aber dennoch 500 Euro an Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung, weil Sie Ihren Versicherungsschutz nicht verlieren wollen und Ihnen Ihre Bank einen ausreichenden Überziehungsrahmen eingeräumt hat.

Damit steht der Saldo Ihres Kontos auf 500 Euro minus, während sich der Saldo auf dem Konto Ihrer Kfz-Versicherung um 500 Euro ins Plus bewegt hat.

Soweit klar. Es dürfte auch klar sein, dass Ihre Bank erwartet, dass Sie Ihren negativen Saldo irgendwann wieder ausgleichen.

Stellen wir uns jetzt weiter vor, Ihr Konto würde bei der ABC-Bank geführt, während das Konto der Kfz-Versicherung bei der XYZ-Bank besteht.

Irgendwie muss die XYZ-Bank also an diese 500 Euro kommen, die nun plötzlich auf dem Konto der Kfz-Versicherung stehen. Vor allem dann, wenn damit gerechnet werden muss, dass die Kfz-Versicherung von diesem Konto auch wieder Versicherungsleistungen auszahlen will.

Hier kommt jetzt die Zentralbank ins Spiel, bei der alle Banken ein Konto unterhalten.

Was sich auf der Ebene der Kundenkonten zwischen den Banken abspielt, wird durch gleichartige Buchungen auf den Zentralbankkonten nachvollzogen. Allerdings immer nur per Saldo. Das heißt, wenn die ABC-Bank an einem Tag Kundenüberweisungen in Höhe von 10 Millionen Euro an alle anderen Banken ausführt und am gleichen Tag Kundenüberweisungen von allen anderen Banken in Höhe von 9 Millionen Euro erhält, wird der Saldo auf dem Zentralbankkonto der ABC-Bank am Abend um 1 Million Euro niedriger sein.

Allerdings kann man damit rechnen, dass sich dieses Spiel im Laufe der nächsten Tage umkehrt, dass die ABC-Bank mehr Überweisungen erhält, als sie abgibt, so dass es auf mittlere Sicht betrachtet stets einigermaßen ausgeglichene Zu- und Abgänge gibt.

Sinkt das Guthaben einer Bank auf deren Zentralbankkonto jedoch stetig weiter, wird es irgendwann erforderlich, dass diese Bank ihr Zentralbankguthaben aufstockt, zum Beispiel dadurch, dass sie Wertpapiere an die Zentralbank verkauft.

Das ist auch noch verständlich, oder?

Mit dem Euro ist darüber hinaus jedoch die EZB entstanden, eine Institution, die oberhalb der nationalen Zentralbanken den länderübergreifenden Zahlungsverkehr innerhalb der Euro-Zone verbucht.

Sollten Sie Ihr Kfz also bei einer italienischen Versicherung versichert haben, wäre der Weg ihrer Überweisung so, dass zunächst das Konto der ABC-Bank bei der Bundeszentralbank um diese 500 Euro erleichtert würde, dass dann das Konto der Bundeszentralbank bei der EZB ebenfalls um 500 Euro schrumpfen würde, während das Konto der Banca d'Italia um diese 500 Euro wachsen würde - und zugleich das Konto der italienischen XYZ-Bank bei der Banca d'Italia um den gleichen Betrag.

Auf dieser hohen Ebene (es gibt noch eine höhere, die BIZ, Bank für internationalen Zahlungsausgleich) entstehen nun die Target 2 Salden dadurch, dass die nationalen Zentralbanken bei der EZB anschreiben lassen können. Fromm gedacht, kann man annehmen, dass der Gedanke dahinter wohl war, dass sich das sowieso immer wieder ausgleichen würde.

Tut es aber nicht.

Wenn Italien nun einen negativen Target 2 Saldo in Höhe von rund 360 Milliarden Euro aufweist, dann entspricht das in unserem Beispiel Ihrem Minus auf dem überzogenen Giro-Konto. Nur dass die Größenordnung eine völlig andere ist.

