Meinungsfreiheit

Friedrich von Hayek
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Re: Meinungsfreiheit

Beitragvon Friedrich von Hayek » So 11. Feb 2018, 16:02

Heute wurde in Phönix der "Internationale Frühschoppen" ausgestrahlt. Thema war der Antisemitismus von Rechts.

Ich halte das für eine völlig falsche Betrachungsweise, zumindest für Deutschland bzw. auf meinen Wirkungskreis bezogen. Weder ich selbst noch irgend jemand in meinem großen Umfeld haben erkennbare oder jemals verlautbarte Ressentiments gegenüber dem jüdischen Glauben oder Israels.

Meine Befürchtung geht eher dahin, dass hier verwerfliche und abzulehnende antisemitische Äußerungen von einigen rechten Provokateuren in einen Topf geschmissen werden mit antijüdischen und antiisraelischen Gewalttaten, die allerdings aus bei uns verweilenden muslimischen Kreisen rühren.

Dabei ist zu bedenken, dass die jüdische Religion verwandt ist mir der christlichen Religion und es deshalb keinen Grund gibt sie zu bekämpfen. Sie ist eine friedliche Religion, in die man ohne Angst um sein Leben ein- bzw. austreten darf. Sie hat auch keine politische Militärdoktrin eines sich um jeden Preis ausdehnen müssens und alles Andersdenkende vernichten müssens, wie der Islam.

Anstatt das Judentum und Israel zu bekämpfen wäre Deutschland schlau beraten, es würde sich deren Erkenntnisse und Handlungsweisen zu nutze machen. Von Israel handeln lernen, heißt siegen lernen. Wir haben es in unseren eigenen Händen auf welcher Seite wir in Zukunft stehen wollen, bei den Gewinnern oder den Verlierern. In Zeiten einer islamischen Invasion steht alles auf dem Spiel, auch wenn es von obersten Kreisen grob fahrlässig versucht wird nicht zu theamatisieren, ja auszublenden.

Es wird höchste Zeit sich auf die wirkliche Bedrohung unserer Kultur zu fokussieren. Und das sind nie und nimmer die Juden. Dass man ihnen schon immer die Okkupation des Geldwesens vorwarf, liegt im Geschichtlichen begründet. Juden wurden vor Jahrhunderten viele Arbeiten verboten, sodass es ihnen von wenigen Möglichkeiten nur noch erlaubt war, sich im Geldwesen auszubreiten, was sie auch sehr erfolgreich taten. Daran ist unsere Gesellschaft selbst schuld. Kein Grund es den Juden vorzuwerfen. Unbesehen davon sehe ich diese Diskussion als eine Neid- und Missgunstdebatte.

Es steht jedem talentierten Menschen frei, sich erfolgreich im Geldwesen "auszutoben". Dabei spielen im digitalen Zeitalter solch antiquierten Sichtweisen eine immer kleiner werdende Rolle bis hin zur Bedeutungslosigkeit. Der mit viel Gewalt und Extremismus beladene und blinder Expansionswut mit Weltmachtanspruch agierende Islamismus ist die Religion, die durch ihren Terrorismuss Abertausende Tote in unserer Zeit verursacht, nicht die Juden.

Die Debatte um die Existenz Israels und die Vertreibung der Palästinenser aus ihrem angestammten Gebiet ist eine große Herausforderung. Solange aber auf der paläsitnensischen Seite muslimische Akteure mit Scharfmacherambitionen agitieren, wird sich hier keine einvernehmliche Lösung einstellen. Die Landnahme damals und die Ausrufungs des Staates Israel war sicher nicht rechtens. Die Zeit lässt sich aber nicht zurückdrehen. Es muss eine Lösung gefunden werden, die auch den Palästinensern gerecht wird, ohne Aufwiegelung von muslimischer Seite.

Der Fehler bei der Antisemitismusdiskussion bei uns ist, dass von der Kriminalstatistik nicht unterschieden wird, aus welchen ethnischen Gruppen sich Delinquenten rekrutieren. Taucht hier in der Statistik also bei Straftaten gegen Juden oder Israel eine Zunahme auf, lässt es sich nicht verifizieren, wo genau diese herkommt. Pauschal wird im Bashing gegen Konservative und rechtspatriotische Kreise zu Unrecht diese Szene dafür verantwortlich gemacht, ohne der Sache wirklich auf den Grund zu gehen. Dabei kommt die Gefahr von den Millionen, die wir unkontrolliert und unidentifiziert bis heute ungehindert in unser Land strömen lassen. Es ist ein weiterer durchschaubarer Versuch das rechte politische Spektrum zu kriminalisieren und zu verunglimpfen. Nicht zu vergessen, häufig sind die Ressentiments gegen Juden und Israel in den linken Kreisen anzutreffen (Neid und Missgunst der Habenichtse).

