Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Friedrich von Hayek
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Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Beitragvon Friedrich von Hayek » Do 18. Jan 2018, 02:37

Martin Schulz ist aus dem Olymp des Kanzlerkandidaten herabgestiegen und hat das Amt des SPD-Verwesers übernommen. Einem Piloten eines großen Passagierjets gleich, der in 2.000 m Höhe feststellen muss, dass gleichzeitig, alle Triebwerke ausgefallen sind, der Funkkontakt zum Tower abgerissen ist, das Fahrwerk sich nicht mehr ausfahren lässt und plötzlich dichter Rauch in der Cockpitkanzel auftritt, der jegliche Sicht auf die Instrumente verunmöglicht. Er ist in seiner Rolle sicher nicht zu beneiden.

Denn sollte es nicht zur GROKO kommen, wird er mit seiner Partei bei einer Neuwahl untergehen und die SPD rast der 5 % Hürde entgegen. Gleichzeitig wird die AfD erfolgreicher sein als am 24. September 2017 und zur größten Oppositionspartei.
Wird es zur GROKO kommen, wird sich die SPD an den Herausforderungen abarbeiten, die Union aber die Früchte der Arbeit einheimsen. Die SPD wird auch da weiter an Zustimmung verlieren.
Kommt es zur Minderheitsregierung, wird man der SPD vorwerfen, dass sie als demokratische Partei in einer schweren Stunde der Republik gekniffen hat und ihrer staatspolitischen Pflicht nicht gerecht wurde. Auch hier gibt es Stimmenverluste.

Also was auch immer die SPD tut oder auch nicht, es wird sie nicht voranbringen sondern eher schrumpfen. Das hat sie aber auch sich selbst zu verdanken. Denn, wenn man den Trauerladen von Partei anschaut, in dem es jeglicher Führung fehlt, in dem niemand sich traut die Richtung vorzugeben und für jeden Furz der letzte Hinterbänkler des abgelegensten Kreisverbandes um Erlaubnis gefragt werden muss, ob man als Vorstand etwas machen darf oder soll oder eben nicht, braucht man sich nicht zu wundern, dass das in der Öffentlichkeit nicht ungesühnt bleibt.

Da hat man erst vor wenigen Wochen einen neuen Messisas namens Martin Schulz mit 100 % Zustimmung gewählt, jetzt erniedrigt man den zum Klinkenputzen in den letzten Kreisverbänden der Republik. Als Bettler muss er umherziehen und bitten und betteln, dass er eine Mehrheit bekommt für Koalitonsgespräche mit der Union. Damit nicht genug! Nein, der arme Tropf muss dann entwürdigender Weise auch noch alle Parteimitglieder abfragen, ob er in eine GROKO gehen darf. Und so einen armen Bettler sollte man als Kanzler wählen. Zum Glück ist vielen aufgefallen, dass es sich nur um einen Blender handelt, einen Heerführer ohne Truppen, einen Herausforderer weit unter Augenhöhe. Wenn die Sozialdemokratie nichts Besseres aufzubieten hat, sollte sie sich ernsthaft überlegen, ob sie bei den nächsten Wahlen nicht ernsthaft selbigen fern bleibt. Das ist einer Demokratie eines wichtigen Industrielandes nicht mehr würdig, was dieser Clownverein vor den Augen der Nation vollführt. Macht dieser miserablen Schmierenkomödie endlich ein Ende.

Mistral
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Re: Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Beitragvon Mistral » Do 18. Jan 2018, 10:40

Einfach hat sie es nicht die SPD, schon wegen ihrem Führungspersonal nicht.
Das geht jetzt schon so weit, dass die CDU der SPD empfiehlt:

CDU-Wirtschaftsrat legt SPD Rückzug in Opposition nahe
„Es ist besser, die SPD regelt ihr Führungsproblem in der Opposition und regeneriert sich dort“, sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger!
Nach seinen Worten „verzwergt“ Schulz sich selbst, wenn „sein Wort wenige Tage nach der Sondierungsvereinbarung nicht mehr hält“. Steiger sagte unter Hinweis auf das „Herumlavieren“ der Sozialdemokraten: „Der Handschlag des angeschlagenen SPD-Chefs ist nicht mehr viel wert.“


Das sind keine gutgemeinten Ratschläge, das sind schmerzhafte Peitschenhiebe für den roten Möchtegernkanzler!!

Urbadener
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Re: Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Beitragvon Urbadener » Do 18. Jan 2018, 12:58

Ich glaube nicht nur die SPD hat im Moment existenzielle Probleme, den anderen Parteien geht es auch nicht besser. Jeden Tag die gleichen alten Köpfe, jeden Tag dieselben ratlosen Gesichter auf allen Kanälen und jeden Tag leeres Geschwätz in die Mikrophone einer devoten Reporterschar. Wer möchte sich mit solchen „Führungspersönlichkeiten“ identifizieren und wer vertraut noch den Versprechungen dieser Politiker, wenn im Vorfeld schon klar ersichtlich ist, dass das hoch und heilig versprochene nie und nimmer gehalten wird oder auf dem Altar des Kompromisszwanges geopfert werden muss?