Wollen Sie nun Ihr Konto bei der ABC-Bank auflösen, wird die Bank von Ihnen verlangen, dass Sie erst einmal Ihr Konto ausgleichen. Wollte Italien aus dem Euro austreten, stünde es vor der gleichen Forderung.

Könnte man, wie es Paul Steingart auf Makroskop annimmt, die Salden einfach streichen, was natürlich politisch so beschlossen werden könnte, wäre dies aber ein gigantischer Schuldenerlass, den die EZB zwar ohne jegliche Wirkung auf die Konten der übrigen Euro-Länder ausbuchen könnte, was ebenfalls politisch so beschlossen werden könnte, aber genau dies würde den Euro von einem Tag auf den anderen wie eine Seifenblase implodieren lassen. Sämtliche Volkswirtschaften mit negativen Salden würden flugs ebenfalls austreten und damit - jedenfalls in Bezug auf ihre EZB-Konten - unmittelbar entschuldet.

Da die Deckung des Euro nur in dem Vertrauen besteht, dass Schuldner ihre Schulden vertragsgemäß tilgen, also die ausstehende Gegenleistung für das erbringen, was sie "auf Pump" bezahlt haben, wäre das Vertrauen in die EZB und den Euro in einer solchen Situation auf einen Schlag verflogen. Die Währung würde an den Devisenmärkten steil abstürzen und im Binnenmarkt entstünde eine massive, inflationäre Tendenz, bis die Guthaben der Bankkunden mindestens um jenen Betrag abgewertet wären, der im Schuldenerlass verschwunden ist.

Die abweichende und beruhigende Erklärung, die Kundenkonten bei den Geschäftsbanken wiesen ja die richtigen Salden auf, Schuldner wären weiter zur Tilgung verpflichtet, über Guthaben könne weiter verfügt werden, greift zu kurz - und sollte, ganz unabhängig davon, wer sie verbreitet, in die Rubrik Fake-News eingeordnet werden. Denn diese Erklärung, die weite Teile der Wahrheit verschweigt, beschreibt ein groteskes System!

Die kreditgebende Bank erwirbt in diesem grotesken System eine Forderung gegenüber ihrem Schuldner, ohne den als Schuld verbuchten Betrag an die (eben nicht!) empfangende Bank weiterzugeben. Stattdessen soll diese die Gutschrift auf dem Kundenkonto zu Lasten ihres eigenen Vermögens vornehmen. D.h., übertragen auf das vorstehende Beispiel: Die XYZ-Bank bezahlt den Versicherungsbeitrag des Kunden der ABC-Bank aus ihrem Eigenkapital, während die ABC-Bank die Tilgung des Kredits als realisierten Gewinn einsackt!

Dass dieses groteske System unter dem Dach der EZB gespielt wird, allerdings mit dem Unterschied, dass nicht die Bank des Zahlungsempfängers, sondern die EZB die Gutschrift aus ihrem Hut zaubert, während ihre Forderungen gegenüber der Bank des Zahlungsabsenders vollkommen unbesichert in den Himmel wachsen können, ist die missbräuchliche Verwendung des Target-Systems zur Bankenrettung und Staatsfinanzierung durch girales Helikoptergeld, das überall da abgeworfen wird, wo eigentlich das Geld der Leistungschuldner ankommen sollte, wenn diese keines mehr haben.

Wer glaubt, Target 2 Salden hätten überhaupt nichts mit Geld zu tun, sondern meint, diese seien allein ein Artefakt der Abwicklung des Zahlungsverkehrs über das sogenannte „Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System“, wie es Paul Steingart hinausposaunt, der hat vom Geld soviel verstanden, wie die Kuh vom Laptop.

