Grüne Technologie

Mistral
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Beitragvon Mistral » Mi 10. Feb 2016, 15:31

Nachdem es in der Solar- und Windkraftindustrie schon anständig rauchte, muss jetzt German Pellets das Handtuch schmeißen.

Handelblatt: Der Brennstoff-Hersteller German Pellets hat wie erwartet am Mittwochmittag Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen will sich mit einem Chef auf Zeit selbst sanieren. Gläubiger sehen den Plan kritisch.
Neben Tausenden Anlegern sind weltweit auch etwa 650 Angestellte des Unternehmens von der Insolvenz betroffen.

Ein Werk wurde im Badischen Ettenheim betrieben.
Tausende Anleger liehen dem Unternehmen insgesamt 226 Millionen Euro. Am 1. April läuft eine Anleihe aus (WKN: A1H3J6), für die der Brennstoffhersteller 7,25 Prozent Zinsen pro Jahr in Aussicht gestellt hatte. Zum Jahresanfang stand die im April fällige Anleihe noch bei 96 Prozent, Ende Januar notierte sie bei knapp 17 Prozent und sackte bis Mittwochmittag auf nur noch rund ein Prozent ihres Nennwertes ab.

Hier darf man wirklich gespannt sein, wie viele Kleinanleger sich bei dieser traumhaften Rendite wieder die Finger verbrannt haben.

NTV - schreibt dazu: Der Begriff Mittelstandsanleihe habe viele Anleger in die Irre geführt, sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Der Zins ist ein Risikopreis." Solide mittelständische Unternehmen seien in der Regel überkapitalisiert und bekämen ausreichend Kredit von der Bank. Mittelstandsanleihen nutzten Unternehmen, die dringend Geld brauchten.

Trotzdem war das Angebot in Zeiten von Niedrigzinsen für zahllose Kleinanleger offenbar zu verlockend: Eine Verzinsung von 7,25 Prozent war versprochen worden. Das klang nach einem guten Deal – war es aber nicht.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/German-Pe ... 70131.html

Arminius
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Re: Grüne Technologie

Beitragvon Arminius » Mi 10. Feb 2016, 23:17

Da haben wohl wieder einige Unverbesserliche gemeint sie machen das Geschäft ihres Lebens und sind viel schlauer als andere, haben dabei aber geflissentlich das gesteigerte Risiko völlig ausgeblendet.

In einer Welt, wo alle großen Notenbanken die Zinsen Richtung Null bewegen, manche vielleicht auch bald darunter, sind 7,25% Zinsen von einem anderen Stern. Als ich diese Offerte im TV sah klingelten bei mir sofort alle Alarmglocken und ich sagte zu meiner Frau, denen werden bestimmt auch wieder unzählige Anleger auf den Leim gehen.

Die Pleiten können noch so groß sein (PROKON-Windpark) und noch so oft stattfinden (jetzt wieder German Pellets), der gemeine Deutsche Anleger ist weitestgehend lernunfähig oder lernunwillig. Dabei ist es eine alte Binsenweisheit; dass die Gier das Hirn frisst und Gier und Angst die schlechtesten Ratgeber sind in Vermögensfragen.

Deshalb fordere ich zur Landtagswahl von allen Parteien, dass sie in ihren Wahlprogrammen aufnehmen, das Fach "Ökonomie -Der Umgang mit Geld" eingeführt wird. Es ist eine Sauerei, dass junge Menschen die Schule verlassen ohne Ahnung von Geldgeschäften und den Banken zum Fraß vorgeworfen werden. Die nehmen sie dann aus wie gerupfte Hühnchen. Das Leben ist mehr als Kinder- und Jugendlichen-Taschengeld...

Da es sich beim Geld um eine komplexe und sehr vielschichtige Angelegenheit handelt, sind oft Eltern, da sie keine Fachleute sind, mit solchen Fragen überfordert. Dies in den Schulen zu lehren gehört dazu, wenn man einem/r Schüler/in das richtige Rüstzeug fürs Erwachsenen Leben mitgeben will.

