Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

HaMo
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Re: Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

Beitragvon HaMo » Fr 9. Feb 2018, 11:20

In ihrer Ausgabe vom 4. Februar veröffentlicht die „WELT“ unter der Überschrift „Rote Karte für die Kirche“ einen Artikel der darlegt, dass das Erzbistum Hamburg vor der Pleite steht und sich gezwungen sieht die Schließung von acht der 21 katholischen Schulen in Hamburg zu betreiben.
Welch ein Frevel!
Wohin fließen eigentlich die 6 Milliarden Euro Kirchensteuer der Menschen die sich durch diesen Ablasshandel einen Fensterplatz im Paradies erhoffen?
In die Dritte Welt? in den Popanz Vatikan? In goldene Wasserhähne von Bischofssitzen? In dubiose amerikanische Immobilien-Spekulationen?
Wahrscheinlich überall gleichmäßig verteilt, nur nicht dorthin, wo das Geld herkommt und das ist in erster Linie Deutschland.

Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus und werden dafür sicher ihre triftigen Gründe haben. Ein gläubiger Mensch kann man auch sein, ohne irgend einer Religionsgemeinschaft anzugehören.
Ohnehin stellt sich die Frage nach der Rechtmäßigkeit dieser Zwangsmitgliedschaft, die zu einem Zeitpunkt vereinbart wurde (Geburt/Taufe) als der oder die Betreffende sich nicht selbst äußern konnte, ob der Beitritt in diese Religionsgemeinschaft überhaupt gewünscht ist. Warum stellt man die Frage nach dem Eintritt in eine Religionsgemeinschaft nicht erst bei Volljährigkeit? Weil die Kirche bis dahin ihren Einfluss bei 90 % aller Jugendlichen verloren hätte.
Man regt sich allgemein auf über die Zwangsabgabe der Rundfunk- und Fernsehgebühren, aber niemand fragt nach dem Sinn der Kirchensteuer.
Bei jeder anderen staatlichen Steuer hat man zumindest einen Gegenwert in Form von (in Deutschland noch funktionierender) Infrastruktur. Aber was bekommt der Kirchensteuerzahler von der Kirche? Freien Eintritt zu Gottesdiensten und salbungsvolle Reden von weltfremden Priestern. Oder Ostern und Weihnachten den Segen aus dem Vatikan. Eigentlich herzlich wenig für das viele Geld.

Aber das muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden.

Mistral
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Re: Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

Beitragvon Mistral » Di 13. Feb 2018, 09:47

EKD-Chef bekommt nach GroKo-Appell Kritik von links
Der Ratschef der evangelischen Kirche legt SPD-Mitgliedern nahe, für die GroKo zu stimmen. Es gehe um Hilfe für „die Schwächsten“. Linke Theologen finden das anmaßend. Eine ungewohnte Situation für Heinrich Bedford-Strohm.
"Bedford-Strohm vermischt in problematischer Weise private politische Stellungnahmen, geistliches Wort und kirchenamtliche Verlautbarung!“
Bedford-Strohms Kritiker hegen den Verdacht, die Willensbildung der SPD-Mitglieder könnte zum Gegenstand „kirchenleitender Weisungen“ gemacht werden. Sie befürchten „langfristig eine verhängnisvolle Vermischung von kirchlicher und politischer Sphäre auf der Ebene der Kirchenleitungen“.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... links.html

Wenn das schon evengelische Superchristen feststellen, dann besteht wenigstens etwas Hoffnung auf Besserung.

Urbadener
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Re: Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

Beitragvon Urbadener » Di 13. Feb 2018, 13:26

Mistral hat geschrieben:Es gehe um Hilfe für „die Schwächsten“

Wer diesen von Bedford-Strohm geäußerten Blödsinn glaubt, der glaubt auch Zitronenfalter würden Zitronen falten.