Wenn die Annahme, Zahlen auf Kontoauszügen seien nur "Artefakte des Zahlungsverkehrs" und hätten darüber hinaus keine Bedeutung, und schon gar keine bindende Wirkung für Konteninhaber und Banken, sich durchsetzen sollte - und zugleich das Bargeld verboten wird, gehen wir Zeiten entgegen, wie sie sich selbst die hargesottensten Anarchisten nie haben träumen lassen.

http://www.egon-w-kreutzer.de/004/tk170202.html

Verständlich erklärt, jetzt habe ich es auch begriffen!!
LG Sten

Mistral
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Re: Die Target II Salden bei der EZB

Beitragvon Mistral » Mo 6. Feb 2017, 14:31

TARGET2-Saldo
Forderungen der Bundesbank aus TARGET2:
Betrag: 795.621.293.492,45 Euro
(Stand: 31. Januar 2017)
https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/ ... saldo.html

Stand zum 31.12.2016 - € 719.244 Milliarden

Wann werden wir die Verschenkungs-Billion im Target2 erreicht haben?

Mistral
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Re: Die Target II Salden bei der EZB

Beitragvon Mistral » Di 7. Feb 2017, 09:02

Über den Target2 wurde hier im Forum schon einiges veröffentlicht, die begleitenden bzw. erzeugenden Faktoren wurden jedoch noch nicht richtig abgehandelt.

Wer dazu mehr Informationen haben möchte, dem ist der nachstehend verlinkte Beitrag aus Querschüsse zu empfehlen.
Dieser erklärt sehr anschaulich – auch dank der Charts – warum es innerhalb der Eurozone zu solchen massiven Verwerfungen kommt.
http://www.querschuesse.de/deutschland- ... nuar-2017/

Arminius
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Re: Die Target II Salden bei der EZB

Beitragvon Arminius » Di 21. Feb 2017, 00:51

Inzwischen sind die Target II Salden auf einem neuen Rekordhoch, Tendenz weiter steigend. Merkel und Schäuble schauen tatenlos zu:

http://www.preussische-allgemeine.de/na ... -euro.html

Für Deuschland und seine Bürger, ob ignorant oder informiert, wird es noch so richtig teuer! Nach der Bundestagswahl platzt die Bombe.

Urbadener
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Re: Die Target II Salden bei der EZB

Beitragvon Urbadener » Mo 27. Feb 2017, 10:08

Über die Target2-Forderungen wird wohl viel geschrieben, aufgeklärt und gewarnt, das juckt allerdings keinen Menschen, weil Donald Trump, Fasching oder die Bundesliga viel wichtiger sind. Darum endet der nachstehend verlinkte Bericht – über die aktuelle Entwicklung bei den Target2-Salden – mit der Aussage:

Aber die deutsche Bevölkerung döst vor sich hin.
Zum Schluss aus dem Hohenhau-Beitrag noch diese Bemerkung: „Währenddessen döst die deutsche Bevölkerung vor sich hin und wird vom Mainstream mit nebensächlichen Themen beschäftigt.“ Hier allerdings hebt sich die FAZ mit Philipp Plickert wohltuend von ihm ab.
http://www.journalistenwatch.com/2017/0 ... -ruiniert/

Nur zur Information, der Bundeshaushalt 2016 hat 316,9 Milliarden Euro betragen, die Forderungen aus Target 2 belaufen sich auf fast 800 Milliarden Euro.

Daher stellt sich die Frage, was würde eine Bank tun, wenn ein hochverschuldetes Unternehmen, die Fixkosten von fast 3 Jahren als zweifelhafte Forderungen in seinen Büchern mit sich rumschleppt?

Friedrich von Hayek
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Re: Die Target II Salden bei der EZB

Beitragvon Friedrich von Hayek » Mo 27. Feb 2017, 10:58

Wer schon mal politisch engagiert war und in einer Fußgängerzone versucht hat Passanten mit Informationen zu einer anstehenden Wahl anzusprechen und sie in der Kürze der Zeit über komplexe Zusammenhänge aufzuklären, weiß was für eine schier unlösbare Aufgabe das ist.