Wir brauchen nicht nur eine Erneuerung im Kreise der Politdarsteller, unser komplettes System gehört dringend auf den Prüfstand. Wer nur von Globalisierung und Digitalisierung faselt, jedoch nicht bereit bzw. dazu in der Lage ist diese Änderungen progressiv anzugehen, dem wird auf Dauer das Vertrauen entzogen. In dieser Phase befindet sich unsere Republik jetzt, leider haben es die maßgeblichen Leute jedoch noch nicht bemerkt. Tatsachen können wohl verdrängt werden, allerdings zeitlich limitiert.

Wen es interessiert, dazu ein lesenswerter Aufsatz von Peter Haisenko:

Wie Politiker ihre Verantwortung verleugnen und damit Sabotage betreiben an ihren Parteien, am Wähler und am ganzen Land
https://www.anderweltonline.com/klartex ... nzen-land/

Cornelius Scipio
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Re: Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Beitragvon Cornelius Scipio » Mo 22. Jan 2018, 04:05

Am gestrigen Sonntag hat sich die SPD sehr bemüht, widerwillig und überanstrengt aus ihrer Komfortzone heraus gehievt.
Mit 56 : 44 % entschied man sich gerade mal so, in Koalitionsverhandlungen mit der Union einzutreten. Es warten große Herausforderungen auf dieses Land denen mit Elan, Schwung, Enthusiasmus und Mut begegnet werden muss.

Stattdessen braut sich eine neue Koalition in Deutschland zusammen, die von Agonie und Zaghaftigkeit, Angst, Schwäche und Feigheit geprägt sein wird. Aus zwei lahmen Eseln wird noch lange kein Rennpferd. Die beiden Koalitonäre stellen zwei Bremsklötze dar, die sich selbst im Weg stehen.
Diese beiden Gurkentruppen werden wieder nichts gestemmt und bewegt bekommen, das diese Land entscheidend voranbringt. Sie werden uns wieder einen Schritt mehr zu Tode verwalten, entrechten, bespitzeln, überwachen und manipulieren.

Schade, liebe SPD, es wäre besser gewesen sich nicht noch einmal mit der Union auf eine Koalition einzulassen. Das hätte man wissen können, nein müssen. Jetzt ist die SPD auf dem Wege sich zu marginalisieren.

Urbadener
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Re: Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Beitragvon Urbadener » Mo 22. Jan 2018, 12:46

Eigentlich sollte die SPD nur die Mehrheit für eine EU-Vertragsänderung beschaffen, jetzt “muss” sie auch zum Regieren ran.
Es geht um die Vollendung der EU, die Vollendung der europäischen Einigung mit List und Tücke, ohne Zustimmung der europäischen Völker.

Es geht um die ersatzlose Abschaffung der bisherigen, nationalstaatlich verfassten Demokratien ohne dass deren einzig legitimes “politisches Subjekt”, deren “Souverän”, das bemerkt.

Alles andere drumherum ist Theater und dient nur der Ablenkung.

Mistral
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Re: Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Beitragvon Mistral » Mo 22. Jan 2018, 14:11

Schulz ist sein Name, der vor etwa einem Jahr für 100% Aufbruch stand. Jetzt steht er eher für 50% Abbruch. Düstere Aussichten für Schulz – und die SPD. Wer braucht ihn noch? Wer braucht die SPD noch? Das knappe und blamable Abstimmungsergebnis verrät die Skepsis in der Partei. Die Zweifel an einer erneuten – aber nach Meinung vieler Delegierten gewiss nicht erneuerten – Großen Koalition sind unüberhörbar. Und so ist noch längst nicht ausgemacht, ob ein Koalitionsvertrag, egal was drin steht, am Ende von den Mitgliedern abgesegnet wird.

Viele Schicksalsfragen hat die SPD erst einmal vertagt. Dazu gehört vor allem die Frage, wie lange die SPD Martin Schulz noch als Parteichef ertragen wird. Ein nicht unwichtiger Nebeneffekt, wenn die SPD tatsächlich wieder in die Regierung zurückkehrt, wird die AfD-Fraktion durch eine Regierungsbeteiligung der SPD im Bundestag Oppositionsführerin. Das bietet der Partei neue Chancen – und lässt die Grünen verzweifeln. Sie werden sich in ihrem Drang nach Wahrnehmung und Anerkennung an zwei gegensätzlichen Polen zerreiben: Kampf gegen die verhasste AfD einerseits und Opposition gegen Schwarz-Rot andererseits. Damit aber schaffen die Grünen kein eigenes Profil. Dieser nützliche Sondereffekt sollte nicht unerwähnt bleiben, weil LINKS insgesamt sich gegenseitig abschießen wird. Was für ein Fest!!