Es geht hier um massive finanzielle Interessen, die nun mit der Hilfe der SPD die Allgemeinheit bezahlen soll. Nur zur Erinnerung:

Allein im Bundesland Niedersachsen haben mehr als 5000 Kirchengemeinden, Vereine und Einzelpersonen Bürgschaften für syrische Kriegsflüchtlinge im Jahr 2014 unterschrieben. Die meisten dieser barmherzigen Spießer haben nun eine satte rechtskräftige Zahlungsaufforderung über die Sozialausgaben zugunsten „ihrer“ Flüchtlinge für die Dauer von 36 Monate erhalten, die etwa 11.000 Euro pro Person betragen soll. Manche dieser gutmenschlichen Personen und Vereinigungen haben dank ihrer Barmherzigkeit für mehre Personen gebürgt und darum kommt da schon etwas zusammen.
Rechtlich ist für diese christlichen Hornochsen nicht mehr viel zu machen, die Zahlungsverpflichtung kann nur mit politischer Hilfe aufgehoben werden und wenn das nicht funktioniert, soll es wenigstens eine Gutmenschenvergütung geben.

Illegale und von den Kirchen unterstützte Migration ist ein Geschäft wie Drogenhandel und da muss jeder der etwas auf sich hält unbedingt mitmischen. Geht mal ein Geschäft in die Hosen ist das auch nicht weiter schlimm, weil Leute wie Bedford-Strohm sich dafür einsetzen, dass die Kosten sozialisiert werden. So funktioniert Kirche heute.

Arminius
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Re: Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

Beitragvon Arminius » Mi 14. Feb 2018, 01:39

Urbadener hat geschrieben:So funktioniert Kirche heute.


Und diese Niedertracht, Falschheit und Verlogenheit muss ich nicht auch noch finanziell unterstützen habe ich mir vor 26 Jahren gesagt und die Konsequenzen gezogen, indem ich aus dem "Verein" ausgetreten bin.

Nach meiner Scheidung fühlte ich mich dort nur noch als Mensch 2. Klasse und dafür war ich mir zu schade. Die Kirchensteuer sollte ich ja mit erstklassigem echten Geld bezahlen. Das ging nicht zusammen.

Auch die Kirche benötigt dringend, wie die Politik in Deutschland, eine grundlegende massive Reform. Denn jeder Kirchenaustritt aus den christlichen Kirchen ebnet dem Islam freie Bahn, das frei gewordene Vakuum zu okkupieren.

buerger46
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Re: Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

Beitragvon buerger46 » Mi 14. Feb 2018, 09:23

Zitat von Michael Schmidt-Salomon (Giordano Bruno Stiftung):

» Wer das Atom spalten kann und über Satelliten kommuniziert, muss die hierfür
erforderliche intellektuelle und emotionale Reife besitzen. Diese zeichnet sich u. a.
dadurch aus, dass man in der Lage ist, falsche Ideen sterben zu lassen, bevor Menschen
für falsche Ideen sterben müssen. «

Und die Mythen einer über 2000 Jahre alten primitiven Hirtenkultur wird den
Menschen dabei nicht helfen.

Mistral
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Re: Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

Beitragvon Mistral » Mo 2. Apr 2018, 14:16

Ich vertrete die Meinung, dass es jedem Menschen frei steht seinen Glauben so zu leben wie es für ihn passt. Wenn er dazu eine Kirche oder sonstige Sekte benötigt, ist das alleine seine Angelegenheit.

Allerdings gilt das auch für den umgekehrten Fall, die Kirchen oder Sekten – da gibt es für mich keinen Unterschied – haben sich aus allen weltlichen und vor allem aus sämtlichen rechtlichen Angelegenheiten heraus zu halten, denn sie sind nicht der liebe Gott in Person, auch wenn sie sich selbst gerne als dessen Stellvertreter betrachten. Ein Beispiel ist das Kirchenasyl, welches sich immer mehr zu einem „göttlichen“ Instrument entwickelt, dessen Einsatz jeder Dorfpfarrer alleine und nach Lust und Laune beanspruchen kann. Damit erhebt sich jeder Pfaffe über die höchstrichterliche Rechtsprechung, wie dem nachstehenden Artikel zu entnehmen ist:

611 Flüchtlinge bekommen Schutz: Kritik an Kirchenasyl wächst, nun wehren sich Geistliche

Angesichts steigender Zahlen von Flüchtlingen, denen Kirchenasyl gewährt wird, ist über Ostern eine Debatte über diese Praxis entbrannt. Politiker von CDU und FDP kritisierten das Vorgehen der Kirche.