Mistral
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Re: Grüne Technologie

Beitragvon Mistral » Do 25. Feb 2016, 09:45

German-Pellets-Pleite - Vier Tochterfirmen sind am Ende

Die Zahlungsunfähigkeit des Holzverarbeiters German Pellets zieht auch die Tochtergesellschaften in Mitleidenschaft. Derweil läuft am Hauptstandort Wismar die Bestandsaufnahme weiter.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Vier-Toch ... 75991.html

Es hat sich mir nie erschlossen, warum ein Unternehmen Anleihen mit Coupons sehr viel größer als 6% für ein Massenpublikum OTC begibt oder "vertreibt" wenn es sich doch über Banken deutlich preiswerter refinanzieren könnte.
Wenn man dann heute noch sieht, dass sie jeweils Firmen für die Emission / Verwaltung von Beteiligungen UND Anleihen (separat) hatten, dann ergaben sich hier ganz besondere Möglichkeiten.

Tja – die Energiewende wird noch viel teurer - nicht nur für Kapitalanleger - sondern und insbesondere für den Endverbraucher, wenn erst einmal die Energiekonzerne ihre Karten vollständig auf den Tisch legen. Danke Angela!

Stella
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Re: Grüne Technologie

Beitragvon Stella » Fr 26. Feb 2016, 10:01

Wir haben eine Ölheizung und haben diesen Monat 3300 Liter getankt, bezahlt haben wir dafür 1370 Euro.
Wir haben für dieselbe Menge aber auch schon doppelt so viel bezahlt.

Darum waren wir schon am überlegen, was wir tun wenn wir unsere Heizung austauschen müssen.
Pellets wurden uns von unserem Kaminfeger empfohlen, weil die günstiger als Heizöl wären und Holz wäre bei uns genügend vorhanden.
Mein Mann hat sich davon aber nicht begeistern lassen, weil er wegen dem Lagerraum für Pellets seine Bedenken hatte.
Für 1000 Liter Heizöl muss man 2 Tonnen Pellets rechnen. Ich habe heute extra nachgesehen, die 2 Tonnen kosten heute 488 Euro und
sind damit 20% teurer als Heizöl. Darum war es richtig, dass wir für ein paar Tankfüllungen etwas mehr bezahlt haben, eine neue Heizung und jetzt auch noch der höhere Preis für die Pellets, wäre uns viel teurer gekommen. Ich bin richtig froh, dass wir das nicht gemacht haben.
So lange unsere Ölheizung funktioniert, werden wir auch nichts ändern.

Kann es sein, dass der Hersteller für Pellets auch wegen dem billigen Heizölpreis in Schwierigkeiten gekommen ist?

Libe Grüße Stella

Arminius
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Re: Grüne Technologie

Beitragvon Arminius » Fr 26. Feb 2016, 15:30

Das kann ich mir schon vorstellen, dass ein Nachfrageeinbruch bei Pellets den Niedergang der Firma beschleunigt hat. Aber ich glaube auch, dass das nicht alleine ausschlaggebend war.

Eher halte ich es für wahrscheinlich, ohne ein studierter Volkswirt zu sein, dass in dem Unternehmen wirtschaftliche Fehlentscheidungen getroffen wurden, die zunächst den Sinkflug einleiteten und später den Absturz bewirkten. Normalerweise lehnt man sich die finanziellen Mittel zuallererst bei seiner Hausbank. In Zeiten niedrigster Zinsen sollte das bei einem ordentlichen, nach guten kaufmännischen Prinzipien geführten, Haus auch keine Schwierigkeit sein. Kritisch wird es aber, wenn sich die Geschäftslage massiv eintrübt, die Bank evtl. Kredite kündigt oder bei Neubedarf für weitere Kreditengagements nicht mehr zur Verfügung steht. Das tut sie in aller Regel nicht aus Jux und Tollerei, sondern sie ist auch an Vorschriften, Gesetze und Regeln gebunden, die es ihr irgendwann, wenn eine Obergrenze (da ist es schon wieder dieses Unwort :D ) erreicht wird beim Schuldenstand, den Geldhahn abdreht, weil sie es ablehnt weiter mit ins Risiko zu gehen. Eine Bank lässt freiwillig keine Gelegenheit aus, wenn es darum geht gutes Geld zu verdienen und das sind heute mehr denn je die Kredite.