- Ein Teil bleibt gar nicht stehen und läuft einfach weiter, da sie "keine Zeit haben", der politischen Partei gegenüber voreingenommen sind ,oder weil sie mit dem Thema intellektuell überfordert sind und sich nicht beim Gegenüber blamieren wollen. Sachliche Fakten interessieren da nicht.
- Der zweite Teil bleibt zwar stehen, aber mehr aus anerzogener Höflichkeit als aus Interesse die Thematik zu begreifen, lauscht den Worten, kann aber, mangels Fachwissen, nichts mit den Informationen anfangen, läßt sich noch einen Flyer aushändigen, den man nach der nächsten Hausecke, Staßenbiegung oder außer Sichweite dezent im nächsten Mülleimer entsorgt.
- Der ditte (rudimentäre) Teil bleibt stehen, interessiert sich, geht auf die Fakten ein und unterstützt die Diskussion mit eingenem Wissen. Solche Augenblicke sind dann rare Glückmomente.

Die ersten beiden Teile nehmen ca. 95 % der Bevölkerung ein. Nur ein kleiner Rest kümmert sich. Dabei kann man zwar Verständnis haben, dass viele intellektuell blockieren, das existenzielle Thema muss aber trotzdem gelöst werden. Wenn eines Tages der ganze Schwindel zusammenbricht fragt den Einzelnen auch niemand, überfordert es Dich jetzt geistig, dass Du von einem Moment zum anderen, vom gut situierten Bürger zum Almosenempfänger wirst.

Führen wir uns auch abschließend ins Bewusstsein, dass die Komplexität der Zusammenhänge ganz bewußt so gewählt ist, dass Aufklärung von oppositioneller Seite massiv erschwert wird. So ein Thema kann man ganz schlecht einfach darstellen und mit einfachen Parolen abarbeiten, ohne dass man Mitstreiter verliert.

Selbst Menschen, die aus dem Finanzfach kommen fällt es da schwer, gewollt oder ungewollt, den Anschluss zu halten. Denn, wenn ich mit meinen Ex-Bankkollegen sprechen -immerhin jene Leute, zu denen Sie sich begeben, wenn Sie sich in Geldanalgefragen beraten lassen - stelle ich entsetzt fest, die sind und verhalten sich, wie der repräsentative weit überwiegende Teil der Bevölkerung: uninteressiert!

Mistral
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Re: Die Target II Salden bei der EZB

Beitragvon Mistral » Mi 8. Mär 2017, 10:02

UND.....nochmal drauf!!!

Target2-Salden aktuell 814 Milliarden!

Und wieder ist es Philip Plickert von der „FAZ“ der die neuen Target2-Salden als erster veröffentlicht.

Die Forderung an das Eurosystem stieg im Februar um fast 20 Milliarden Euro auf 814 Milliarden Euro, wie die Bundesbank am Dienstag auf ihrer Internetseite schrieb. „Die Target2-Salden steigen weiter rapide“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele der F.A.Z.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 13439.html

Die Meinungen der Fachleute sind absolut lesenswert!!!

Mistral
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Re: Die Target II Salden bei der EZB

Beitragvon Mistral » Mo 10. Apr 2017, 12:10

Der Trend ist weiterhin ungebrochen, auch im März erhöhten sich die Target2-Salden um +15,376 Mrd. Euro zum Vormonat an.
Damit haftet Deutschland nun in Höhe von 829,751 Mrd. Euro für andere Länder der Euro-Zone. Dies meldet die Deutsche Bundesbank.

Gelegentlich darf man von Oberschlauen hören oder lesen, dass das ja nicht so schlimm sei, denn bei den Target2-Salden würde es sich nur um ein Verrechnungskonto zwischen den (privaten) Zentralbanken handeln. Das stimmt sogar – ihr Schlauberger – aber bei eurem Girokonto handelt es sich auch nur um ein Verrechnungskonto. Was passiert, wenn ihr euer Soll nicht mehr ausgleichen könnt, dürfte doch auch kein Geheimnis sein, dann hat die Bank ein Problem. Bei den Zentralbanken handelt sich um Gesellschaften und wenn die – wegen Zahlungsausfällen - nicht mehr liquide sind, dann hat der Steuerzahler den Batzen an der Backe. Daher sind Beschwichtigungen schon amüsant, allerdings nur so lange bis der Ernstfall eintritt und das kann jetzt fast jeden Tag passieren.


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