Nach Angaben der Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche gab es im März dieses Jahres 414 Fälle von Kirchenasyl, die 611 Personen betrafen - eine deutliche Steigerung gegenüber November 2017, als 350 Fälle mit 530 Personen registriert wurden. Ein Jahr zuvor gab es demnach sogar nur 308 Fälle mit 511 Personen. Die Kirchen in Deutschland gewähren Flüchtlingen Zuflucht, bei denen sie Leib und Leben durch eine Abschiebung bedroht sehen oder nicht hinnehmbare soziale und psychische Härten befürchten. Die Behörden dulden das Kirchenasyl, obwohl es dafür keine gesetzliche Grundlage gibt.

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 00042.html

Wenn das so ist, dass die Kirchen unserer Rechtsprechung nicht mehr vertrauen, warum sollen es dann die vielen weißen und schwarzen Schäfchen in unserer Republik noch tun? Wir brauchen keine neuen und schärfere Gesetze, sondern nur die Respektierung und für alle Menschen gleiche Anwendung (ohne Ansehen der Person, deren Religion, Nationalität und sexueller Neigung) der bestehenden Gesetze. Damit wäre unserem Rechtstaat schon gedient. Wenn unser Rechtssystem jedoch weiterhin verbogen und überdehnt wird, dürfen wir uns nicht wundern wenn uns die Fetzen um die Ohren fliegen.

Urbadener
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Re: Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

Beitragvon Urbadener » Mo 14. Mai 2018, 13:24

Wort zum Sonntag: ARD lässt Pfarrer gegen AfD hetzen

Das wird im abgedruckten Teil seines Redemanuskriptes auf der Website der ARD, von dem nur die erste Hälfte veröffentlicht wurde, nicht erwähnt, aber gleich darauf im Video, das auch noch die Hetze gegen die AfD enthält.

Dort wirft er der AfD zuerst „Diskriminierung“ vor, stellt sie dann geschickt in eine Reihe mit „Kollegah“ und “Farid Bang“ bei der Echo-Preisverleihung, um anschließend zu resümieren, dass er nicht in einem Europa leben will, in dem der Antisemitismus regiert, im Video ab Minute 1:14:


Wenn also eine Botschaft von Münster nach Hamburg und in die ganze Welt gehen kann, dann ist es die: Wenden wir uns gemeinsam gegen jede Form des Populismus und der Diskriminierung anderer Menschen. Auch wenn sie sich noch so gut hinter dem Anspruch auf künstlerische Freiheit versteckt, wie letztens bei der Echo-Verleihung oder sich als Liebe zur Heimat ausgibt, wie in so mancher AfD-Rede.

Ich möchte nicht in einem Europa leben, in dem Antisemitismus wieder salonfähig wird. Und ich möchte nicht in einem Europa leben, in dem Menschen auf Grund ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden.


Und ich möchte in keinem Europa leben, in dem die Meinungsfreiheit von Politik, Medien, Kirchen, Verbänden und Gewerkschaften unterdrückt wird.
Jeder hat das Recht, mit dem was bei uns gerade abläuft zufrieden oder dagegen zu sein, darüber kann man immer reden. Ich lasse mir aber von einem scheinheiligen Pfaffen, mit der Hilfe unserer "neutralen" Medien, nicht suggerieren was ich tun und lassen oder denken soll.

Mistral
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Re: Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

Beitragvon Mistral » Di 5. Jun 2018, 11:39

Die Geldzahlungen der Bundesländer an die großen Kirchen sind gegenüber dem Vorjahr um gut 14 Millionen Euro auf den Rekordwert von 538 Millionen Euro gestiegen.

Diese sogenannten Staatsleistungen überweist der Staat den Kirchen unabhängig von der Kirchensteuer und von Zahlungen für kirchliche Dienste, etwa in Kindergärten oder Altenheimen.