Dann bleibt nur noch die Möglichkeit das Geld extern am freien Markt zu besorgen über eine Anleihe. Diese ist in diesem Falle nachrangig gewesen, das heißt bei einer Insolvenz werden andere zuerst zu ihrem Geld kommen. Bleibt dann noch was übrig, werde auch ich bedient. Für diese schlechtere Qualität der Anlage (durch Sicherheitsdefizit) bedient mich der Schuldner mit einem deutlich höheren Zinssatz (hier 7,25 %).

Das Problem ist dann, dass viele unbedarfte Anleger auf die nominell größere Zinssatzzahl anspringen und eine dem Menschen innewohnende Macht freigesetzt wird: Die Gier. Und genau dieser Charakterzug hat auch noch die fatale Nebenwirkung, die mit ihm einhergeht, dass diese den Verstand außer Kraft setzt. So tendiert man zu so einer Anlage und realisiert sie auch, ohne sich der Hintergründe der schlechteren Sicherheiten bzw. der Zwangsverhältnisse, in dem sich das betreffende Unternehmen befindet, bewusst zu werden. Kein rational und ökonomisch arbeitendes Unternehmen gibt für einen aufzunehmenden Kredit mehr aus als es unbedingt sein muss. Also ist es sinnvoll zu hinterfragen, was die Gründe sind, warum sich das Unternehmen nicht bei einer normalen Geschäftsbank zu marktüblichen Zinsen die finanziellen Mittel besorgt. Hier war der Hinderungsgrund, dass wohl die Hausbank(en) den Geldhahn abgedreht haben. Möglicherweise sogar durch der Bank bekannt gewordene Fehler in der Unternehmensführung / bei unternehmerischen Entscheidungen (nur eine persönliche Spekulation von mir).

Zu Deinen persönlichen Einlassungen möchte ich gerne ergänzen, dass ich vor 6 Jahren an genau der gleichen Stelle stand, wie Du und Dein Mann jetzt. Ich entschied mich bei Heizöl zu bleiben, natürlich ohne zu wissen was kommen wird. Wir könnten heute ebenso gut in einer Zeit leben in der das Heizöl 1,50€ pro Liter kostet. Das Schicksal meint es eben jetzt auch mal gut und wir haben extrem niedrige Heizölpreise. Auch ich habe vor 14 Tagen nochmals meinen 6.000 Liter Tank aufgefüllt bis Oberkannte Unterlippe. Wer weiß wie lange es noch so preisgünstig ist bzw. wann es danach einmal wieder so billig wird? Gott sei Dank fehlten nur 1.400 Liter... Ich habe mir jedoch angewöhnt, wie beim Autofahren auch, nicht zu warten bis der Tank fast leer ist und ich tanken MUSS(!), sondern ich quasi in einer "Mitnehmermentalität" die Schnäppchen am Wegesrand, wenn sie sich einem bieten, zum Nachanken nutze, ob beim Heizöl oder beim Diesel/Benzin.