Urbadener
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Re: Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Beitragvon Urbadener » Mi 24. Jan 2018, 14:12

Wir wurden am Abend des 24.9.2017 Zeuge der Aussage des Vorsitzenden der SPD, dass die Partei nach diesem katastrophalen Wahlergebnis eine weitere Große Koalition aus „tiefster Überzeugung“ ablehnte und mit „festem Willen“ in die Opposition ginge. Diese Mitteilung wurde von den umstehenden Mitgliedern des Bundesvorstandes quasi wie eine Erlösung von einer Fessel begeistert beklatscht. Selbst am nächsten Tag vollzog sich dieses „ehrliche“ Schauspiel einmütig. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles fühlte sich sogar von der Kabinettsdisziplin befreit, dass sie äußerte, „jetzt endlich den anderen eine in die Fresse geben zu können“.

Wenig Wochen später beschwören die selben Männer und Frauen mit den selben Vokabeln: ehrlich, fester Wille, tiefste Überzeugung und Mut, dass sie jetzt die Beteiligung an einer Großen Koalition als das non plus ultra der Sozialdemokraten ersehnen, um angeblich „Deutschland und Europa zu dienen“. Diejenigen, die am Abend des 24.9.2017 noch gemeinsam die Opposition favorisierten, werden nun „Seit an Seit“ in Richtung Koalition marschieren.

Der Zeuge reibt sich verdutzt die Augen. Wie können angeblich glaubwürdige Politiker, die im März 2017 ihren Vorsitzenden Martin Schulz mit 100% Zustimmung gewählt hatten, seine hundertprozentige Wende seiner politischen Grundüberzeugung beklatschen? Wie glaubwürdig sind diese führenden Sozialdemokraten? Wenn diese schon mit ihrem politischen Credo so leichtfertig umgehen können, wie leicht werden sie politische Sachentscheidungen von heute auf morgen auf den Kopf stellen. Die SPD- Vorstandsmitglieder haben sich ins Abseits der Glaubwürdigkeit gestellt.

Urbadener
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Re: Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Beitragvon Urbadener » Do 8. Mär 2018, 09:00

Das Schlachtfest bei der SPD geht lustig weiter. Nachdem Martin Schulz aussortiert wurde, ist jetzt Sigmar Gabriel an der Reihe.

Gabriel gehört neuer Regierung nicht an
Sigmar Gabriel wird nach eigenen Angaben der neuen Bundesregierung nicht mehr als Minister angehören. Dies habe ihm die SPD-Spitze heute mitgeteilt, heißt es in einer Erklärung des Politikers.
https://www.n-tv.de/politik/Gabriel-geh ... 25455.html

Und jetzt dreht sich das SPD-Personal-Karussell um den vakanten Außenministerposten, beste Chancen werden einem Saarländer zugeordnet:

Heiko Maas hat gute Chancen, Außenminister zu werden

https://deutsche-wirtschafts-nachrichte ... zu-werden/

Mit Annegret Kramp-Karrenbauer, Peter Altmaier und Heiko Maas hätte die Kanzlerin somit drei Saarländer um sich geschart. Wenn jetzt keine nostalgischen Gefühle bei unserer Kanzlerin aufkommen, wann denn dann. Erich der Saarländer lässt grüßen.

Mistral
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Re: Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Beitragvon Mistral » Fr 28. Jun 2019, 21:45

Gesine Schwan, die zweimal vergeblich versuchte, Bundespräsidentin zu werden, hat sich als neue SPD-Chefin empfohlen. Gern würde die 76-Jährige eine Doppelspitze mit Kevin Kühnert bilden, der das aber noch gar nicht wisse, weil sie noch nicht mit ihm darüber geredet habe. Allerdings wolle sie ihren Hut nur dann in den Ring werfen, wenn man sie darum bitte. Das tut augenscheinlich niemand, weshalb Schwan dies via Deutschlandfunk in die eigene Hand genommen hat und sich sozusagen selbst bittet − Dilettanz und Eitelkeit tanzen Boogie Woogie.Solche sagenhaft peinliche Auftritte könnten wir in den kommenden Wochen viele erleben. 
https://www.preussische-allgemeine.de/n ... -ende.html

Ist das kein Schmankerl?
In der Tat, die Frauenquote muss stimmen, das hat die ulkige Gesine bestimmt in ihrer Kalkulation, auch wenn es jetzt anfängt peinlich zu werden.

MIKE
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Re: Die SPD zwischen Selbstmord und Fronarbeit

Beitragvon MIKE » Sa 29. Jun 2019, 05:30

Gesine Schwan behauptete 2015, dass mit der Migrationswelle
kein einziger Terrorist nach Deutschland eingeschleust werde.
Mit dem Einschleusen hatte sie ja Recht. Die Grenzen waren ja offen und da musste überhaupt
niemand geschleust werden.
Die Frau leistete sich grundsätzlich nur politische Fehleinschätzungen
und wäre gut beraten, wenn sie sich aus der Politik und aus Talkshows fernhalten würde.


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