Die Kirchen erhielten seit 1949 insgesamt fast 17,9 Milliarden Euro Staatsleistungen. Von den 538 Millionen Euro in diesem Jahr erhält die evangelische Kirche rund 314 Millionen und die katholische Kirche 224 Millionen Euro. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz kommentierten die Zahlen nicht.

Sten
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Re: Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

Beitragvon Sten » Mi 11. Jul 2018, 06:45

Die Abschaffung des Bargeldes wird vorangetrieben: Die evangelische Kirche in Berlin hat einen digitalen Klingelbeutel angemeldet, mit dem Kirchenbesucher zukünftig per Giro- oder Kreditkarte die Kollekte spenden können. Es wird überlegt, diese Möglichkeit auf ganz Deutschland auszuweiten.

Denen ist überhaupt nichts heilig.
LG Sten

Urbadener
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Re: Kirche und Politik – die heiligen Steigbügelhalter!

Beitragvon Urbadener » Mo 13. Aug 2018, 11:33

In Gottes Wirtschaftsreich

In Gottes Wirtschaftsreich ist die Andechser Brauerei nur ein kleines Schmuckstück neben Banken, Versicherungen, Radiosendern, Mineralquellen, Catering-Unternehmen, Hotels, Krankenhäusern, Filmproduktionsfirmen und Reisebüros. Schätzungsweise rund zwei Millionen Menschen arbeiten hierzulande in kirchlichen Unternehmen und Institutionen. Die meisten bei den großen Wohlfahrtsverbänden, Caritas und Diakonie, mit rund 620 000 beziehungsweise 526 000 Mitarbeitern die größten privatrechtlichen Arbeitgeber Deutschlands. Im juristischen Sinne handelt es sich nicht um Unternehmen, sondern um gemeinnützige Organisationen.

Kein Betriebsrat

Gemeinsam ist den Kirchen und ihren karitativen Einrichtungen, dass sie als „Tendenzbetriebe“ nicht dem Betriebsverfassungsgesetz unterliegen und die Beschäftigten damit auch nicht das Recht haben, einen Betriebsrat zu gründen. Von den Gewerkschaften wird dies immer wieder kritisiert. Ersatzweise haben die Kirchen eigene Mitarbeitervertretungen geschaffen – mit im Vergleich zum Betriebsrat allerdings weitaus schwächeren Mitbestimmungsrechten.

Weniger Mitglieder – mehr Kirchensteuer

Obwohl die Zahl der Kirchenmitglieder und damit der Kirchensteuerzahler seit Jahren rückläufig ist, steigt das Kirchensteueraufkommen seit 2004 stetig an. Da die Höhe der Steuer vom Einkommen abhängt, profitieren die Kirchen von steigenden Löhnen und sinkender Arbeitslosigkeit.

Auch Heiden bezahlen den Klerus

Zusätzlich zur Kirchensteuer erhalten die beiden großen Konfessionen jährlich mehr als eine halbe Milliarde Euro aus sogenannten Staatsleistungen. Dies sind Ausgleichszahlungen der Bundesländer vor allem für Enteignungen im 18. und 19. Jahrhundert. Damals gingen im Zuge der Säkularisierung viele kirchliche Grundstücke an den Staat. Für die Staatsleistungen kommen alle Steuerzahler auf.

Wie reich ist die Kirche?

Das Gesamtvermögen der Kirchen lässt sich wegen ihrer weitverzweigten Struktur nicht genau ermitteln. Außerdem haben bis dato noch nicht alle 27 katholischen Bistümer eine Bilanz vorgelegt. Auf katholischer Seite nimmt die Erzdiözese München und Freising mit einem offiziellen Vermögen von rund sechs Milliarden Euro die Spitzenposition ein. Der Politologe Carsten Frerk schätzt das Vermögen beider großen Kirchen zusammen auf 435 Milliarden Euro.

https://www.brandeins.de/magazine/brand ... um=parkett

Der Bericht ist noch länger, wer sich informieren oder beten will.....Bitteschön!


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