Ich erlaube mir, Dir meine ausschlaggebenden Beweggründe kurz aufzuzählen. Wir kauften eine neue Heizanlage eines renommierten deutschen Herstellers mit Brennwertkessel, womit -aufgrund niedriger Emissionen- dem Umweltschutz ausreichend Rechnung getragen ist. In Abwägung der Alternative Holz oder Gas, schied das Holz durch den großen Platzbedarf aus. Außerdem sollte man sich bei der Holzqualität gut auskennen, denn minderwertige Pellets erhöhen den Heizmitteleinsatz und somit auch die Kosten. Beim Gas war es das Ausgeliefertsein an den Versorger, denn dem muss ich unter allen Bedingungen und Preisvorstellungen das Gas abkaufen, solange der Vertrag läuft. Ich habe keine Auswahl unter den Zulieferern.
Genauso wenig habe ich eine Möglichkeit der Bevorratung, wie bei Öl oder Holz. Ich muss also immer den aktuellen Tagespreis bezahlen, ob der teuer oder billig ist. Außerdem hat mich gestört, dass in Zeiten eines großen Erdgasangebotes auf dem Weltmarkt der Preis kaum nachgab. Gleichzeitig jedoch durch eine Lobbykampagne in den Medien losgetreten wurde, dass es gut und sinnvoll sein den Gaspreis an die Entwicklung des Ölpreises zu koppeln, um ja hohe Preise verlangen zu können. Das Todesurteil gegen das Erdgas war dann noch eine kostspielige Erdgaszuleitung zum Haus, für die ich zwei Jahre lang Heizöl verfeuern kann.

Als letzter Gedanke, der mich pro Heizöl entscheiden ließ, kommt eine strategische Erwägung zum Zuge. Im Krisenfall (Bürgerkrieg, Notsituationen jeglicher Art, Krieg, Versorgungsausfälle, -zusammenbrüche etc.) habe ich mit Heizöl eine strategische Notreserve, die ich dann als (zwar verbotenes) Betriebsmittel im Diesel-Auto als Treibstoff einsetzen kann. Das allerdings nur im absoluten Notfall (Krankenfahrt ins Krankenhaus, Flucht bei Unruhen, Lebensmittel besorgen im Krisenfall etc.)! Ich werde es wohl niemals brauchen, aber es als Joker in der Hinterhand zu wissen beruhigt mich ungemein ;-)). Obwohl, wer weiß in den heutigen Zeiten was noch alles passiert in der Bundesrepublik Deutschland....?

Erdgas hat die Eigenheit durch Pipelines befördert zu werden. Wir in Europa und besonders in Deutschland bekommen den Großteil aus Russland bzw. seinen ehemaligen sowjetischen Satellitenstaaten, Teile auch aus Norwegen oder England etc.. In der Abwägung ob ich nun energiepolitisch lieber mit unsicheren Russen oder mit unsicheren Arabern "ins Bett steige" haben augenscheinlich die Araber gewonnen. Jedoch gibt es hier eine breitere Streuung, da Erdöl inzwischen fast auf der ganzen Welt exploriert und gefördert wird, und sei es nur durch Fracking. Sei es durch Nordseeöl der Holländer (Shell Royal Dutch), der Engländer(BP) oder der Norweger (Statoil), oder sei es aus Nigeria, Brasilien (Petrobras), Kanada, den USA, überall wird gesucht und gefunden. Die Frage bleibt jedoch immer bestehen: zu welchem Preis kann gefördert werden, ist es wirtschaftlich?

Ich habe den Entschluß jedoch nicht bereut. Holz habe ich mir als zweites Standbein in Form eines "Schwedenofens" zugekauft, um in Krisenzeiten nicht durch Stromausfall oder Nachschubunterbrechung bei Heizöl im Kalten sitzen zu bleiben. Wenn man eine Familien mit 4 oder mehr Mitgleidern im Haushalt hat, habe ich mich beraten lassen, soll sich auch eine Solarthermieanlage lohnen, die das Brauchwasser heizt. Für meinen zwei Personen Haushalt irrelevant und unwirtschaftlich, sagte der mir Verkäufer solcher Anlagen. Dafür enschied sich meine Frau und ich für eine Photovoltaikanlage zur Stromproduktion. Und die macht uns seit ihrer Installation von über 4 Jahren viel Freude ;) .