Urbadener
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Re: Meinungsfreiheit

Beitragvon Urbadener » So 11. Feb 2018, 16:55

Friedrich von Hayek hat geschrieben:Juden wurden vor Jahrhunderten viele Arbeiten verboten, sodass es ihnen von wenigen Möglichkeiten nur noch erlaubt war, sich im Geldwesen auszubreiten, was sie auch sehr erfolgreich taten.

Am Anfang des Mittelalters war den Juden der Weg in die bürgerliche Gesellschaft (Zünfte und Innungen) versperrt, aus diesem Grund mussten sie sich auch beruflich anders orientieren. So sind heute noch Namen von Kaufleuten – wie die Fugger in Augsburg – ein Begriff. Aber auch die Geschichte der Goldschmiede und Ärzte im Mittelalter wurde durch einige jüdische Persönlichkeiten geprägt.

In rechtlicher Hinsicht unterschieden sich die Juden bis Ende des 10. Jahrhunderts nur geringfügig von der anderen mittelalterlichen Gesellschaft. Neben diesem weitgehend entspannten Verhältnis zwischen Christen und Juden führte die Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem durch den Kalifen El Hakim im Jahre 1009 zu verstärkten Konflikten. Durch diese christliche Besinnung entstand die Kreuzzugsbewegung im 11. Jahrhundert und zog eine große Welle der Judenverfolgung mit sich.

In den letzten zehntausend Jahren hat sich somit so gut wie nichts geändert. Nach wie vor sorgen die großen "friedlichen" Religionen dafür, dass das gesellschaftliche Miteinander in den Bahnen verläuft, wie es Islam und Christentum in den Kram passt. Wenn dabei andersdenkende oder glaubende Menschen auf der Strecke bleiben, weil sie mit den Mitteln der Nächstenliebe und Barmherzigkeit diskriminiert oder durch Gottes Schwert vernichtet werden, dann ist das halt von Gott oder Allah so gewollt. Israel hat wohl die Unterstützungszusagen der westlichen Welt, was die letztendlich für einen Wert haben, zeigt sich erst dann wenn der Tag der Einlösung gekommen ist. Deshalb ist Israel sehr gut beraten, wenn es sich auf sich selbst verlässt, denn dieses kleine Land hat keine Bodenschätze und hat daher weder wirtschaftlich noch politisch das nötige Gewicht, um Politik oder Kirchen vor einem Umfallen zu bewahren. Und wie schnell solche gottesfürchtige Gesellen umfallen, dafür gibt es in der Geschichte unzählige Beispiele.

Antisemitismus von rechts, links oder der Mitte gibt es nicht. Die Ursache dafür hat die Wurzeln in den Religionen im Allgemeinen und die schweben ja über allen Richtungsangaben, weil sie bisher immer die Guten waren. Hat man uns gelernt und was in den Geschichtsbüchern steht stimmt so lange, bis wieder ein anderes Regime kommt das uns das Gegenteil erzählt.

Sten
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Re: Meinungsfreiheit

Beitragvon Sten » Mi 14. Feb 2018, 22:03

Red Bull verleiht Flügel.

https://dieunbestechlichen.com/2018/02/ ... kultur-ab/

Mateschitz hat einen Arsch in der Hose.
Das was der sagt, sagt bei uns kein Manager.
LG Sten

Urbadener
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Re: Meinungsfreiheit

Beitragvon Urbadener » Do 15. Feb 2018, 16:57

Sten hat geschrieben:Das was der sagt, sagt bei uns kein Manager.

Das ist der Unterschied zwischen einem selbständigen Unternehmer und einem angestellten Lohnsklaven, auch wenn der sich zufällig Manager nennen sollte.

Mistral
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Re: Meinungsfreiheit

Beitragvon Mistral » Mi 11. Jul 2018, 09:17

In Deutschland ist Meinungsfreiheit nur erlaubt, wenn sie der derzeitigen politisch korrekten Linie entspricht. Wer das nicht tut, der darf sich auf Repressalien freuen, die wir nur aus totalitären Regimen kennen. Dazu zwei Beispiele:

Wegen Kandel-Demo: Junge Frau wird gefeuert

Eine junge Frau nimmt an einer Demo „Mütter gegen Gewalt“ in Kandel teil. Kurz darauf verliert sie ihren Job, ihre Wohnung und sieht sich gezwungen, mit ihrem Sohn aus ihrer Heimat wegzuziehen. Eine Geschichte aus Deutschland im Jahr 2018.
https://www.journalistenwatch.com/2018/ ... ndel-demo/

Die Abschaffung der Meinungsfreiheit in der Kulturszene – der Fall Martin Münch
Diktaturen haben von je her versucht, Kulturschaffende auf ihre Seite zu ziehen. Diejenigen, bei denen das nicht gelingt, hindern sie an ihrer Arbeit oder tun noch Schlimmeres. Die Bundesrepublik hingegen förderte früher sogar ihre eigenen Gegner und sah dies als Beitrag zu Pluralismus und Meinungsvielfalt. Heute freilich sieht das anders aus.
https://www.journalistenwatch.com/2018/ ... sfreiheit/

DDR2 lässt grüßen. Wie weit ist Deutschland schon gesunken!!