Abschließend möchte ich gerne noch loswerden, dass ich auf jeden Fall(!) mit einem Wiederanziehen des Ölpreises fest rechne. Ich begreife jedoch das aktuell preisliche Tief als Korrektiv zum Hoch vor einigen Jahren/Monaten. Der (Durch-)Schnitt machts und gleicht die eine Übertreibung mit der gegenpoligen wieder aus. Alle Heizmittel sind Wirtschaftsgüter, die Preisschwankungen nach oben und unten unterliegen - auch länger anhaltenden Übertreibungen. Langfristig relativiert sich das aber auch wieder. Sicher wird jedoch auch das Erdöl und damit das Heizöl teurer werden, wie alles andere auch.
Uuuups, sorry, ist doch wieder länger geworden als ich dachte. Wenn es Dir und anderen hilfreich war, soll es mir recht sein.

Mit lieben Grüßen und den besten Wünschen für ein schönes Wochenende
Arminius

Stella
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Re: Grüne Technologie

Beitragvon Stella » Mo 29. Feb 2016, 15:07

Lieber Arminius,
vielen Dank für deine ausführlichen Worte.
Wir machen es wie du, wenn das Benzin günstig ist tanken wir unser Auto voll
und wenn das Heizöl billig ist, dann machen wir die Öltanks voll.

Über die Heizung machen wir uns keine Gedanken, so lange die vom Kaminfeger abgenommen wird.
Erst wenn wir mit dem Schwierigkeiten bekommen, werden wir sehen was dann angeboten wird und
wie es sich mit den Kosten und dem Nutzen verhält.
Wenn man sieht und hört was alles angeboten wird, dann bin ich ganz schnell am Ende.
Bis jetzt hat unsere Heizung prima funktioniert und immer das geliefert für das sie da ist,
warmes Wasser zum Heizen und zum Duschen. Mehr muss sie auch nicht können und darum ist es uns egal,
was Grüne, Rote, Schwarze oder Braune sagen. Alle wollen nur unser Bestes! Unser Geld.
Liebe Grüße Stella

Mistral
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Re: Grüne Technologie

Beitragvon Mistral » Mi 4. Mai 2016, 13:04

Für Portugal und Spanien rechnet sich das eventuell:

Erste Gaslieferung aus den USA ist im südportugiesischen Hafen Sines eingetroffen:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... getroffen/

Das hat seinen guten Grund, weil:

Game over - die Rache ist da: Gewaltige Pleitewelle erschüttert US-Ölbranche
Die Ölschwemme, die unter anderem durch das Fracking in den USA ausgelöst wurde, und den Ölpreis in den Keller drückte setzt nun in den USA eine Pleitewelle in Gang die größere Ausmaße annehmen könnte als das Telekomsterben nach dem Jahr 2000.
http://www.boerse-express.com/pages/2792144/fullstory

Mistral
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Re: Grüne Technologie

Beitragvon Mistral » Mi 4. Mai 2016, 16:22

Die absurde Millionen-Förderung der Ladestationen
Die Regierung will E-Autos mit einer Milliarden-Prämie zum Durchbruch verhelfen. Das Netz der Stromsäulen soll dichter werden. Aber die Förderung könnte in ländlichen Gebieten das Gegenteil bewirken.

http://www.welt.de/wirtschaft/article15 ... ionen.html

Auch in diesem Fall wird wieder eine Industrie subventioniert, die noch lange nicht konkurrenzfähig ist. Ein gutes Produkt wird vom Kunden angenommen und muss nicht mit Steuergeldern gepampert werden. Das Argument den Co² Ausstoß zu vermindern, ist ein Witz, wenn gleichzeitig unzählige mit Schweröl befeuerte Dreckschleudern über den Ozean fahren (siehe vorherigen Bericht) um uns mit amerikanischem Frackinggas zu versorgen.

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Re: Grüne Technologie

Beitragvon Urbadener » Mi 6. Jul 2016, 07:21

Und wieder ein Traum mit traumhaften Zinsen ausgeträumt! Aus Biowert wird Biomüll!

Agrarunternehmen ist insolvent KTG-Anleihe verdörrt wohl im Depot
Mit traumhaften Zinsen lockt KTG Agrar Anleger vor fünf Jahren und sammelt einen dreistelligen Millionenbetrag ein. Doch zur Fälligkeit kann das Unternehmen die Zinsen nicht bedienen - und rutscht in die Insolvenz.

Auslöser für den Schritt war die Fälligkeit von Anleihezinsen der 2011 begebenen Anleihe KTG Biowertpapier II. Die Inhaber-Teilschuldverschreibung hat ein Volumen von 250 Millionen Euro und ist mit 7,125 Prozent pro Jahr verzinst. Die am 6. Juni 2016 anstehenden Zinsen von 17,8 Millionen Euro konnte KTG Agrar nicht zahlen. Erst vor wenigen Tagen war die Hauptversammlung verschoben worden.

http://www.teleboerse.de/aktien/KTG-Anl ... 23506.html

Friedrich von Hayek
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Re: Grüne Technologie

Beitragvon Friedrich von Hayek » Mi 6. Jul 2016, 09:05

Hallo Urbadener,

wenn man berücksichtigt, dass vor 5 Jahre, bei Auflegung der von Dir beschriebenen Anleihe, noch - aus heutiger Sicht - anständige Zinsen gezahlt wurden, kann man sich leicht an 5 Fingern abzählen, wie viele Blindflieger und Geisterfahrer solchen Rattenfängern heute beim Angebot von astronomischen Zinsen auf den Leim gehen würden, ohne dass ein tragfähiges Geschäftsmodell dahintersteht.

Die Frage die man sich in solchen Fällen immer mal wieder stellen sollte, wenn einem solche Angebote über den Weg laufen ist, warum die Kreditnehmer nicht einfach zu ihrer Hausbank gehen bzw. warum ihnen ihre Hausbank kein Geld mehr gibt. Wenn man ein so deutlich überhöhtes Zinsangebot bekommt, muss ein außergewöhnlich Gewinn bringendes tragfähiges und langfristiges Geschäftsmodell dahinter stehen, das in der Lage ist solche Zinsen erwirtschaften zu können. Wenn vom Kreditgeber vorgegeben wird, dass es das tut, muss sofort die nächste Frage folgen, warum springt dann die Hausbank nicht auf diesen "Geld-verdienen-Zug" auf? Deren Geschäftsmodell ist, mit dem Ausleihen von Krediten Geld zu verdienen.

Man darf getrost davon ausgehen, dass die Banken und Sparkassen dafür bis an die Grenzen des Vertretbaren gehen. Wenn eine Hausbank nicht mehr mit ins Boot einsteigt, ist was faul im "Staate Dänemark".

Es gibt keinen(!) rationalen Grund in Zeiten von Niedrig-, Null- oder Negativzinsen sich auf abenteuerliche Anlageexperimente einzulassen, im Glauben auf einmal die Weisheit mit Esslöffeln gefressen zu haben. Wenn es sich bei dem vermeintlich guten Angebot um den profitablen Renner handeln würde, den es vorgibt zu sein, wären die gut informierten Kreise, die zuerst davon erfahren schon lange eingestiegen mit ihren Riesenvermögen, die sie nicht wissen, wie sie sie anlegen sollen. Beim Endanleger wäre dann nichts mehr von dem Angebot angekommen. Da dies offensichtlich bei solchen Angeboten nicht der Fall ist, sollten sämtliche Alarmglocken läuten, wenn man keinen Kapitalverlust erleiden will. Übrigens hat man seine Sache als Anleger sehr gut gemacht, wenn man einen Kapitalerhalt schafft. Sollte man das sogar unter realen Kaufkraftaspekten schaffen ist schon sehr gut!
Es heißt Abschied nehmen von den Erwartungen hoher Kapitalerträge ohne Risiko. Vielmehr gibt es noch nicht einmal mehr dann, wenn man ins Risiko geht eine halbwegs angemessene Diskontierung dafür.


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