Sten
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Re: Meinungsfreiheit

Beitragvon Sten » Sa 2. Mär 2019, 15:13

Kann vielleicht noch interessant werden:

https://mannikosblog.blogspot.com/2019/ ... again.html

Nicht nur mein Blog entstand als Reaktion auf den immer enger gezogenen Korridor erlaubter Meinungen im Internet. Wo sich Leser früher Luft machen konnten in den Leserkommentarspaten der Mainstream Medien im Laufe der letzten zehn Jahre fast ausnahmslos immer selektiver moderiert und zensiert. Die Krönung dieser Entwicklung findet sich bekanntlich bei Facebook, wo heute eine ehemalige Stasiagentin fürs polit-korrekte Zensieren verantwortlich ist, und die ihr Dasein begründet mit einem heftigen Gesetz für „Hassrede“ im Internet. Nun aber es gibt eine Abhilfe.

LG Sten

MIKE
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Re: Meinungsfreiheit

Beitragvon MIKE » Fr 17. Mai 2019, 18:03

Die Meinungsfreiheit gilt nicht für jeden Bürger.
Wie sie einem zum Verhängnis werden und auf welchen Wegen man dann auch noch erfährt,
dass sie zum Verhängnis geworden ist, davon mehr in:

https://philosophia-perennis.com/2019/0 ... m69-n186tU

Die Aussagen des Herrn Heim sind wohl harmlos, aber seine Vorgesetzten wollen, dass er nun ein Problem hat.

Bis vor einigen Jahren galt, sich ersatzweise über die Glaubensfreiheit abzusichern. Diese Alternative beginnt aber bei jedem Absatz mit: "Ich glaube, dass … ." Ein beliebter Satzanfang selbst bei "freien" Bürgern, also Menschen, die keine Polizisten, beamtete Feuerwehrmänner o.ä. sind.

Ich glaube, das hat jeder verstanden. ;)

Mistral
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Re: Meinungsfreiheit

Beitragvon Mistral » So 19. Mai 2019, 10:06

Tja, als Staatsbediensteter ist man dem Volk und vor allem seinem Arbeitgeber – dem Staatsapparat - zur absoluten Loyalität und Treue verpflichtet. Zur Not ist dann auch lügen erlaubt. Wer die unbequeme Wahrheit öffentlich ausspricht, der ist halt nicht mehr loyal und kriegt dann den Zorn seiner Vorgesetzten zu spüren. Wobei der Ausdruck „Linke Zecken“ schon etwas rustikal ist, wenn er auch der Wahrheit entspricht.

Sten
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Re: Meinungsfreiheit

Beitragvon Sten » Sa 3. Aug 2019, 18:37

Deutschland ist, wo man sich für die Wahrheit entschuldigen muss

Tönnies ist nicht nur Fußballfunktionär, sondern auch noch Chef des zweitgrößten Schweine-Schlacht-Imperiums in Europa. Ein bedeutender Unternehmer also.In dieser Eigenschaft war er kürzlich auf dem Tag des Handwerks in Paderborn. Als dort über Wege diskutiert wurde, den Klimawandel zu bremsen, kritisierte er den Ansatz, dafür die Steuern zu erhöhen. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren.

O-Ton Tönnies:„Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Es wird berichtet, dass nach einer kurzen Schrecksekunde die rund 1600 Gäste im Saal Beifall klatschten.

http://www.pi-news.net/2019/08/deutschl ... igen-muss/

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
LG Sten

Urbadener
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Re: Meinungsfreiheit

Beitragvon Urbadener » Do 8. Aug 2019, 09:06

«Ich war entsetzt, dass die deutsche Politik der offenen Grenzen so stumpf weiter betrieben wurde»
Der ehemalige deutsche Drei-Sterne-General Joachim Wundrak will für die AfD Oberbürgermeister von Hannover werden. Er wirft der deutschen Bundeskanzlerin eine «antideutsche» Politik vor, die darauf abziele, Deutschland zu «entstaatlichen».
https://www.nzz.ch/international/deutsc ... ld.1500440

Die machen alle erst das Maul auf wenn Sie pensioniert sind.


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